Olympia 2026 ohne Nordische Kombiniererinnen: Nathalie Armbruster kritisiert erneut IOC und fordert "Gerechtigkeit"
VonLukas Fegers
Update 06/02/2026 um 17:00 GMT+1 Uhr
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo ist die Nordische Kombination die einzige Sportart, die weiterhin ohne Frauen-Wettkämpfe ausgetragen wird. Diese Entscheidung des IOC hat Nathalie Armbruster kurz vor der offiziellen Eröffnung am Freitagabend erneut scharf kritisiert. In einem emotionalen Instagram-Posting fand die zurzeit beste deutsche Kombiniererin klare Worte.
Armbruster exklusiv: "Frauen sind noch immer nicht gleichberechtigt"
Quelle: Eurosport
Der Traum der Olympischen Winterspiele schlummert in Nathalie Armbruster schon lange. Kaum etwas könnte das besser zeigen als der kurze Videoclip, den die 20-Jährige am Donnerstag auf ihrem Instagram-Account mit ihren Followern teilte.
"Was ist dein großes Ziel, was möchtest du mal machen?", wurde Armbruster dort als junge Athletin am Eurosport-Mikrofon gefragt. Ihre Antwort im gelb-roten Dress des Deutschen Skiverbandes (DSV) und mit strahlendem Lächeln: "Ich möchte zu Olympia mit der Nordischen Kombination!"
Sportlich stünde dem längst nichts mehr entgegen, schließlich hat sich Armbruster zu einer dominierenden Athletin in ihrer Disziplin entwickelt und ihren Aufstieg mit dem Gesamtweltcupsieg 2024/25 veredelt.
Dass sie dennoch bei den Winterspielen 2026 zum Zuschauen gezwungen ist, hat sie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu "verdanken".
Denn auch für Mailand und Cortina d'Ampezzo entschieden sich die Organisatoren gegen die Aufnahme der Kombiniererinnen. Ein Tiefschlag für Armbruster und ihre Mitstreiterinnen.
Armbruster: "Wenn schon keine Gleichheit, dann …"
Ihren Frust über die IOC-Entscheidung hatte Armbruster bereits unzählige Male geäußert, auch im exklusiven Eurosport-Interview. Nun verlieh sie auf Instagram ihrem Ärger noch einmal Ausdruck.
"Niemandem sollte die Möglichkeit verwehrt werden, seine Träume zu leben, nur weil man eine Frau ist", schrieb Armbruster in ihrem emotionalen Beitrag.
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Nathalie Armbruster kritisiert das IOC erneut scharf
Fotocredit: Getty Images
Jeder, der die Nordische Kombination in den vergangenen Jahren verfolgt habe, habe gesehen, "wie wir Tag für Tag darum gekämpft haben, immer besser zu werden, wie groß unsere Fortschritte sind und wie schnell sich unser Niveau im Vergleich zu anderen jungen Disziplinen verbessert".
Ihr eindrückliches Fazit: "Wir wollen unseren Platz bei den Olympischen Spielen nicht nur, weil wir Frauen sind und Gleichberechtigung wollen. Wir haben uns unseren Platz dort verdammt nochmal verdient, indem wir hochprofessionelle Weltklasse-Athletinnen sind und alle Anforderungen erfüllen, die das IOC einst festgelegt hat."
Gerade deshalb fordert Armbruster "nichts anderes als Gerechtigkeit. So einfach ist das. Wenn im 21. Jahrhundert schon keine Gleichheit herrscht, sollte zumindest Gerechtigkeit herrschen."
Armbruster appelliert an Zuschauer
Trotz ihrer Enttäuschung, in den kommenden beiden Wochen nicht selbst um olympische Medaillen kämpfen zu können, schloss Armbruster ihren Post mit einem besonderen Appell an die Zuschauer.
"Liebe Fans, bitte schaut euch die Männerwettbewerbe bei den Olympischen Spielen an - das IOC wird die TV-Quoten überprüfen", schrieb Armbruster und setzte dazu einen Tränen-Emoji.
Der Hintergrund: Erst nach den Winterspielen 2026 wird das IOC darüber entscheiden, ob die Nordische Kombination weiter olympisch bleibt - und somit auch darüber, ob sich der Olympia-Traum von Armbruster und ihren Mitstreiterinnen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt doch noch erfüllt.
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Quelle: Eurosport
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