Leichtathletik-WM: Schweizerin Kambundji holt historisches Gold über 100 m Hürden: "Noch nie so viele Tränen geweint"

Hürdenläuferin Ditaji Kambundji hat bei der Leichtathletik-WM Geschichte geschrieben. Als erste Leichtathletin der Schweiz krönte sich die 23-Jährige zur Weltmeisterin - und ließ vor laufenden Kameras ihren Emotionen freien Lauf. "Ich habe noch nie so viele schöne Tränen geweint", sagte Kambundji nach ihrem Überraschungserfolg über 100 m Hürden im "SRF"-Interview und zeigte sich überglücklich.

Erstes WM-Gold: Kambundji begeistert die Schweiz

Quelle: Eurosport

"Ich konnte es nicht glauben, ich habe super laut geschrien. Es ist alles so schnell passiert", betonte die frisch gekürte Weltmeisterin. Kurz zuvor hatte sie mit Freudentränen in den Augen und der Schweizer Flagge auf der Tartanbahn von Tokio gestanden und fassungslos ins Publikum gestarrt.
In 12,24 Sekunden war Kambundji am Montag zu WM-Gold gestürmt - der siebtschnellsten Zeit einer Frau jemals über 100 m Hürden. Damit verwies sie unter anderem die nigerianische Weltrekordhalterin Tobi Amusan (12,29) und US-Favoritin Grace Stark (12,34) auf die weiteren Plätze.
Zwar hatte Kambundji schon seit längerer Zeit ihre europäische Klasse unter Beweis gestellt, zum Beispiel bei der EM 2024 in München, als sie Silber gewann. Doch im Kampf mit den Besten der Welt waren die Medaillenränge für sie zuvor außer Sichtweite gewesen.
In Tokio änderte sich das. "Ich wusste, alle am Start haben Potenzial auf Gold, also auch ich", sagte die Bernerin hinterher im "SRF". Sie habe sich einfach auf sich selbst konzentrieren wollen.
Das gelang ihr in überragender Manier. Ihre persönliche Bestzeit, die zuvor bereits nationaler Rekord gewesen war, verbesserte die Schweizerin um satte 16 Hundertstel.
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Ditaji Kambundji setzte sich im WM-Finale über 100 m Hürden durch.

Fotocredit: Getty Images

Schweiz-Ikone adelt Kambundji

Vor Kambundji hatten lediglich zwei Schweizer Männer bei Weltmeisterschaften triumphiert: Läufer André Bucher im Jahr 2001 über 800 Meter und Kugelstoßer Werner Günthör, der sich zwischen 1987 und 1993 insgesamt dreimal WM-Gold sicherte.
So zeigte sich auch Günthör von Kambundjis überragender Tokio-Performance begeistert. "Was Ditaji geleistet hat, ist unglaublich. Schweizer Rekord pulverisiert, Weltmeisterin in einer Weltsportart! Das ist einfach nur phänomenal und grandios. Mir fehlen fast ein bisschen die Worte", wird der heute 64-Jährige vom "Blick" zitiert.
Kambundji, die jüngste von vier Töchtern einer Schweizer Mutter und eines kongolesischen Vaters, sei nun "definitiv nicht mehr die kleine Kambundji. Eigentlich müsste man sie jetzt zur Königin ernennen", huldigte Günthör die 23-Jährige.

Kambundji dankt ihrer schwangeren Schwester

Kambundjis Edelmetall ist indes nicht die erste WM-Medaille in ihrer Familie. Ihre zehn Jahre ältere Schwester Mujinga hatte bei der WM 2019 in Doha über 200 m die Bronzemedaille gewonnen. Aktuell legt die schwangere Sprinterin eine Babypause ein.
"Sie hat mir so viel auf dem Weg gezeigt", richtete Ditaji Kambundji das Wort an ihre Schwester und dankte auch ihr für die Gold-Sensation am Montag: "Ich vermisse sie hier, aber es ist unglaublich. Ich bin unglaublich stolz auf uns und dass wir so viel gemeinsam teilen können. Ich bin froh, wenn ich sie wieder auf der Bahn sehe."

Die Leichtathletik-WM in Tokio von 13. bis 21. September - alle Wettkämpfe live und auf Abruf bei discovery+
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Quelle: Eurosport


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