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Harting kann nur hoffen
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Publiziert 17/08/2008 um 10:15 GMT+2 Uhr
Wie ein richtiger Siegertyp sah Diskus-Hüne Robert Harting nach der glanzlos bestandenen Qualifikation für das Olympia- Finale nicht aus. "Das war nicht so schön", haderte er nach seinem wackeligen Olympia-Debüt. Dennoch hofft der Vizeweltmeister von 2007
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"Ich hatte im ganzen Körper kein Gefühl, fühlte mich wenig fit, eher lahm und fast gelähmt." Mit mäßigen 64,19 Metern überstand der 23 Jahre alte Berliner die Qualifikation im "Vogelnest" von Peking. Die achtbeste Weite hatte er im ersten Versuch erzielt, die weiteren beiden waren ungültig. "Die Chance auf die Medaille bleibt", sagt der Athlet dennoch.
"Mir fehlte das Wurfgefühl"
Seit der Abreise aus dem Trainingslager in Japan und dem Eintreffen in China lief es für den sensiblen 2,01-Meter-Mann nicht wie gewünscht. "Ich habe seit Montag nicht mehr geworfen, da fehlte mir das Wurfgefühl", klagte der deutsche Meister. Einmal durchkreuzte Regen seinen Trainingsplan in Peking. 24 Stunden vor dem Wettkampf rührt er die Zwei-Kilo-Scheibe generell nicht mehr an. Nicht wirklich wohl fühlt sich der Sportsoldat im olympischen Dorf. "Man kann nicht viel machen, meistens schaue ich Fernsehen", berichtete Harting etwas muffelig. "Ich habe es mir alles etwas anders vorgestellt."
Das Hadern mit Gott und der Welt gehört zu seiner Persönlichkeit. "Es gibt Tage, da bin ich mir der Sache zu hundert Prozent sicher und dann gibt es Tage, da weiß ich nicht, wie Diskuswerfen geht", bekennt er. Probleme mit Verletzungen oder wie zuletzt das Gerede um die Doping-Vergangenheit seines Trainers Werner Goldmann sind deshalb Störfaktoren. Die Beschwerden mit der Blessur am Wurffinger sind ausgestanden. Auch die Debatte um seinen Coach, den der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) trotz der Doping-Vorwürfe für Peking nominierte, wurde in seinem Sinne entschieden. "Da ist jetzt nix mehr", meinte Harting, "nur wenn es nicht laufen sollte, wird die Sache wohl noch mal hochgekocht."
Pech mit dem Diskus
Erledigt ist auch das Pech mit seinem Diskus, mit dem er 2007 WM- Silber gewann. Im Training im japanischen Shibetsu wurde die auf dem Rasen liegende Zwei-Kilo-Scheibe vom Hammer seiner deutschen Teamkollegin Betty Heidler getroffen und zertrümmert. "Das ist jetzt kein Problem mehr für mich", sagte Harting, der auch mit der Ersatzscheibe gut zurecht kommt. Zur Erinnerung an den "Silber- Diskus" hat er sich aber ein Trümmerteil aufbewahrt, auf dem ein Symbol von "mir und meiner Freundin" drauf ist.
Favoriten auf die Diskus-Goldmedaille sind Weltmeister Gerd Kanter (Estland), der ebenso wie Olympiasieger Virgilius Alekna (Litauen) die Qualifikationsweite mühelos schaffte. Der Ungar Robert Fazekas, dem der Olympiasieg von Athen wegen Verweigerung einer Doping- Kontrolle aberkannt worden war, rutschte mit 62,64 Meter als Elfter gerade noch in den Endkampf.
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