Jonathan Edwards: "Usain Bolt ist schon jetzt der größte Athlet aller Zeiten"
Für Jonathan Edwards, den neuen Eurosport-Hauptmoderator, steht fest: "Usain Bolt ist schon jetzt der größte Athlet aller Zeiten!" Der Dreisprung-Weltrekordler und Olympiasieger von Sydney 2000 begründet seine Einschätzung wie folgt: "Er ist es nicht nur wegen seiner Leistungen, sondern auch angesichts dessen, was er dem Sport durch seine Persönlichkeit bringt."
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Bolt strebt in Rio de Janeiro 2016 einen "Olympia-Hattrick" an: Wie 2008 in Peking und 2012 in London will der Jamaikaner über die 100 Meter, 200 Meter und mit der 4x100m-Sprintstaffel Gold gewinnen.
Aus Sicht des mehrfachen Welt- und Europameisters gibt es in der Geschichte höchstens einen Sportler, der an Bolt heranreicht.
Mit Blick auf Bolts angestrebten erneuten "Hattrick" in Rio ergänzt Edwards, dass dadurch die Position des Sprintstars als Legende des Sports nochmals untermauert würde. "Wenn er das "Triple Triple" schafft, ist er in jedem Fall der Größte aller Zeiten - Ich glaube nicht, dass irgend jemand das anzweifeln könnte. Aber für mich ist er es bereits."
Auf Augenhöhe mit Ronaldo, Messi & Co.
Die Strahlkraft des Seriensiegers, weit über seine Disziplin hinaus, beeindruckt den Briten besonders:
Edwards, der die Karriere von Bolt aus Experte und Journalist bei den letzten Großereignissen hautnah vor Ort verfolgt hat, sieht vorerst keinen Rivalen für den Weltrekordler. "Ich sehe keinen anderen Bolt weit und breit, niemand, der die Aufmerksamkeit weltweit so auf sich ziehen könnte. Und das, obwohl es eine ganze Reihe sehr, sehr talentierter Athleten gibt."
Der 29-jährige Ausnahmeathlet ist bislang Fragen nach einem Karriereende nach den Spielen von Rio stets ausgewichen und Edwards warnt, dass Bolt seine Laufbahn gut planen sollte. "Ich würde es zu gerne sehen, dass er bei der WM 2017 in London dabei ist, die ich für Eurosport begleiten werde. Aber ich habe ein wenig den Eindruck, dass sein Körper anfällig ist. Was ich nicht sehen möchte, ist ein Usain Bolt, der verliert. Konkurrenz ist natürlich großartig für den Sport, aber es hat auch einen besonderen Reiz, einen fast übermenschlichen Dominator zu sehen und ich hoffe, er läuft nicht so lange, bis er Rennen nicht mehr in diesem besonderen Stil gewinnt, den wir von ihm kennen."
Neue Ziele für Bolt?
Sollte sich Bolt zum Ende seiner Karriere noch neuen Disziplinen zuwenden? Für Edwards hätte das durchaus seinen Reiz. Er sieht den Sprinter aber eher auf der Stadionrunde als im Weitsprung oder gar Dreisprung.
"Schnell zu laufen ist eine Sache, aber schnell zu laufen und am Ende noch zu springen ist etwas anderes", so der beste Dreispringer aller Zeiten. "Nur weil er sehr schnell ist muss das nicht automatisch heißen, dass er auch sehr weit springt. Carl Lewis hat beides in grandioser Weise beherrscht, aber er fuhr schon seit seiner Jugend zweigleisig. Jetzt die nötigen Voraussetzungen bei Bolt zu schaffen, dass er die Anlaufgeschwindigkeit auch umsetzen könnte ist kaum zu schaffen. Angesichts der Anfälligkeit seines Körpers würde ich sogar sagen, dass es aussichtslos wäre."
Anders sieht es Edwards mit einer Erweiterung des Repertoires auf der Laufbahn über die 100 und 200 Meter hinaus aus.
Ich würde ihn lieber über 400 Meter sehen. Er könnte unglaubliche Dinge über diese Strecke zeigen, denn er hat sich schon in frühen Jahren dort versucht [im Jahr 2007 lief Bolt 45,28 Sekunden]. Mit seiner Grundschnelligkeit und der Ausdauer, die er fraglos hat, könnte er etwas furchterregendes über die 400 Meter erreichen.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-501de6cc-5a93-472f-ba7e-2a32bf0eb94e-68-310-310.jpeg)