In der großen Trauer nach dem plötzlichen Tod von Teamchef Stefan Kiefer konnten die deutschen Piloten bei der Motorrad-WM in Malaysia ihr Versprechen nicht wahr machen. Mit guten Ergebnisse wollten sie dem 51-Jährigen, der am Freitag tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden worden war, eine letzte Ehre erweisen, doch daraus wurde nichts.
Sandro Cortese, 2005 auf einer 125er für Kiefer unterwegs, und Marcel Schrötter verpassten in der Moto2 ebenso die Punkteränge wie Philipp Öttl beim zehnten Saisonsieg des Moto3-Weltmeisters Joan Mir.

Morbidelli schon vor dem Rennen Weltmeister

Grand Prix Malaysia
Motorsport trägt Trauer: Teammanager Kiefer gestorben
27/10/2017 AM 04:03
In der Moto2, in der üblicherweise auch die beiden Kiefer-Fahrer Dominique Aegerter und Tarran Mackenzie starten, krönte sich Franco Morbidelli erstmals zum Weltmeister. Nur noch Tom Lüthi hätte dem Italiener gefährlich werden können, doch der Schweizer konnte aufgrund einer Verletzung nicht starten. So stand Morbidellis Titelgewinn bereits vor dem Rennen fest, er fuhr dennoch als Dritter aufs Podium.

Weltmeister 2017: Franco Morbidelli

Fotocredit: Getty Images

Lediglich in der Königsklasse MotoGP ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Dort hätte Marc Marquez am Sonntag seinen vierten Weltmeistertitel in den vergangenen fünf Jahren holen können, doch sein einzig verbliebener Konkurrent Andrea Dovizioso gewann und machte dem Spanier einen Strich durch die Rechnung.
Der Italiener siegte vor seinem Teamkollegen Jorge Lorenzo, der sich in der Schlussphase verbremste und Dovizioso passieren ließ. Von einer Stallorder wollte Lorenzo aber nichts wissen. "Leider habe ich einen Fehler gemacht, aber danach den zweiten Platz ins Ziel gebracht. Ich habe gepusht, bin jedoch nicht am Limit gefahren", meinte er. Johann Zarco (Frankreich) wurde Dritter vor Marquez, dessen vierter Platz letztlich nicht genügte.

Marquez der Top-Favorit

Dennoch geht Marquez am 12. November als Top-Favorit ins Saisonfinale in Valencia. Der Vorsprung auf Dovizioso beträgt zwar nur noch 21 Punkte, doch dass sich der dominante Fahrer der vergangenen Jahre diese Chance noch nehmen lässt, erscheint nahezu ausgeschlossen.
Ob dann auch Jonas Folger (Mühldorf am Inn), der möglicherweise erneut am Epstein-Barr-Virus erkrankt ist, wieder starten wird, ist offen. Das gilt auch für das Kiefer Racing Team, das nach dem Tod von Stefan Kiefer vor einer ungewissen Zukunft steht. Die Hintergründe der Tragödie sind weiterhin rätselhaft, Kiefer hinterlässt seine Lebensgefährtin und einen sechsjährigen Sohn.

Stefan Kiefer

Fotocredit: From Official Website

Die schreckliche Nachricht hatte sich im Fahrerlager rasend schnell verbreitet. Am Samstag fand vor dem Qualifying eine Gedenkfeier statt. "Stefan war ein guter Kerl. Manchmal vielleicht zu nett für dieses Fahrerlager", sagte der frühere Kiefer-Pilot Stefan Bradl bei Speedweek.com:
Stefan wird fehlen. Das tut schon weh.

Gedenken an Stefan Kiefer

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