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"Keine Stimme im Sport": Profis wollen Gewerkschaft gründen
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Publiziert 17/10/2017 um 16:20 GMT+2 Uhr
Der neue Verein "Athleten Deutschland" will Profisportlern helfen, eine Gewerkschaft zu gründen. Handballer, Volleyballer, Basketballer und Eishockeyspieler hoffen auf Unterstützung. Kaum haben Deutschlands Spitzensportler ihre eigenständige Interessenvertretung egründet, wird der Ruf nach einer Profigewerkschaft laut. "Es gibt seit längerem Versuche", sagte der ehemalige Volleyballer Max Günthör.
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"Es scheitert aber daran, dass es ehrenamtlich läuft. Wir hoffen, jetzt die Ressourcen zu bekommen."
Unterstützung für Profisportler
Der Athletenvertreter seiner Sportart hatte zusammen mit dem Basketballer Sascha Leutloff bei der Gründung des neuen Vereins am vergangenen Sonntag in der Satzung das zusätzliche Ziel durchgesetzt, Profisportler bei der Gründung einer Gewerkschaft zu unterstützen.
"Die, die in Arbeitnehmerverhältnissen mit Vereinen stehen, brauchen eine professionelle Vertretung", forderte der 32-Jährige, der dabei nicht auf finanzielle Hilfe, sondern auf "Kontakte und Know-how" hofft.
Die Resonanz in anderen Mannschaftssportarten ist groß. "Ich finde es eine gute Sache", sagte Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff: "Die Spieler können so besser ihre Rechte und Anliegen durchsetzen." Und Handball-Weltmeister Johannes Bitter freute sich:
Der 35-Jährige hat Erfahrungen mit diesem Thema: Er gründete 2010 zusammen mit seinem Torhüterkollegen Marcus Rominger die Handballer-Gewerkschaft GOAL - aus Protest gegen die zusätzliche Belastung durch immer mehr Spiele.
Anfangs machten fast 100 Handballer mit, jetzt ist die Mitgliederzahl deutlich gesunken. "Es hakt im Moment. Wir arbeiten permanent ehrenamtlich, es wurde immer schwieriger, Leute zu akquirieren", berichtete der WM-Held von 2007:
Abseits des Fußballs mit der 1987 gegründeten VDV waren Versuche in einzelnen Sportarten bislang wenig erfolgreich. Während die Handballer zumindest über ihre europäische Vertretung EHPU zwei Sitze im Professional Handball Board des Kontinentalverbandes EHF und damit ein Mitspracherecht erhalten haben, sind Bemühungen im Basketball und Eishockey gescheitert.
In den 90er Jahren gründete Ex-Nationalspieler Jörg Hiemer die Vereinigung deutscher Eishockeyspieler (vde), zu Beginn des neuen Jahrtausends versuchte der damalige Nationalspieler Jörg Mayr erfolglos eine Wiederbelebung dieser Idee.
Im Basketball riefen Nationalspieler 2005 als Reaktion auf das Bosman-Urteil und den drastischen Anstieg ausländischer Spieler in der Bundesliga die Spieler-Initiative SP.IN ins Leben. "Sie hat eine Quotenregelung durchgesetzt", sagte Leutloff, "aber es wurde versäumt, professionelle Strukturen zu schaffen. Die Organisation liegt brach."
Vorbild Amerika
Bei den Ligen trifft der Ruf nach einer Profigewerkschaft auf wenig Gegenliebe. "Ich glaube nicht, dass die Situation schlecht ist und durch eine Gewerkschaft verbessert würde", sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), dem SID:
Günthör hofft durch den Verein "Athleten Deutschland" nicht auf finanzielle Unterstützung. Eine Gewerkschaft müsse sich durch ihre Mitgliedsbeiträge selbst finanzieren, sagte der Volleyballer. Vorbild sind die mächtigen Spielervereinigungen in den nordamerikanischen Profiligen. "In Amerika funktioniert es sehr gut", meinte Eishockeyprofi Ehrhoff, der 13 Jahre in der NHL spielte.
Vor allem die Terminhatz brennt den Sportlern auf den Nägeln. "In Amerika gibt es an Weihnachten kein Spiel, da haben alle drei Tage frei, hier kennt man das nicht", berichtete Ehrhoff. "Die Belastung wird immer größer", ergänzte Bitter.
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