Olympia 2024 - Tischtennis: Timo Boll verabschiedet sich nach der Team-Niederlage von der internationalen Bühne

Die ganze Arena Sud in Paris erhob sich nach dem Matchball, der das Ende der internationalen Karriere von Timo Boll besiegelte. Die Olympischen Spiele 2024 sollten sein Abschied werden, durch die Viertelfinal-Niederlage des DTB-Teams gegen Schweden war es so weit. Gegen seinen Freund Anton Kallberg lieferte Boll im Einzel einen großen Kampf, musste sich aber mit 1:3 geschlagen geben.

Große Emotionen: Boll von ganzer Halle nach Olympia-Aus gefeiert

Quelle: Eurosport

"Es war extrem hart", sagte er gegenüber Eurosport nach der Partie.
"Ich war nach dem Match erstmal enttäuscht, aber durch die Zuneigung des Publikums im Anschluss war es ein sehr besonderer und überwältigender Moment. Es war emotional sehr hart."
Es war ein "großes Gefühlschaos" für den 43-Jährigen, wie er am "ARD"-Mikrofon sagte. Die sportliche Enttäuschung wollte er dennoch nicht unter den Teppich fallen lassen.
Gemeinsam mit Dimitri Ovtcharov und Dang Qiu hatte sich Boll im besten Fall mit einer Medaille vom internationalen Publikum verabschieden wollen - ein Traum, der ihm verwehrt blieb.

Timo Boll: Eine deutsche Sport-Legende

Boll hat das deutsche Tischtennis auf ein neues Level gehoben - und international relevant gemacht. Er war der erste, und einer von nur insgesamt drei Männern an der Spitze der Tischtennis-Weltrangliste, der nicht aus China kam.
Er wurde achtmal Europameister, zweimal WM-Dritter, gewann vier olympische Medaillen mit der Mannschaft. Er ist einer der wohl unbekanntesten deutschen Superstars - so paradox das auch klingt.
"Ich bin ganz schön lange geblieben", meinte Boll gegenüber Eurosport. "Ich glaube, ich bin immer noch die älteste Nummer eins aller Zeiten. Ich war 25 Jahre in Reichweite zu den Top Five, Top Ten. Das ist meine größte Errungenschaft, dass ich immer resilient geblieben bin, mich immer anpassen konnte. Aber irgendwann spürt man, dass der Körper langsam wird. Der Moment ist gekommen."

Ovtcharov: "Als ob ein Teil von mir aufhört"

Boll legte auch den Grundstein für weitere große deutsche Tischtenniskarrieren. So schaffte es auch Dimitri Ovtcharov auf Platz eins der Weltrangliste. "Es fühlt sich so an, als ob ein Teil von mir auch aufhört", sagte der 35-Jährige gegenüber der "ARD". "Timo hat mich als sehr jungen Sportler wie ein großer Bruder empfangen, er hat mir geholfen, zur Weltspitze aufzuschließen."
Sein letztes Spiel absolvierte der deutsche Tischtennis-Maestro gegen seinen guten Freund Anton Kallberg. Die Schweden erwiesen sich als zu starker Gegner für die deutschen Tischtennis-Herren, dabei hatte Ovtcharov den Silbermedaillengewinner Truls Moregard am Rande einer Niederlage. Am Ende verlor er knapp im entscheidenden fünften Satz.
"Wir haben nicht erwartet, dass das letzte Spiel ein Sieg sein würde", sagte Boll gegenüber Eurosport.
"Aber wir haben gehofft, dass es ein besseres Ende geben würde als eine Niederlage gegen Schweden im Viertelfinale. Wir müssen anerkennen, dass sie die stärkeren waren heute."
Über Kallberg, der gegen Boll das 3:0 besiegelte, sagte der 43-Jährige: "Es bedeutet mir etwas, dass er meine Karriere beendete, weil wir wirklich gute Freunde sind. Wir können darüber reden, wenn wir uns nächste Woche bei Borussia Düsseldorf sehen."
So ganz geht Boll nämlich noch nicht. In der Bundesliga bleibt er weiter aktiv, ansonsten erhofft er sich für das nächste Kapitel nach der Karriere: "Mehr Zeit für die Familie."
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Kampf nicht gekrönt - Deutschland scheitert im Viertelfinale: Highlights

Quelle: Eurosport


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