Tomescu gewinnt Marathon

Constantina Tomescu hat bei Olympia den Marathon gewonnen. Die Rumänin setzte sich die 38-Jährige in 2:26:44 Stunden durch. Silber ging an Catherine Ndereba aus Kenia, die den packenden Schlussspurt vor der Chinesin Zhou Chunxiu gewann. Weltrekordlerin Pa

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Mit 38 Jahren hat die Rumänin Tomescu die größte Ausdauerleistung der Olympischen Spiele erbracht und damit die gescheiterte Weltrekordlerin Paula Radcliffe getröstet. "Ich habe heute gesehen, dass man in dem Alter einen olympischen Marathon gewinnen kann. Deshalb ist London 2012 für mich noch ein Thema, auch wenn man nie weiß, was passiert", sagte die vier Jahre jüngere Britin, und die Tränen liefen ihr dabei übers blasse Gesicht.
Kraus und Hahn unter ferner liefen
Wieder war der großartigen Läuferin Gold verwehrt geblieben. Die deutschen Teilnehmerinnen Melanie Kraus und Susanne Hahn liefen hinterher, freuten sich aber, dass sie überhaupt angekommen waren. Vor vier Jahren in Athen saß Radcliffe acht Kilometer vor dem Ziel heulend am Randstein. Am Sonntag waren wieder alle Augen auf die Ex- Weltmeisterin gerichtet, die schon nach wenigen Minuten am Straßenrand eine Pinkelpause einlegen musste.
Doch als die Spitzengruppe die Verfolgung von Tomescu aufnahm, war Radcliffe nicht mehr dabei. Von Krämpfen geplagt beendete sie das Rennen als 23. "Ich habe gewusst, dass es ein Glücksspiel wird. Aber wir haben alles versucht", sagte Radcliffe, die wegen eines Ermüdungsbruchs im Oberschenkel lange um ihren Start bangen musste. Kurz schluchzte sie noch einmal auf: "Es war einer meiner frustrierendsten Marathonläufe."
Bei 22 Grad und 72 Prozent Luftfeuchtigkeit am Start war die befürchtete Hitzeschlacht ausgeblieben, zumal es zwischendurch leicht regnete. Tomescu, die mit ihrem Trainer und Ehemann Valeriu Tomescu sowie dem zwölfjährigen Sohn Rafael in Boulder/Colorado lebt, setzte sich nach der Hälfte der 42,195-Kilometer-Strecke ab. "Manche haben wohl geglaubt, dass ich das mit 38 nicht durchhalte. Aber vielleicht haben mir die Erfahrung und das Alter Gold gebracht", frohlockte die WM-Dritte von 2005. "Die letzten drei Kilometer habe ich immer wieder zurückgeschaut."
Kraus in "Vogelnest eingeflogen"
Tomescu hielt jedoch ihren Vorsprung von etwa 400 Metern und lief winkend ins mit 50.000 Zuschauern besetzte Nationalstadion ein. Die Uhr blieb bei 2:26:44 Stunden stehen. Bei der Hatz hinter der Olympiasiegerin setzte sich die Kenianerin Catherine Ndereba (2:27:06) in einem packenden Schlussspurt gegen die Chinesin Zhou Chunxiu (2:27:07) durch und holte wie vor vier Jahren Silber.
Mit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln im Gesicht rannte Melanie Kraus die letzten Meter. "Ich habe vorher gesagt: Ich möchte ins Vogelnest fliegen - das war die Geste", erklärte die Leverkusenerin. "Ich habe im Stadion auf die olympische Flamme geschaut, das war schon etwas ganz Besonderes." In 2:35:17 Stunden kam die WM-20. des vergangenen Jahres auf Platz 38.
Susanne Hahn wurde, nachdem sie unterwegs wie Radcliffe mal "in die Büsche" musste, 52. in 2:38:31. "Wir hatten uns ein bisschen bessere Platzierungen gewünscht", sagte Bundestrainer Detlef Uhlemann. "Aber die beiden sind jetzt natürlich euphorisch."
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