Raphael Holzdeppe hat das Nachsehen - DLV kassiert Absagen für Hallen-WM

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe hatte in der Flugshow gegen die Topstars zwar das Nachsehen, doch insgesamt konnten die deutschen Leichtathleten mit dem ersten größeren Härtetest im Olympiajahr zufrieden sein. Beim Auftakt der World Indoor Tour am Samstag in Karlsruhe gab es einige Bestleistungen für DSV-Athleten, es hagelte aber auch Absagen für die Hallen-WM im kommenden Monat in Portland.

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Bis zum großen Höhepunkt in knapp einem halben Jahr muss auch Holzdeppe seine Form verbessern. Nach seinem "Salto Nullo" in der vergangenen Woche in Düsseldorf übersprang der Vizeweltmeister in Karlsruhe nur die 5,70 m, für mehr reichte die Kraft nicht. "Am Ende hat mein Körper Müdigkeit verspürt, nachdem ich den dritten Wettkampf in sieben Tagen gemacht habe", sagte der Pfälzer.
Holzdeppe musste sich mit Platz drei begnügen. Olympiasieger und Weltrekordler Renaud Lavillenie gewann den Wettbewerb überlegen mit übersprungenen 5,91 m. An 6,01 m scheiterte der Franzose dreimal. Der kanadische Weltmeister Shawn Barber (5,77) wurde Zweiter.

"Das war noch gar nix"

Unzufrieden war auch Hochspringerin Ariane Friedrich mit ihrem ersten internationalen Kräftemessen nach schwerer Verletzung und Babypause. Die deutsche Rekordhalterin erhielt zwar viel Applaus von den Rängen für ihren erfolgreichen Versuch über 1,84 m, doch die erhofften 1,90 m übersprang die Frankfurterin nicht. "Das war noch gar nichts", sagte Friedrich selbstkritisch.
Den Sieg sicherte sich Marie-Laurence Jungfleisch. Die WM-Sechste sorgte weniger mit übersprungenen 1,93 m für Aufsehen, sondern eher mit ihrer Rasta-Mähne. "Ich muss mich erst etwas daran gewöhnen, mit meinen neuen Haaren zu springen", sagte die Stuttgarterin.
Jungfleisch wird wie viele andere DLV-Athleten aus Trainingsgründen die Hallen-WM im März auslassen. Das gab auch Gesa Felicitas Krause bekannt. Die WM-Dritte über 3000 m Hindernis überzeugte in Karlsruhe über 1500 m mit Platz vier und Bestzeit (4:08,91). "Ich bin glücklich, so in die Saison zu starten", sagte die Frankfurterin, die in Kürze zurück nach Kenia fliegen wird, um sich dort im Hochland in Olympiaform zu bringen. In Rio hat sie ein großes Ziel: "Ich möchte wie bei der WM im letzten Jahr als beste Europäerin um Gold kämpfen."

"Beinahe sprachlos"

Noch vor Krause schob sich über 1500 m die Leverkusenerin Konstanze Klosterhalfen, die in 4:08,38 Minuten einen U20-Hallen-Europarekord aufstellte. "Ich bin beinahe sprachlos", sagte sie danach.
Stark präsentierte sich auch die WM-Zweite Cindy Roleder im 60-m-Hürden-Finale. Die Leipzigerin belegte in 7,96 Sekunden Platz vier. Der Sieg ging in 7,86 an die Amerikanerin Kendra Harrison, die im Vorlauf eine Jahresweltbestzeit (7,82) aufgestellt hatte.
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