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Caster Semenya ist nicht da und dennoch in aller Munde: "Sie wollen mich loswerden"
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Publiziert 27/09/2019 um 13:09 GMT+2 Uhr
Caster Semenya ist nicht da. Sie fehlt beim WM-Start über die 800 m der Frauen. Und auf die geplante Zeremonie, ihr in Doha die Goldmedaille von der WM 2011 zu überreichen, hat die Südafrikanerin keine Lust. Zu sehr schmerzt es Semenya offenbar, dass sie wegen der umstrittenen Testosteron-Regel nicht laufen kann. Sonst hätte sie in der Wüste wohl Geschichte geschrieben.
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"Ich werde ins Visier genommen, weil ich ungeschlagen bin, weil ich die Beste bin in dem, was ich mache", sagte Semenya, die sich weigert ihre natürlich erhöhten Testosteronwerte mit Medikamenten zu senken, zuletzt:
Mit "sie" meint Semenya den Leichtathletik-Weltverband IAAF, der in diesem Jahr eine Regel eingeführt hat für hyperandrogene Athletinnen. Um auf den Strecken zwischen 400 m und der Meile bei den Frauen antreten zu dürfen, müssen diese ihre Testosteronwerte unter einen bestimmten Grenzwert senken. Um die "Chancengleichheit" zu wahren, wie IAAF-Präsident Sebastian Coe immer betont.
Semenya legt Fokus auf ihre Fußballkarriere
Der internationale Sportgerichtshof CAS hatte der IAAF in diesem Fall Recht gegeben, Semenya legte Berufung ein. Doch das Schweizer Bundesgericht hatte Ende Juli entschieden, die provisorische Aufhebung der Auflagen für Semenya wieder zu kippen. Die endgültige Entscheidung steht aus.
Und während sich Semenya derzeit auf ihre Karriere im Fußball beim südafrikanischen JVW FC konzentriert, sorgte am Freitag eine ARD-Dokumentation "Kampf ums Geschlecht - Die verstoßenen Frauen des Sports" für Aufsehen. Darin erhob unter anderem die ehemalige ugandische Läuferin Annet Negesa Vorwürfe gegen einen IAAF-Arzt, sie unter einer älteren Regelung über die weitreichenden Folgen eines operativen Eingriffs zur Senkung ihres Testosteronwertes im Unklaren gelassen zu haben.
Ihr wurden vor den Olympischen Spielen 2012 die innenliegenden Hoden entfernt. Auch Semenya soll nach der WM 2009 in Berlin, als sie als Unbekannte völlig überlegen Weltmeisterin wurde, zu diesem Schritt gedrängt worden sein.
Semenya wird in Doha fehlen
Ihre Goldmedaille für die WM 2011 - der Russin Maria Sawinowa wurde der Titel wegen Dopings nachträglich aberkannt - soll Semenya nun später in Südafrika überreicht werden. In Doha hätte die 28-Jährige nach 2009, 2011 und 2017 als erste Läuferin der Geschichte ihr viertes WM-Gold über dieselbe Strecke holen können. Aber daraus wird bekanntlich nichts.
Er hoffe, sagte Coe der "BBC", dass Semenya "im Rahmen der Regel" in der Leichtathletik "weitermacht". Die Vorschrift sei nicht festgelegt worden, "um Menschen auszuschließen". Sondern vielmehr um Athletinnen wie Semenya den Auftritt auf der internationalen Bühne weiter zu ermöglichen.
Doch in Doha fehlt Semenya erst einmal - und Gesa Felicitas Krause fühlt mit ihr. Sie habe Semenya als "sehr, sehr netten und freundlichen Menschen kennengelernt", sagte die Hindernis-Europameisterin dem "SID". Das Vorgehen der IAAF könne sie "auf der einen Seite nachvollziehen, aber andererseits glaube ich, dass es für Caster schwer zu verkraften ist", sagte Krause:
(SID)
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