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Olympia-Paradiesvogel Taufatofua sorgt im Kanu für Aufsehen

Olympia-Paradiesvogel Taufatofua sorgt im Kanu für Aufsehen

22/08/2019 um 16:02Aktualisiert 22/08/2019 um 21:16

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Pita Taufatofua forciert den dritten Olympia-Start in der dritten Sportart: Tongas "Coconut Fighter" paddelte bei der Kanu-WM um das Ticket für Tokio 2020. Bislang ohne Erfolg: Er kam fast 25 Sekunden nach dem Sieger ins Ziel. Die dritte Olympia-Teilnahme bleibt das Ziel, das nun immer schwieriger über die sportliche Qualifikation zu erreichen scheint. Wie schafft er es noch nach Tokio?

Pita Taufatofua fiel beim Start fast ins Wasser, nach wenigen Metern war die Konkurrenz enteilt, doch im Ziel war der "Coconut Fighter" trotzdem glücklich. "Ich saß noch immer im Kanu, und das war eines meiner Ziele. Das kann ich jetzt abhaken", sagte der 35-Jährige nach dem Vorlauf über 200 Meter bei der WM in Szeged.

Natürlich war er Letzter geworden, aber das war dem Exoten aus Tonga egal. Schließlich hat er längst Tokio 2020 im Visier.

Es wäre seine dritte Olympia-Teilnahme in der dritten Sportart - nach Taekwondo 2016 und Skilanglauf 2018. In Rio, vor allem aber im eiskalten Pyeongchang war er als Fahnenträger mit nackter, eingeölter Brust weltberühmt geworden. Nun also Kanu. "Drei Teilnahmen in drei Sportarten - das hat noch niemand geschafft, glaube ich", hatte Taufatofua schon vor der Reise nach Ungarn gesagt.

Pita Taufatofua probierte sich 2018 im Skilanglauf.

Pita Taufatofua probierte sich 2018 im Skilanglauf.Getty Images

Im Ziel 25 Sekunden nach dem Sieger

Die Wahl seiner neuen Sportart lag nahe, zumindest in der Gedankenwelt des Kraftpakets aus Tonga, einem Pazifikstaat nahe der Fidschi-Inseln: "Es sollte irgendwas mit Wasser zu tun haben. Schließlich gibt es davon in Tonga genug." Davon war allerdings vor der WM wenig zu sehen. Taufatofua verlor im Training regelmäßig das Gleichgewicht und musste zum Begleitboot schwimmen. "Aus irgendeinem Grund war das immer direkt hinter mir", sagte er grinsend.

Und dann kam der erste WM-Start, natürlich über die kürzest mögliche Distanz. Taufatofua hatte zunächst Mühe, sein Boot in die Startvorrichtung zu manövrieren, musste abbrechen und eine Extrarunde drehen. Die Konkurrenz wartete geduldig, und als sich Taufatofua wieder der Startlinie näherte und noch um Gleichgewicht bemüht war, gab die Jury einfach Grünes Licht. Das Ziel erreichte er dennoch, nach 58,19 Sekunden, fast 25 Sekunden nach dem Sieger. "Persönliche Bestzeit. Das war immerhin besser als bei meinem ersten Taekwondo-Versuch", sagte er zufrieden.

Taufatofua will Menschen inspirieren

Viele halten Taufatofua für verrückt, seine Starts für reine Show. Doch Taufatofua widerspricht. Er werde "nicht aufhören zu versuchen, Menschen zu inspirieren, die Probleme haben, Schmerzen oder Depressionen. Sie sollen sehen: Kämpfe, kämpfe, kämpfe, dann kommst du irgendwann ans Ziel", hatte er schon in Pyeongchang erzählt.

Das nächste Ziel heißt Tokio. Um sich bei der WM für Olympia zu qualifizieren, hätte er das A-Finale erreichen und dort Platz fünf belegen müssen. Die Chance war gleich null. Nun muss er auf die Kontinentalwettbewerbe im Februar hoffen - oder auf eine Einladung des IOC. Letzteres scheint irgendwie wahrscheinlicher.

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