Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr setzt auf Köln als Aushängeschild - NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst erklärt Kurswechsel

Im Rennen um die Kandidatur für Olympische Spiele in Deutschland wechselt die Bewerberregion Rhein-Ruhr nochmals die Taktik. Die Millionen-Metropole Köln rückt nach Angaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wenige Monate vor dem geplanten Bürger-Referendum als prominentes Aushängeschild ("Leading City") ins Zentrum der Pläne für Sommerspiele im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Köln ist die neue Leading City der Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr

Fotocredit: Getty Images

Kölns berühmte Domtürme sollen Rhein-Ruhr im Rennen um die deutsche Olympia-Kandidatur an die Spitze bringen.
Ausgerechnet in Düsseldorf kürte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst die rheinische Millionen-Metropole zum einzigen Aushängeschild ("Leading City") für die Bewerbung aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland um Sommerspiele zwischen 2036 und 2044 in Deutschland.
"Jedes Bewerbungsteam braucht einen Kapitän, den man international nicht erklären muss", begründete Wüst wenige Monate vor dem Referendum in den 17 beteiligten Kommunen den als "Update" bezeichneten Taktiktausch im geschärften Bewerbungskonzept: "Köln steht für Weltoffenheit, Herzlichkeit und Sportbegeisterung."
Das stille Eingeständnis einer vorherigen Leerstelle auf der "Leuchtturm"-Position erfolgte laut Wüst nach "sportfachlicher Bewertung und Beratung". Nun soll durch das temporär geplante Leichtathletikstadion, das Olympische Dorf "für 95 Prozent aller Sportlerinnen und Sportler" (Wüst) "dat Hätz" der Spiele unter dem Dom schlagen.

Olympia-Planung stellt Gleichgewicht infrage

In Düsseldorfs Leichtathletikhalle bildeten Schulkinder als mögliche Olympia-Teilnehmer in spe sowie vor allem die 17 Stadtoberhäupter hinter Landesvater Wüst die demonstrativ harmonische Kulisse für den bemerkenswerten Kurswechsel.
Ursprünglich waren alle beteiligten Kommunen im Bewerbungskonzept des "Powerhouse of true sports" weitgehend gleichgewichtete Partner.

Köln erhält Vorrang bei Bewerbung

Neben Köln hatte bis Dienstag auch die Ruhr-Metropole Essen als potenzieller Standort für essenzielle Olympia-Einrichtungen gegolten. "Jetzt", sagte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen nun vor der für Ende September geplanten Kandidatenkür, "jetzt sind wir alle Team Köln/Rhein-Ruhr."
Sein Kölner Kollege Torsten Burmester, bis zum vergangenen Winter Vorstandsboss des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), versprach indirekt Imagegewinne für die gesamte Kampagne: "Köln kann Sport."

Wüst zeigt sich selbstbewusst

Wüst stellte mit Blick auf die Rivalen München, Hamburg und Berlin enormes Selbstbewusstsein zur Schau.
"Wir haben das stärkste Angebot für Spiele in Deutschland. Wir haben für jede Sportart die beste Sportstätte. Wir machen der Welt mit der größten Bühne für den größten Moment der Aktiven ein Angebot für die kompaktesten, nachhaltigsten und spektakulärsten Spiele", sagte der Regierungschef.

Rekordkulissen und 14 Millionen Tickets

Zu den herausragenden Planungselementen von Köln/Rhein-Ruhr gehören die Austragung der Schwimmwettbewerbe in der Gelsenkirchener Arena oder die Fußball-Endspiele im weltbekannten Stadion von Borussia Dortmund.
Für die angekündigten "Rekordkulissen" stellte Wüst den Verkauf von insgesamt 14 Millionen Tickets "zu erschwinglichen Preisen" in Aussicht.

NRW optimistisch vor Bürgerbefragung

Vor der Befragung von rund vier Millionen Bürgern in den hoffnungsvollen NRW-Kandidatenkommunen am 19. April ist Wüst nicht bange. "Wir haben keinen Anlass zu zweifeln, dass die Menschen bei uns in NRW Olympia wollen."
Finanziell sei NRW bei der Werbung um Zustimmung laut Wüst zwar "sparsam unterwegs", doch offenbar soll die Kampagne bald stärkere Unterstützung erhalten: "Wir tun alles, was es braucht, um aber auch professionell unterwegs zu sein."
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(SID)
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Quelle: Eurosport


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