"Ein Kindheitstraum wird wahr. Ich bin so hart gerannt, wie ich konnte", sagte der aufgelöste Jacobs schon vor der Siegerehrung am Montag: "Ich kann es kaum erwarten, morgen die Hymne zu hören."
Regierungschef Mario Draghi gratulierte Jacobs und Tamberi kurz darauf telefonisch. "Ich bin stolz auf euch. Ihr ehrt Italien", sagte Draghi.
Jacobs wer? Bis zum Sonntag kannte den 26-Jährigen kaum jemand, dann setzte sich der krasse Außenseiter im ersten Olympia-Finale nach der Ära Bolt unwiderstehlich mit dem neuem Europarekord von 9,80 Sekunden vor Fred Kerley aus den USA (9,84) und dem Kanadier Andre De Grasse (9,89) durch.
Olympia - Leichtathletik
Eine Tausendstel fehlt! 100-m-Favorit Bromell verpasst Finale
01/08/2021 AM 11:24
"Ich wusste wirklich nichts über ihn", sagte Kerley über Jacobs, der seine Bestzeit in diesem Jahr um 23 Hundertstelsekunden verbessert hat und sein erstes großes Finale bestritt: "Er hat einen fantastischen Job gemacht."

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Glückselig und mit einem Dauergrinsen posierte Jacobs nach dem Rennen für die Fotografen, schließlich hatte noch nie zuvor in der Geschichte ein Italiener Olympia-Gold über 100 m gewonnen.
Über 200 m triumphierte 1980 der große Pietro Mennea. "Ich möchte meiner Familie danken, die mich immer unterstützt hat", sagte Jacobs: "Meinen Kindern Anthony und Jeremy und meiner Mutter, die seit meiner Kindheit mein größter Fan ist."

Außenseiter, na und! Jacobs nutzt seine Chance

Eigentlich hatte Jacobs, ein gebürtiger US-Amerikaner mit italienischer Mutter, wie sein Vater Basketballer werden wollen. Gut, dass er sich anders entschieden hat. Ohne den ganz großen Druck angereist, steigerte sich Jacobs, der erst im Mai mit 9,95 Sekunden unter der magischen 10,0-Marke geblieben war, von Runde zu Runde. Schon im Halbfinale war er mit 9,84 Sekunden Europarekord gerannt.

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Gold im Duell gegen Kerley, De Grasse oder Ronnie Baker hatte Jacobs wohl niemand zugetraut.
Doch er nutzte seine Chance. Und wie. Auch nach dem Fehlstart von Zharnel Hughes behielt Jacobs die Nerven: Er hatte beim zweiten Versuch nicht den besten Start, doch auf Bahn drei rennend biss er sich fest - und leistete sich auf den letzten Metern keinen Wackler wie etwa Kerley.

Bolts Erben schwächeln: Finale ohne Jamaika

Der 2017 zurückgetretene Bolt hatte 2008, 2012 und 2016 Gold geholt, diesmal stand kein Jamaikaner im Finale. Und eigentlich hätte der große Favorit Trayvon Bromell die Sprinterehre der USA wiederherstellen sollen, doch der Jahresschnellste war nach einem schwachen Auftritt im Halbfinale ausgeschieden.
Weltmeister Christian Coleman fehlte wegen eines Anti-Doping-Verstoßes gesperrt. Und so müssen die USA weiter auf Olympia-Gold über 100 m warten. Ihr letzter Sieger war Justin Gatlin 2004 in Athen.
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