Nafissatou Thiam nach Streit mit Verband bei Leichtathletik-WM in Tränen aufgelöst - Trainer schämt sich, "Belgier zu sein"

Der Ausstieg der dreimaligen Siebenkampf-Olympiasiegerin Nafissatou Thiam bei der Leichtathletik-WM in Tokio schlägt in ihrer Heimat hohe Wellen. Ein Streit mit dem belgischen Verband wird immer dramatischer. "Normalerweise sage ich nie etwas, aber jetzt bin ich wütend. Alle beschweren sich über den Verband. Alles läuft schief", tobte Thiam-Trainer Michael Van der Plaetsen nach dem WM-Wettkampf.

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Quelle: Eurosport

Der Leichtathletik-Coach forderte gegenüber belgischen Medien: "Die schwarzen Schafe müssen entfernt werden, aber auch die übergeordneten Instanzen müssen eingreifen."
Ein Streit über Vermarktungsrechte hatte in Belgien schon Wochen vor der WM für Schlagzeilen gesorgt. Die Sportlerinnen und Sportler sollten einen Verhaltenskodex unterschreiben, um die Sponsoren des Verbandes zu schützen, darunter Asics und Allianz.
Laut der Zeitung "Le Soir" sollten die Athleten auch in den sozialen Medien darauf achten, keine Marken "zu vertreten oder zu veröffentlichen, die keine kommerziellen Partner des belgischen Verbandes sind". Bei Thiam hätte dies zu Konflikten mit ihren persönlichen Sponsoren "Nike" und "AXA" führen können.
Offiziell hatte die 31-Jährige ihren Wettkampf in Tokio nach fünf Disziplinen wegen "fehlender körperlicher Fitness" beendet. Doch Van der Plaetsen sieht den Streit mit dem Verband als Hauptursache.
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Thiam über Streit mit Verband: "Wie eine dunkle Wolke"

"Zu 99 Prozent hängt das mit dem Konflikt zusammen, nur zu einem Prozent mit ihrer physischen Verfassung. Eine solche Situation kostet viel Energie", meinte der Trainer und ging sogar noch weiter: "Ich schäme mich, Belgier zu sein. Wir sind hier nicht in der Schule. Es geht um Spitzensport, um die Elite."
Auch Thiam bestätigte mit Tränen in den Augen, dass durch den Zoff nicht an sportliche Höchstleistungen zu denken war: "Ich musste die ganze Zeit gegen negative Gedanken ankämpfen. Ich hatte keine positive Einstellung. Aber es ist schwer auszudrücken, wie sehr mich das beeinflusst hat. Diese Diskussion hing die ganze Zeit wie eine dunkle Wolke über meinem Wettkampf."
Sie erkenne sich "selbst als Athletin einfach nicht wieder. Ich wollte hierherkommen und Spaß am Siebenkampf haben, aber das ist mir zu keinem Zeitpunkt gelungen. Und das ist die größte Enttäuschung."
Siebenkampf-Gold in Tokio gewann die US-Amerikanerin Anna Hall.
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Quelle: Eurosport


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