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Olympia 2021 - Speerwurf: Johannes Vetter scheitert als Topfavorit früh im Finale - nur Rang neun
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Publiziert 07/08/2021 um 13:55 GMT+2 Uhr
Topfavorit Johannes Vetter hat bei den Olympischen Spielen eine Medaille im Speerwurf klar verpasst. Der deutsche Rekordhalter aus Offenburg musste sich im Finale von Tokio mit 82,52 m und Rang neun begnügen. Damit war die klare Nummer eins der Welt bereits beim Endkampf der besten Acht nur Zuschauer. Gold holte überraschend Neeraj Chopra (Indien) mit 87,58 Metern.
Johannes Vetter - Tokyo 2020
Fotocredit: Getty Images
Johannes Vetter schüttelte den Kopf, der Blick war leer, geschlagen und fassungslos stapfte der Topfavorit auf Gold im Speerwurf durch das Olympiastadion in Tokio.
Es sollte der Ort seines großen Triumphs werden, stattdessen rutschte Vetter aus. Weil der 28-Jährige überhaupt nicht mit dem Anlaufbelag zurechtkam, reichte es für das Kraftpaket aus Offenburg mit schwachen 82,52 m nur zu Platz neun.
Schon am Mittwoch in der Qualifikation hatte Vetter gemerkt, dass er Probleme bekommen würde mit dem Anlaufbelag. Dann blieb der Weltmeister von 2017 auch gleich im ersten Versuch knapp 14 Meter unter seiner Saisonbestmarke von 96,29 m, der zweite war ungültig - und Vetter hielt sich den schmerzenden linken Knöchel, nachdem er weggerutscht war.
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Das Debakel unter der Lupe: Röhler erklärt Vetters Final-Problem
Quelle: Eurosport
Beim Abwurf lastet etwa eine Tonne Gewicht auf dem Gelenk. "Ich habe alles gegeben", sagte Vetter enttäuscht: "Ich vergleiche das immer mit Aquaplaning. Da bricht das technische System komplett ein."
Damit erlebte das deutsche Leichtathletik-Team bei den so stark eingeschätzten Speerwerfern die zweite Enttäuschung. Am Freitag war bereits Christin Hussong als Medaillenkandidatin nur Neunte geworden, lediglich Malaika Mihambo holte im Weitsprung Gold für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).
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Enttäuschung statt Gold: So lief der verkorkste Wettkampf für Vetter
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Johannes Vetter hadert mit dem Belag
Vetter hatte in Tokio sichtlich Probleme mit dem Anlauf, rutschte beim Abwurf weg. Dabei hatten die Organisatoren die "Mondo"-Anlaufbahn mit Hunderten Eispacks vor dem Wettkampfbeginn extra versucht herunterzukühlen, um Vetter und Co. einen festen Stand beim Abwurf zu ermöglichen.
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Das Debakel unter der Lupe: Röhler erklärt Vetters Final-Problem
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Doch für Power-Werfer Vetter reichte das nicht. Freunde, Fans und Familie beim Public Viewing auf dem Marktplatz in Offenburg litten mit ihrem "Jojo". Das sei "wirklich ein Drama. Es ist eine Katastrophe, ich bin tieftraurig", sagte Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll, die Ehefrau von Vetters Trainer.
"Man hat ja gesehen, wie ich im zweiten Versuch abgeschmiert bin", sagte er bei Eurosport: "Die gleichen Probleme hatten wir schon in der Quali. Wir haben versucht, das in den letzten zwei, drei Tagen technisch noch ein bisschen anders hinzubekommen, um dem Rutschen ein bisschen entgegenzuwirken. Es ist das erste Mal, dass ich auf Belägen rutsche. Vom Punch sah es gut aus, aber wenn du keinen Widerstand bekommst, bist du halt machtlos. Das ist auf gut deutsch gesagt 'zum Kotzen'. Ich habe für die Rahmenbedingungen alles gegeben."
Im Vorfeld der Spiele hatte sich Vetter, der empfindlich auf den Anlaufbelag reagiert, noch gefreut, dass im Olympiastadion eine "Mondo"-Bahn verlegt wurde.
Julian Weber 14 Zentimeter an Bronze vorbei
Das sah hinterher anders aus. "Wir sehen auf der Bahn hier Weltrekorde, aber die Leute, die ein bisschen massiger sind und so richtig mit der Ferse beim Werfen dagegenstemmen, die kostet es hier halt. Auf der einen Seite bin ich traurig, enttäuscht, dass ich das nicht zeigen konnte, aber gottseidank muss ich ja bis zu den nächsten Olympischen Spielen nur drei Jahre warten", sagte er.
Der Anlaufbelag sei für einen Athleten wie ihn "nicht gemacht", ergänzte er im "ZDF". Das könne für ihn "gefährlich" werden und sei "nicht gesund". Der Mainzer Julian Weber wurde mit 85,30 m Vierter - um 14 Zentimeter an Bronze vorbei.
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14 Zentimeter fehlen! Blech statt Bronze für Speer-Hoffnung Weber
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"Der vierte Platz ist unfassbar. Aber ich merke, dass ich mich nicht ganz so freuen kann wie ich sollte", sagte der Sportsoldat: "Es tut mir mega leid für Johannes. Der Belag hat seiner Power nicht standgehalten."
Gold geht überraschend nach Indien
Gold sicherte sich der Inder Neeraj Chopra (87,48 m) vor den Tschechen Jakub Vadlejch (86,67 m) und Vitezslav Vesely (85,44 m).
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Speerwurf-Überraschung: Inder Chopra gewinnt sensationell Gold
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Mit Boris Obergföll hatte Vetter nach der Qual-Quali noch nach Auswegen aus dem Anlauf-Dilemma gesucht, auch mit dem für die Fußball-Nationalmannschaft zuständigen Sportpsychologen Hans-Dieter Herrmann telefonierte Vetter ausführlich - um den ganz großen Traum nicht zu gefährden. Es half alles nichts.
Vor Tokio war Vetter in 19 Wettkämpfen in Serie unbesiegt geblieben, als klare Nummer eins der Welt nach Japan gereist - doch in Tokio, als es darauf ankam, rutschte Vetter weg.
"Das ist schade, echt bitter, kotzt mich auch tierisch an", sagte Vetter, der aber auch fair zugab: "Wir sehen ja hier andere Top-Leistungen, Julian hat gut geworfen, auch der Inder. Die setzen halt ein bisschen anders von oben drauf. Aber ich bin halt einer, der, wenn er über 90 Meter werfen will, ein starkes Stemmbein braucht. Ich muss da halt richtig die Ferse hinsetzen." Doch dabei rutschte Vetter aus.
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(mit SID)
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Vetter macht es spannend bis zum letzten Quali-Wurf
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