Olympia 2024: Die deutschen Leichtathleten Malaika Mihambo und Julian Weber hoffen in Paris auf den großen Wurf

Ohrenbetäubender Lärm, bebende Tribünen - und mittendrin Malaika Mihambo und Julian Weber mit schwarz-rot-goldenen Fahnen um die Schultern. Auf genau diese Bilder hofft der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Donnerstag. Es könnte der deutsche Abend bei den Olympischen Spielen in Paris und im Stadion Stade de France werden. Das Desaster von Peking 2008 soll unbedingt verhindert werden.

Nach zwei Fehlversuchen: Mihambo springt nervenstark ins Finale

Quelle: Eurosport

Nach Silber von Zehnkämpfer Leo Neugebauer sind die Weitsprung-Olympiasiegerin und das Speerwurf-Ass die zwei größten verbliebenen Medaillenhoffnungen aus Deutschland. Die von DLV-Sportvorstand Jörg Bügner ersehnten "positiven Ausreißer" blieben bislang aus. Nun sollen die beiden Aushängeschilder die Bilanz in Paris retten.
"Wenn ich das im Finale auch wieder hinkriege, dann wäre das schon die halbe Miete", sagte Weber nach seiner Kampfansage mit 87,76 m in der Qualifikation mit Blick auf das Finale (ab 20.25 Uhr live bei Eurosport) selbstbewusst. Kurz zuvor (ab 20.00 Uhr live bei Eurosport) startet auch Mihambos Goldmission. Bügner dürfte auf der Tribüne mitzittern.
Ein besseres Abschneiden als in Tokio 2021 soll es schließlich schon werden. Damals sprangen neben Mihambos Olympiasieg nur zwei weitere Silbermedaillen durch Kristin Pudenz im Diskus und Geher Jonathan Hilbert heraus.
Nun, drei Jahre später, konnte ein deutsches Diskus-Trio um Pudenz nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Auch die Hoffnung auf emotionale Höhepunkte wie die anvisierte Finalteilnahme von Gina Lückenkemper über 100 m erfüllten sich (bislang) nicht.

Starke Konkurrenz für Weber

So tragen vor allem Weber und Mihambo die Last, um nicht wie beim schlechtesten deutschen Leichtathletik-Ergebnis 2008 in Peking mit nur einer Silbermedaille heimzufahren. Nach Donnerstag besitzt Deutschland etwa in den Staffeln oder im Kugelstoßen der Frauen nur Außenseiterchancen.
Weber will den Druck nicht an sich ranlassen. Auf Weltniveau wartet der Vize-Europameister allerdings noch auf seinen großen Moment. Sowohl in Tokio 2021 als auch bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 blieb ihm jeweils nur der vierte Platz. In Paris aber könnte der Knoten endlich platzen, vielleicht auch mit einem Wurf über die magische 90-m-Marke.
"Das wäre natürlich geil", sagte Weber. Der Mainzer weiß allerdings auch, dass er im indischen Olympiasieger Neeraj Chopra, dem zweimaligen Weltmeister Anderson Peters aus Grenada und dem WM-Zweiten Arshad Nadeem aus Pakistan starke Konkurrenz besitzt.

Mihambo braucht nur einen Fabelsprung

Mihambo sendete in ihrem Qualifikationswettkampf trotz einer wahren Zitterpartie ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz. Bei ihrem Sicherheitssprung im dritten Versuch auf 6,86 m "verschenkte" sie knapp 31 Zentimeter. Sorgen bereitet allerdings die Corona-Infektion, die sie sich bei ihrem EM-Triumph in Rom eingefangen hatte. Die ehemalige Weltmeisterin muss bei ihren Interviews in Paris immer wieder husten.
"Ich weiß nicht, wie es mir im Finale gehen wird, ob ich da schon wieder voll fit bin und ob ich sechs Sprünge machen kann", sagte Mihambo, die aber schon so oft bewiesen hat, auf den Punkt abliefern zu können. Und ein einziger Fabelsprung würde ja auch reichen, um Deutschland eine "Nuit Magique" im Stade de France zu bescheren.

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Quelle: Eurosport


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