"Vor dem Start war ich ganz ruhig und dachte schon, dass das ein schlechtes Zeichen sein würde. Dann ist mir der Start aber richtig gut gelungen. Im weiteren Verlauf des Rennens habe ich einfach versucht, mir den Reifen richtig einzuteilen. Dieser Sieg fühlt sich unglaublich an", sagte Rins.

Dem Druck von Márquez, der zum Schluss immer näher kam, konnte er standhalten. Der Honda-Pilot, der nach Le Mans sein zweites MotoGP-Podest feierte, zeigte sich überrascht: "Vom elften Startplatz auf das Podium: Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich freue mich sehr, dass wir am gesamten Wochenende richtig gut gearbeitet haben. Ich war der schnellste Fahrer auf der Strecke. Als ich am Ende noch angreifen wollte, war der Reifen absolut am Limit", analysierte der Rookie.

Grand Prix Frankreich
Bradl nach kurzem Regen-Frust starker Achter: "In den Arsch gebissen"
11/10/2020 AM 14:35

Sein Ziel, den Podesterfolg von Le Mans auch im Trockenen zu wiederholen, hat er aber erreicht. Nicht ganz zufrieden war Mir, auch wenn er sich über die WM-Führung freute: "Ich versuche einfach, Rennen für Rennen so konstant wie möglich zu sein. Mit dem heutigen Rennen bin ich aber nicht sehr zufrieden. Denn gegen Ende war ich nicht in der Lage, so schnell zu sein wie ich dachte. Das ist ein bisschen enttäuschend."

Großer Preis von Aragon: Marc Márquez und Rossi fehlen

Der diesjährige Grand Prix von Aragon war das erste Rennen seit 1999, das ohne einen Weltmeister der Königsklasse stattfand. Die beiden einzigen Titelträger im aktuellen Fahrerfeld, Marc Márquez und Valentino Rossi, fehlten krankheitsbedingt.

Zum nach hinten verschobenen Rennstart um 15 Uhr waren die Temperaturen auf 22 in der Luft und 31 Grad auf dem Asphalt geklettert. So warm war es das ganze Wochenende nicht. Das wirkte sich auch auf die Reifenwahl aus: Deutlich mehr Fahrer als erwartet setzten auf den Medium-Vorderreifen, so auch Polesetter Quartararo.

Maverick Viñales und Mir zählten zu jenen, die mit dem Soft-Vorderreifen ins Rennen gingen. Am Hinterrad dominierte die weiche Mischung. Neben dem Ducati-Werksteam und Pramac war Cal Crutchlow der einzige, der hinten den Medium-Reifen montiert hatte.

Großer Preis von Aragon: Rins mit Raketenstart

Den Start entschied Franco Morbidelli für sich, musste in Kurve 1 aber weit gehen und fiel zurück. Er reihte sich hinter Maverick Viñales und Quartararo an dritter Stelle ein. Rins machte aus dem Stand Boden gut und stürmte von der zehn auf Platz vier vor. Auf den weiteren Plätzen folgten Mir, Jack Miller, Takaaki Nakagami und Andrea Dovizioso.

Nach Runde eins hatte sich Viñales bereits eine Lücke von sechs Zehntelsekunden erarbeitet. Das Petronas-Duo kämpfte um den Anschluss und bekam Druck von Rins, der eine starke Anfangsphase zeigte und Ende der zweiten Runde Franco Morbidelli kassierte.

Weiter hinten kam es zum ersten Sturz des Rennens: Francesco Bagnaia legte seine Ducati in Kurve 5 ab - ein gebrauchtes Wochenende für den Pramac-Piloten.

In den nächsten Runden hing Rins hinter Quartararo fest, der ihn aufzuhalten schien. Denn der Rückstand auf Viñales in Führung wurde sukzessive größer. Dafür kam Morbidelli, der weiter Rang vier hielt, näher. In Runde fand Rins schließlich einen Weg vorbei an Quartararo und machte Jagd auf den Spitzenreiter.

Großer Preis von Aragon: Suzuki dominiert das Rennen

Suzuki-Teamkollege Mir fuhr zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf und hatte in seinen Rhythmus gefunden, um die entstandene Lücke nach vorn zu schließen. Hinter ihm zeigte auch Márquez ein starkes Rennen: Der MotoGP-Rookie kämpfte in einer Dreiergruppe mit Miller und Nakagami um die Plätze sechs bis acht.

Ab Runde acht nahmen die Suzukis das Zepter in die Hand: Mir schnappte sich die beiden Petronas-Piloten und war damit neuer Dritter. Rins hatte zu Viñales aufgeschlossen und legte sich den Yamaha-Piloten langsam, aber sicher zurecht.

Bei noch 15 zu fahrenden Runden setzte der Suzuki-Fahrer die Attacke und verwies Viñales auf Platz zwei, der sich auf einen baldigen Angriff durch Mir gefasst machen musste. Und auch die anderen Yamaha-Fahrer gerieten zunehmend ins Hintertreffen, dennoch sowohl Morbidelli als auch Quartararo fielen hinter Márquez zurück.

Und für Quartararo kam es noch schlimmer: Weil der Franzose mit dem Grip und wohl auch seiner angeschlagenen Hüfte zu kämpfen hatte, wurde er bald von weiteren Konkurrenten aufgeschnupft. Nach Nakagami ließen ihn auch Miller, Dovizioso und Crutchlow stehen. Damit war der Polesetter Rennhalbzeit nur noch auf Platz zehn zu finden.

Großer Preis von Aragon: Alex Márquez mit starker Leistung

Vorne hatten Mir und auch Márquez zu Viñales aufgeschlossen, der Platz zwei mit Händen und Füßen zu verteidigen versuchte. Bei noch zehn Runden auf der Uhr musste er sich jedoch beiden geschlagen geben und wurde damit vom Podest gekickt.

Danach konnte Viñales der Top 3 nicht mehr folgen und musste abreißen lassen. Völlig von der Rolle war Quartararo, der in der Zwischenzeit sogar aus den Punkterängen gefallen war, während sein direkter WM-Konkurrent Mir auf Podestkurs lag. Allerdings musste sich der Suzuki-Pilot mit einem immer stärker auftrumpfenden Márquez auseinandersetzen, der in der Schlussphase des Rennens einen Vorteil aus dem Medium-Vorderreifen ziehen konnte.

Mir und auch Rins waren mit dem weichen Reifen unterwegs und gerieten mehr und mehr unter Druck. Mit Anbruch der fünftletzten Runde kassierte Márquez zunächst Mir, kurz darauf schloss er auch zu Rins an der Spitze auf. Doch mit dem Sieg in Reichweite schlichen sich bei Márquez einige Fehler und Wackler ein, weshalb ihm das Momentum zu entgleiten schien. In Kurve 17 konnte er einen Sturz geradeso noch abfangen.

Großer Preis von Aragon: Rins rettet Sieg ins Ziel

Auf der Schlussrunde kam Márquez dann nicht mehr nah genug heran, um eine Attacke zu starten. Die Ziellinie überquerte der Honda-Pilot 0,263 Sekunden hinter Rins, der den ersten Saisonsieg für Suzuki holte. Mir rettete Platz drei vor Viñales ins Ziel. Nakagami überholte im letzten Umlauf noch Morbidelli und sicherte sich so Rang fünf.

Die weiteren Top-10-Plätze gingen an Dovizioso, Crutchlow, Miller und Johann Zarco. KTM schaffte es diesmal nicht in die Top 10: Brad Binder wurde Elfter vor Teamkollege Pol Espargaró, Iker Lecuona landete auf Rang 14 hinter Aleix Espargaró. Den letzten Punkt holte Danilo Petrucci als Fünfzehnter.

Quartararo wurde im Laufe des Rennens noch bis auf Rang 18 durchgereicht. Er landete damit hinter Stefan Bradl, der als Siebzehnter einlief, und konnte mit Bradley Smith und Tito Rabat nur zwei Fahrer hinter sich lassen. Damit verlor er die WM-Führung an Mir.

Der Suzuki-Pilot kommt bei noch vier zu fahrenden Rennen auf 121 Punkte, Quartararo auf 115. Gesamtdritter ist Viñales, dem zwölf Zähler auf die Spitze fehlen. Dovizioso liegt an vierter Stelle 15 Punkte zurück. Nakagami bleibt bester Honda-Pilot mit 92 Punkten.

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