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Olympia 2022: Vinzenz Geiger krönt sich zum Olympiasieger - Gold für Deutschland in der Nordischen Kombination
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Publiziert 09/02/2022 um 12:32 GMT+1 Uhr
Kombinierer Vinzenz Geiger hat Olympia-Gold im Einzel von der Normalschanze gewonnen. Der Oberstdorfer, der die vergangenen Tage in der Corona-Isolation verbracht hatte, setzte sich nach einem Sprung und einem Langlauf über 10 Kilometer vor dem Norweger Jörgen Graabak und Lukas Greiderer aus Österreich durch. Für das deutsche Team war es das vierte Gold in Peking.
Wo kommt der denn her? Geigers unwiderstehlicher Lauf zu Olympia-Gold
Quelle: Eurosport
Vinzenz Geiger wischte nach seiner Heldentat ungeduldig auf dem Handy herum, nach "239 WhatsApp-Nachrichten" sehnte der unwahrscheinlichste Olympiasieger von Peking Mitternacht und damit das offizielle Ende seiner Corona-Isolation so sehr herbei.
"Um 0:00:00 Uhr darf ich endlich zu jemandem aufs Zimmer gehen. Ein Bierchen wird auf jeden Fall drin sein", sagte der neue Kombinierer-König und freute sich auf echte Umarmungen. Die hatte er sich mit seinem sagenhaften Spurt praktisch direkt aus der Quarantäne zu Gold mehr als verdient: "Besser geht es nicht - man darf eben niemals aufgeben."
Mit dem Rennen seines Lebens zum Triumph von Zhangjiakou vollendete der 24-Jährige ein einzigartiges Wintermärchen: Weil er auf dem Hinflug neben dem infizierten Rekord-Weltmeister Eric Frenzel gesessen hatte, musste sich Geiger bis zum Wettkampf vom Rest des Teams isolieren, skurrilste Schikanen über sich ergehen lassen - und war dennoch nicht zu schlagen.
"Anscheinend haben mich diese Einschränkungen noch heißer gemacht. Ich habe beschissene Tage hinter mir, aber ich muss immer an meine beiden Kollegen denken, die in der Isolation hängen - da kann ich mich glücklich schätzen", sagte Geiger in Richtung von Frenzel und dem ebenfalls infizierten Terence Weber. Frenzel, der in seinem Hotelzimmer am TV mitfieberte, textete zurück: "Wie geil! Was für ein Hammerrennen!", Weber schrieb: "Du Maschine. Glückwunsch, Champ!"
Geiger fliegt wie entfesselt an Rydzek vorbei
Nachdem sein Musterschüler nach Platz elf im Springen und einem Rückstand von 1:26 Minuten noch in den Olymp geflogen war und im Zielsprint den Norweger Jörgen Graabak düpiert hatte, pfiff Bundestrainer Hermann Weinbuch auf alle Abstandsregeln und fiel Geiger um den Hals. "So ein Rennen habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht erlebt. Ich bin fassungslos", sagte der "ewige" Coach.
Dass von den besten sieben Kombinierern im Weltcup gleich vier - neben Frenzel und Weber auch Norwegens Topstar Jarl Magnus Riiber und der Este Kristjan Ilves - wegen Corona-Infektionen fehlten, wertet für Weinbuch das Gold Geigers nicht ab. "Auf keinen Fall", stellte der 61-Jährige klar, "ist das ein Sieg mit einem Sternchen dran." Das sah auch Geiger so. "Jarl wäre extrem schwer zu schlagen gewesen. Aber in ein paar Jahren interessiert keinen mehr, wer am Start war und wer nicht."
Geiger schüttelt alle Widrigkeiten ab
Bronze ging an Lukas Greiderer aus Österreich, Geigers Oberstdorfer Klubkollegen Johannes Rydzek und Julian Schmid kamen auf die Plätze fünf und acht. Rydzek wurde dabei zur tragischen Figur und als Ausreißer dank Geigers Verfolgsjagd 500 Meter vor dem Ziel kassiert. "Ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe alles reingelegt", sagte Rydzek: "Ich kann trotzdem stolz sein."
Wo Geiger seine Stärke hergeholt hatte, blieb sein Geheimnis. Tagelang musste er sich alleine durch das chinesische Chaos quälen, wurde von Shuttlefahrern an falschen Orten und zu spät abgeliefert, durfte auch im Wettkampf nicht mit dem Lift auf den Sprungturm fahren. "Es war einfach ein Riesenscheiß", sagte Geiger. Doch der glänzte letztlich golden.
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(SID)
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"Wie cool ist das denn?" Yamamoto mit Schanzenrekord von der Normalschanze
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