Aktuell ist Valentino Rossi zum Zusehen verdammt. Weil er sich nach seinem positiven Corona-Test in eine zehntägige Quarantäne begeben musste, fehlt der Yamaha-Pilot wie schon in der Vorwoche auch in Aragon - nach den drei Stürzen in den Rennen zuvor eine umso schmerzhaftere Zwangspause für den "Doctor".

Auf sein zweites Saisonpodest muss der 41-Jährige weiter warten. Das erste liegt bereits Monate zurück: Beim Grand Prix von Andalusien, dem zweiten MotoGP-Rennen im verkürzten Kalender 2020, kam er als Dritter hinter Markenkollege Fabio Quartararo und Teamkollege Maverick Viñales ins Ziel.Seitdem konnte Rossi zwar drei weitere Top-5-Platzierungen erzielen, für einen weiteren Podium oder gar einen Sieg reichte es jedoch nicht.

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Sein letzter großer Triumph geht auf die Saison 2017 zurück, als er das Regenrennen von Assen gewann. Liegt es an der jüngeren Konkurrenz oder hat Rossi seinen Biss verloren? Letzteres jedenfalls deutet sein einstiger Rivale Casey Stoner im Gespräch mit "Motorsport-Total.com" an. "Als ich gegen Valentino antrat, war er für mich ein Gewinner, ein Killer", erinnert sich der Australier. "Er tat alles, um Rennen zu gewinnen."

Stoner fügte an: "Jetzt aber ist ein Platz unter den ersten fünf oder ein Podiumsplatz wie ein Sieg für ihn, und das ist traurig für mich", fährt Stoner fort. "Er hat immer alles Mögliche getan, um die Rennen zu gewinnen, und heute scheint er Schwierigkeiten damit zu haben."

Die Entscheidung des "Doctors", seine MotoGP-Karriere trotzdem fortzusetzen, bewertet Stoner zwar positiv: "Wenn er den Sport immer noch genießt und eine gewisse Geschwindigkeit beibehält, ist das großartig." Er räumt aber auch ein: "Es ist wirklich schwierig, sich in die Gedanken eines anderen hineinzuversetzen."

Stoner: Márquez fährt in eigener Liga

Stoner selbst beendete seine Karriere in der Königsklasse nach der Saison 2012 - im Alter von 27 Jahren und mit zwei Weltmeistertiteln in der Tasche. Auf einem MotoGP-Bike fuhr der Australier zuletzt 2018, als er Testfahrer bei Ducati war. Zu einem direkten Duell zwischen ihm und Marc Márquez, der 2013 in die MotoGP aufstieg, kam es nicht mehr.

Mit Blick auf die aktuelle Saison, in der immer noch vier Fahrer innerhalb von nur 15 Punkten an der Spitze der WM-Tabelle liegen, sieht Stoner Márquez' krankheitsbedingte Abwesenheit als Grund für das "Chaos". "Im Moment glaube ich nicht, dass irgendjemand Marc schlagen kann. Ich sage schon seit langem, dass die einzige Person, die Márquez schlagen kann, Marc selbst ist", hält Stoner fest.

"In diesem Jahr wurde er leider im ersten Rennen verletzt. Seit diesem Moment herrscht in der Meisterschaft ohne ihren Anführer ein Chaos." Er findet: "Die Punkte, die der Führende hat, sind unglaublich schlecht." Suzuki-Pilot Joan Mir, der in Aragon erstmals die WM-Spitze übernahm, kommt nach zehn Rennen auf 121 Zähler (maximal möglich gewesen wären 250), Fabio Quartararo auf 115.

Der Petronas-Yamaha-Pilot hatte die Gesamttabelle lange angeführt, auch Andrea Dovizioso (Ducati) lag zwischenzeitlich vorn. Er ist derzeit Vierter hinter Maverick Viñales (Yamaha). "Die Punkte sind deshalb so wenig, weil kein Fahrer in der Startaufstellung Konstanz gezeigt hat, sodass es ohne Marc wirklich chaotisch ist", sagt Stoner.

"Es wird interessant sein zu sehen, ob sich alles ein bisschen normalisiert, wenn er zurückkehrt." Das wird jedoch nicht vor dem Grand Prix von Europa in Valencia Anfang November passieren. Denn auch in Aragon 2 wird Marc Márquez fehlen.

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