Merkel nach Berlin

Sehen und Gesehenwerden bei der Leichtathletik-WM (15. - 23. August) in Berlin: Auch der Bundestagswahlkampf lässt grüßen. Fast das gesamte Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel und alle Spitzen der Opposition haben sich für einen Besuch im Olympiastadion angesagt.

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Auf der ellenlangen Ehrengästeliste, ganz oben Bundespräsident Horst Köhler, stehen nach Angaben der WM-Organisatoren auch Stars aus Film, Show, Theater, der Medien, der Wirtschaft und des Sports. Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), wird gern viele Hände schütteln: "Die WM ist ganz klar auch ein großes gesellschaftliches Ereignis."
Die Politik zeigt besonders starkes Interesse. Auch der Kanzlerkandidat der SPD, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, wird im Olympiastadion gute Stimmung für seine Seite verbreiten wollen. Die Bundeskanzlerin will sich nach sogar bis zu fünfmal Zeit nehmen für den kurzen Weg vom Bundeskanzleramt zum größten Freiluft-TV-Studio dieser Woche.
Politiker: Ganz Fan, ganz Mensch
Ihre Wahlkampfberater haben sich dabei etwas gedacht. Unvergessen sind die Bilder von der Fußball-WM 2006 in Dortmund. Eine fröhliche, lachende Angela Merkel geriet ausgelassen ins Hüpfen, als im "Sommermärchen" 2006 kurz vor Schluss des WM-Spiels Deutschland - Polen Oliver Neuville in eine Flanke von David Odonkor rutschte und das 1:0 perfekt machte.
Im Spiel war vorher der Ball mehrmals zwischen Pfosten und Latte hin und her geklickert, ein reines Nervenspiel. Auf der Tribüne bibberte die Kanzlerin für Millionen sichtbar mit. Beim Sport dürfen auch sie und ihr politischer Mitbewerber um das Kanzleramt ganz Fan, ganz Mensch sein. Prokop: "Bei uns sind auch die Promis ganz normale Menschen und ganz bei sich selbst, wir behandeln sie auch nicht anders, und das mögen sie."
Sportlegenden in Berlin
Neben den naheliegenden Hintergedanken im Vorfeld der Wahlen spielt für die WM-Gastgeber vor allem die Präsentation zahlreicher Sport-Legenden eine Rolle. Armin Hary, der erste Mann der Welt, der die 100 m in 10,0 lief und 1960 Gold in Rom holte, wird da sein. Stabhochspringer Sergej Bubka, der gerade in Berlin das Publikum beim Istaf oft begeisterte, Hochspringerin Heike Henkel und Weitspringerin Heike Drechsler werden Erinnerungen wecken. Große Gefühle werden der Sohn von Lutz Long und die Enkelin von Jesse Owens auslösen, wenn sie den siegreichen Athleten im Weitsprung die Medaillen umhängen werden. Long gegen Owens, das war das große Duell von Olympia 1936 in Berlin.
Für Organisator Michael Mronz ist es gerade dieser zeitlose Reiz, der die Faszination solcher Großereignisse ausmacht. "Die Handball- WM, die Reit-WM und die Fußball-WM sowieso haben die enorme Identifikation gezeigt. Die Politik, das Land, sieht sich in der Welt als Gastgeber weit über den Sport hinaus", sagte er.
TV-Tipp:
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