Leichtathletik-WM 2023: Gina Lückenkemper hat die Schnauze voll - Final-Einzug als oberste Priorität

Gina Lückenkemper ist heiß auf die WM und sofort gefordert. Kann die Europameisterin ihren WM-Finalfluch beenden? "Ich habe die Nase gestrichen voll. Ich möchte in so einem WM-Finale stehen", gibt das deutsche Sprint-Ass die Route für die Weltmeisterschaft in Budapest vor. Dreimal war zuvor im Halbfinale Schluss - nun will Lückenkemper auf der ganz großen Bühne den Coup schaffen.

Entfesselter Lauf! Lückenkemper rast zu Gold bei der EM

Quelle: Eurosport

Gina Lückenkemper trommelte ein paar schnelle Schritte auf die Bahn, ließ sich im Teamhotel pflegen und schaute sich das WM-Stadion an. Die allerletzten Vorbereitungen bei der Sprint-Europameisterin liefen noch einmal auf Hochtouren. Für das ganz große Ziel - Finale.
"Ich habe die Nase gestrichen voll. Ich möchte in so einem WM-Finale stehen", sagt Lückenkemper.
2017, 2019 und 2022 gelang es ihr schließlich nicht, da war jeweils immer im Halbfinale Endstation. Deshalb habe die 26-Jährige mit der WM "eine Rechnung offen", sagt Deutschlands Sportlerin des Jahres.
Diesmal soll, nein muss dieser Final-Fluch ein Ende nehmen. Einfach wird es freilich nicht. "Aber ich traue mir das zu", sagt Lückenkemper.

Lückenkemper: "Fast schon ein bisschen gruselig"

Schließlich sei sie in der besten Form ihrer bisherigen Karriere, der emotionale Goldlauf von München brachte noch einmal weiteres Selbstvertrauen.
Seit 2020 trainiert Lückenkemper bei Lance Brauman in den USA zusammen mit Topstars wie Noah Lyles, noch nie war sie so konstant schnell unterwegs wie in diesem Jahr - weil sie im Gegensatz zu anderen Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträgern aus dem deutschen Team wie Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo oder Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre von größeren Verletzungen verschont blieb.
picture

Gina Lückenkemper

Fotocredit: Getty Images

"Ich bin so konstant mit meinen guten Zeiten unterwegs. Fast schon erschreckend, fast schon ein bisschen gruselig", sagt Lückenkemper vor den Vorläufen am Sonntag (12:10 Uhr): "Aber halt auch irgendwo total geil."
Allerdings: Der große Ausreißer nach oben fehlt in diesem Jahr noch. "Ich glaube, dass es noch richtig schnell werden kann", sagt Lückenkemper, die mit ihren 11,00 Sekunden die Nummer 16 der Meldeliste ist.

Fehler im Kampf ums Finale ein Tabu

Um das Finale der schnellsten Frauen der Welt am kommenden Montag um 21:50 Uhr zu erreichen, dürfe sie sich absolut "keine Fehler erlauben", sagt Lückenkemper: "Fehler werden sofort bestraft."
Die Konkurrenz um die starken Jamaikanerinnen um Titelverteidigerin Shelly-Ann Fraser-Pryce oder die US-Sprinterinnen ist enorm, allein acht Frauen in Budapest sind schon 10,90 Sekunden oder schneller gerannt. "Die sind krasser geworden. Ich bin es aber auch", sagt Lückenkemper, deren Bestzeit bei 10,95 Sekunden steht - gelaufen bei der WM in London vor sechs Jahren.
Lückenkemper gehört in Budapest zu den wenigen DLV-Assen, die für Furore sorgen könnten. Eine Medaille ist natürlich außer Reichweite, aber der Finaleinzug könnte dem gebeutelten deutschen Team Rückenwind geben - schließlich stand mit Melanie Paschke zuletzt vor 26 Jahren eine deutsche Sprinterin in einem WM-Finale über die 100 m (Sechste 1997 in Athen).
"Ich bin einfach gespannt", sagt Lückenkemper: "Ich habe echt wirklich unfassbar Bock auf diese Weltmeisterschaften."
Das könnte Dich auch interessieren:
(SID)
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung