Der ehemalige hessische Ministerpräsident Volker Bouffier wurde als "Vorstand mit besonderen Aufgaben" im DOSB berufen

Der frühere hessische Ministerpräsident Volker Bouffier rückt in den Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes auf. Wie der DOSB am Donnerstag mitteilte, wird der 72-Jährige "Vorstand mit besonderen Aufgaben", Bouffier tritt den Posten am 1. Januar 2025 an, bis zum 30. Juni soll er den Vorstand "kommissarisch ergänzen". Seine Aufgaben sollen vor allem im kommunikativen Bereich liegen.

Volker Bouffier übernimmt eine neue Aufgabe beim DOSB

Fotocredit: Getty Images

Der Rückenwind des Olympia-Sommers ist dahin beim DOSB, daran ändert auch die überraschende Berufung von Volker Bouffier in den Vorstand nichts.
Der frühere hessische Ministerpräsident aber, das machte der Deutsche Olympische Sportbund mit der Verkündung der Personalie kurz vor der Mitgliederversammlung am Samstag deutlich, soll den Verband in stürmischen Zeiten besser dastehen lassen - nicht zuletzt bei der Politik, die durch Millionenspritzen wieder für mehr sportliche Erfolge sorgen sowie den Olympia-Ambitionen Nachdruck verleihen soll.
Die Lücke nach der Demission des DOSB-Vorstandsvorsitzenden Torsten Burmester, der über seine Oberbürgermeister-Ambitionen in Köln gestolpert war, wird Bouffier allerdings nicht eins zu eins füllen.
Der 72-Jährige wird zum 1. Januar "Vorstand mit besonderen Aufgaben", und das auch nur für ein halbes Jahr. Bouffier solle, erklärte der DOSB, "insbesondere die Verbandskommunikation gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit verantworten und auch Mitglied der Steuerungsgruppe Olympiabewerbung sein".

Bouffier: "Es sit mir eine Ehre"

Als Aushilfskraft wird Bouffier ("es ist mir eine Ehre") einiges zu tun haben. Der CDU-Mann soll den Draht nach Berlin pflegen, wo über die Höhe der öffentlichen Gelder für den Sport entschieden wird.
Was das Leuchtturmprojekt Olympia-Bewerbung des zunehmend in der Kritik stehenden DOSB-Präsidiums um Thomas Weikert (63) angeht, so soll am Samstag in Saarbrücken der nächste Schritt einer schleppenden Kampagne getan werden: Bei Zustimmung durch die Delegierten wird der DOSB die Aufnahme in den kontinuierlichen Dialog (continuous dialogue) beim Internationalen Olympischen Komitee beantragen.
Ende 2025 soll die DOSB-Mitgliederversammlung dann "über mindestens ein finales Bewerbungskonzept entscheiden", mit dem man gegen zahlreiche entschlossene internationale Interessenten - vor allem vom asiatischen Kontinent - in den Kampf um die Sommerspiele 2036 oder 2040 geht. Interessenten für die Ausrichtung sind weiterhin Berlin, Hamburg, Leipzig und München sowie die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Keine Chance für neues Sportfördergesetz?

Um auf olympischer Bühne, unabhängig vom Austragungsort, bald wieder im Nationenvergleich besser dazustehen, drängt der DOSB weiter auf die Einführung eines Sportfördergesetzes.
Der wegen des Bruchs der Ampel-Koalition bereits als gescheitert angesehene Entwurf wird überraschend am Freitag ins Parlament eingebracht. Dass das Gesetz vor der Neuwahl am 23. Februar durch alle Instanzen geht - vor allem in der aktuellen Form - erscheint allerdings unrealistisch.
Der DOSB teilte auf SID-Anfrage zwar mit, die erste Lesung am Freitag "grundsätzlich" zu begrüßen, inhaltlich sehe man aber weiter "Nachbesserungsbedarf". Aus Reihen der CDU/CSU, ohne deren Stimmen nichts geht, wird zudem weiterhin Kritik am Entwurf geäußert. Und: Erst am Dienstag betonte CDU-Kanzlerkandidat und -Fraktionschef Friedrich Merz, die Union werde angesichts der unklaren Haushaltslage vor der Neuwahl keinem Gesetzesvorhaben zustimmen, das "haushaltswirksam" sei.
Die Ampel-Bundesregierung hatte im vergangenen Sommer einen Mittelaufwuchs für den Sporthaushalt 2025 um 49 Millionen Euro auf 331 Millionen Euro angekündigt, diesen allerdings an eine gute Haushaltslage gekoppelt.
Der Verband selbst hat ebenfalls Finanzsorgen: Bereits 2023 wurde ein hohes sechsstelliges Minus eingefahren, auch die Prognosen für die kommenden Jahre sind nicht allzu positiv. Auch dass die DOSB-Spitze erst vor vier Wochen nach einer Rüge durch die Ethikkommission öffentlich Verfehlungen bei der Vergabe der World Games 2029 einräumen musste, trübt die Stimmung erheblich.
(SID)
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Milano Cortina 2026 - Look of the games

Quelle: Eurosport


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