Leichtathletik-EM 2026: Jakob Ingebrigtsen kritisiert Josh Kerr scharf - Meisterschaften wichtiger als Bestzeiten

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Jakob Ingebrigtsen hat seine Rückkehr auf die große internationale Bühne mit einem EM-Titel gekrönt, wenige Tage später aber für Schlagzeilen abseits der Laufstrecke gesorgt. Der Norweger kritisierte seinen schottischen Rivalen Josh Kerr scharf dafür, dass dieser bei den Europameisterschaften in Birmingham nicht an den Start gegangen war. Kerr stellte seine Rekordjagd über die EM-Teilnahme.

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Quelle: Eurosport

Kerr hatte sich zuletzt auf die Jagd nach Bestzeiten konzentriert. Im Juli stellte der Schotte über die Meile einen 27 Jahre alten Weltrekord auf und gewann anschließend bei den Commonwealth Games in Glasgow Gold. Auf die Europameisterschaften verzichtete er bewusst.
Ingebrigtsen kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Der 25-Jährige sieht internationale Meisterschaften als zentralen Bestandteil des Sports - bei denen auch die absolute Elite vertreten sein sollte.
"Natürlich werde ich versuchen, Zeiten zu laufen, aber ich glaube nicht, dass man sich für das eine oder das andere entscheiden muss", meinte Ingebrigtsen im Interview mit "BBC Sport". Aber: "Es liegt nicht an uns Athleten, uns quasi auszusuchen, wo wir teilnehmen. Wir haben diese Meisterschaften aus einem bestimmten Grund, nämlich damit die besten Athleten gegeneinander antreten. Das ist der ganze Sinn dahinter."
Noch deutlicher wurde Ingebrigtsen anschließend: "Ich denke deshalb: Es macht den Sport kaputt, wenn wir nicht teilnehmen. Wir haben alle unterschiedliche Pläne, aber ich könnte mich niemals in dieser Situation sehen."

Jahrelange Rivalität zwischen Ingebrigtsen und Kerr

Ingebrigtsen, der am vergangenen Montag nach einer elfmonatigen Wettkampfpause über 5000 Meter den siebten EM-Titel seiner Karriere eingetütet hatte, fand aber auch lobende Worte für seinen Konkurrenten.
Kerrs Weltrekord bezeichnete der norwegische Starläufer als "extrem gutes Rennen" - für das angespannte Verhältnis zwischen den beiden nahezu eine Lobeshymne.
Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2024 hatte Ingebrigtsen etwa verlauten lassen, Kerr selbst mit verbundenen Augen schlagen zu können. Sein Widersacher wiederum sagte, der Norweger habe "Schwächen auf der Bahn und im Umgang mit anderen" und sei von "Ja-Sagern" umgeben.
Auf die Frage, ob Ingebrigtsen selbst einen solchen Rekordlauf für genauso wichtig halte wie den Gewinn eines Titels, sagte er bloß: "Ich denke, beides ist gleich groß, aber es ist ja nicht so, als hätten wir nur ein Rennen in den Beinen."
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