Malaika Mihambo klopfte den Sand von ihren Beinen und legte eher widerwillig eine Deutschland-Fahne um ihre Schultern.
Den Gewinn der Silbermedaille bei der Hallen-EM in Torun registrierte die Weitsprung-Weltmeisterin still und leise, nachdem sie im letzten Durchgang den anvisierten Titel noch hergegeben hatte.
"Ich habe mich diese Hallensaison einfach schwer getan mit dem langen Anlauf. Ich bin noch nicht da, wo ich 2019 war, was den Anlauf betrifft", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach dem bitteren Ende des Wettkampfes, den sie letztlich jedoch auch als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnete.
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Die 27-Jährige holte am dritten Wettkampftag in Polen eine von insgesamt drei Medaillen für das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Sprinter Kevin Kranz über 60 m lief zu Silber, Hanna Klein gewann über 1500 m Bronze.

Beck-Romantschuk fängt Mihambo mit letztem Versuch ab

Gold im Weitsprung der Frauen ging an die ukrainische Vizeweltmeisterin Maryna Beck-Romantschuk, die sich mit der Weltjahresbestleistung von 6,92 m vier Zentimeter vor Mihambo (6,88) durchsetzte. Bitter: Bei Mihambos bestem Sprung schenkte sie weit mehr als zehn Zentimeter am Brett her. "Effektiv war ich die beste, offiziell die zweitbeste", sagte Mihambo.
Die gebürtige Heidelbergerin kämpfte wie schon in der Qualifikation mit ihrem langen Anlauf, aus dem sie im vergangenen Jahr gar nicht gesprungen war. Beck-Romantschuk schloss im fünften Sprung bereits auf zwei Zentimeter auf, ehe sie im letzten Durchgang noch an Mihambo vorbeiflog. Die konnte in ihrem letzten Versuch nicht mehr kontern.
Sprinter Kranz war als Jahresbester nach Polen gereist, im Finale hatte er gegen den pfeilschnellen Marcell Jacobs aber nichts auszusetzen. Der Italiener stellte in 6,47 Sekunden eine Weltjahresbestleistung auf, Kranz folgte in 6,60 Sekunden dahinter. "Auch wenn ich Bestzeit gelaufen wäre, hätte ich nicht gewonnen. Ich bin glücklich", sagte der 22-jährige Kranz.

Klein beweist Comeback-Qualitäten - Krause verpasst Podest klar

Klein bewies über die 1500 m derweil Comeback-Qualitäten. 500 m vor Ende des Rennens hatte die Tübingerin noch recht abgeschlagen am Ende des Feldes gelegen, im letzten Renndrittel nahm sich die 27-Jährige aber ein Herz. Auf der Schlussgerade sicherte sie sich schließlich Bronze und riss beim Überqueren der Ziellinie beide Arme in die Luft.
"Ich wusste, dass meine Stärke in dem knallharten Endspurt liegt", sagte Klein, nachdem die Uhr bei ihr bei 4:20,07 Minuten stehen geblieben war: "Die letzten 150 Meter habe ich gedacht: 'Hanna, scheiß drauf.' Ich habe nur noch Leute überholt und war total im Flow. Zum Glück hat es noch gereicht", berichtete sie weiter.
Gesa Felicitas Krause verpasste beim Sieg der Belgierin Elise Vanderelst (4:18,44 Minuten) auf ihrer Nebenstrecke als Achte (4:24,26) das Podium deutlich.
Eine Enttäuschung erlebte außerdem Stabhochspringer Torben Blech. Der ambitionierte Leverkusener scheiterte in der Qualifikation als Neunter mit 5,60 m.
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