Olympia 2026 - Die Momente der Eurosport-Redaktion: Teure Hotdogs, ein gefallener Gott, Digga, Bro und ganz viel Po

Olympia ist viel mehr als gewonnene Medaillen oder zerplatzte Träume. Es sind die Geschichten, die die Spiele so einzigartig machen. Wenn Superstars Exoten abfeiern oder ein selbst erklärter Gott erst tief fällt und dann wahre Größe zeigt. Das Redaktionsteam von Eurosport.de liefert einen ganz persönlichen Rückblick und erinnert sich aus unterschiedlicher Perspektive an die Momente der Spiele.

Von Aicher bis Viererbob: Alle deutschen Medaillen

Quelle: Eurosport

16 Tage Schweiß, Triumphe und manchmal auch Tränen sind vorüber. Olympia 2026 in Mailand und Cortina hat die Sportwelt in ihren Bann gezogen - auch die Eurosport-Redaktion.
Hier Über-Athlet Johannes Kläbo mit sechsmal Gold bei sechs Starts, dort die Dramen um Lindsey Vonn, Ilia Malinin, Franziska Preuß oder Lena Dürr.
Oder die Geschichten am Rande: Das Beschiss-Geständnis von Biathlet Sturla Holm Lägreid oder der Köter im Zielsprint bei den Langläuferinnen - Olympia ist einfach geil.
Das Team von Eurosport.de blickt auf die olympischen Momente 2026 zurück - mal ganz nah dabei, mal vor dem Bildschirm, aber immer persönlich.

One Night in Milano

Von Florian Bogner
Die Halle ist nicht ganz fertig, aber das ist egal. Meine Frau, eine Deutsch-Finnin, und ich sind live dabei - beim Auftakt des Eishockey-Turniers der Männer. Mailand für eine Nacht, für unser beider erstes olympisches (Fan-)Erlebnis nehmen wir das schnelle Hin und Her gerne in Kauf.
Wir sehen die finnischen NHL-Stars auf dem Eis, jubeln ihnen zu - aber nur einmal: 1:4 gegen die Slowakei, Fehlstart für die Leijonat. Mit guter Miene zum bösen Spiel sehen wir später auch noch, wie Italien die Schweden ein bisschen ärgert. Und sich das Mailänder Publikum mit diesem grotesken Spiel anfreundet.
Große Oper ist es nicht, aber eben: die Spiele. Der witzigste Moment: als im inneren Umlauf der Arena plötzlich Finnen-Kapitän Mikael Granlund neben uns steht, er sucht seine Familie. Wir trinken Sponsorenbier, essen überteuerte Hot Dogs und kaufen uns einen Olympia-Pin. Dabei gewesen sein ist schließlich alles. Oder?!
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Die Eishockey-Arena Santagiulia in Mailand

Fotocredit: Eurosport

Seitensprung-Geständnis live im TV

von Celine Jäntsch
Olympische Spiele bringen auch neben sportlich herausragenden Momenten immer wieder kuriose Geschichten hervor - da machen auch die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo keine Ausnahme. Dass aber ein aktiver Sportler während einer Live-Übertragung einen Seitensprung gesteht, dürfte auch bei Olympia eine Premiere gewesen sein. So geschehen nach dem Biathlon-Einzel, als der Norweger Sturla Holm Lägreid im norwegischen TV unter Tränen erklärte, seiner Freundin untreu gewesen zu sein.
Zuvor hatte der 29-Jährige die Bronzemedaille gewonnen. Den Plan, seine Geschichte öffentlich zu machen hatte er vorher bereits mit seinen Teamkollegen geteilt. Dennoch sorgte das Interview nicht nur in Norwegen für Irritation, auf Social Media schlug der Fall Lägreid hohe Wellen, der Athlet erhielt Häme und Spott. Ob seine Partnerin ihm inzwischen verziehen hat, ist ungewiss. Dass Lägreid für einen der Momente dieser Spiele gesorgt hat, ist allerdings unbestritten.
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"Will alles versuchen, sie zurückzugewinnen": Lägreid erklärt sich

Quelle: Eurosport

Wenn Superstars Exoten abfeiern

von Andreas Schulz
Und plötzlich war er da, wurde sichtbar - der so oft beschworene und dabei so selten präsente Geist der Olympischen Spiele. Jenseits von verbissener Medaillenjagd, Auslotung aller Grenzbereiche und raumgreifendem Kommerz.
Über eine halbe Stunde waren die Medaillengewinnerinnen im Langlauf über 10 km schon im Ziel, die Wettkampfkleidung schon gegen den Ausgehanzug für die Siegerehrung gewechselt, als Frida Karlsson, Ebba Andersson und Jessie Diggins nochmal an die Ziellinie zurückkehrten. Dort warteten die drei Seriensiegerinnen anfeuernd auf jubelnd auf Regina Martinez Lorenzo - die letzte der über 100 Starterinnen des Rennens.
Ehrliche Anerkennung der hochdekorierten Vollprofis für die Leistung der Mexikanerin, stellvertretend für alle Olympioniken dieser Spiele, die sich fast immer weit abseits des Rampenlichts quälen, dabei Olympia aber vielleicht sogar mehr verkörpern als die Weltstars. Denn manchmal ist eben tatsächlich Dabeisein alles.
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Toller Olympia-Moment: Medaillentrio wartet auf letzte Läuferin

Quelle: Eurosport

Vonns bitteres 12-Sekunden-Märchen

von Leopold Grünwald
Es hätten ihre Spiele werden sollen: Lindsey Vonn greift mit 41 Jahren und einem frisch gerissenen Kreuzband noch einmal bei Olympia an und geht nach einer großartigen Saison als Top-Favoritin auf Gold in Abfahrt und Super-G an den Start. Das erhoffte Märchen dauert ganze zwölf Sekunden. Dann bleibt die US-Amerikanerin bei einer Bodenwelle mit dem Arm in einem Tor hängen und kracht auf die Piste. Die Schmerzensschreie der Ski-Göttin werden über die Mikrofone der TV-Kameras eingefangen.
Es ist klar, dass nicht nur Vonns olympischer Traum vorbei ist, noch bevor er wirklich begonnen hat, sondern wahrscheinlich auch, dass die Karriere der besten Speed-Fahrerin der Geschichte auf tragischste Weise ein endgültiges Ende gefunden hat. Mehrere Operationen später wird sie sagen, dass der Sturz und die Schmerzen es wert waren. Grenzen hat sie allemal verschoben - und sie Spiele irgendwie auch trotz Sturz und ohne Medaille zu ihren gemacht.
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Drama nach 13 Sekunden: Vonn stürzt schwer in Abfahrt

Quelle: Eurosport

Auch Götter können fallen

von Jan Zesewitz
Ich bin bestenfalls alle vier Jahre Eiskunstlauf-Experte. Aber wenn dann einer in Mailand antritt, der mit Rückwärtssalti das Publikum von den Sitzen reißt, der "Quad Gott" genannt wird wegen seiner Vielzahl an Vierfach-Sprüngen, dann schalte ich ein. Ilia Malinin hatte die Goldmedaille vor seiner Kür praktisch sicher, so weit war er der Konkurrenz enteilt. Dann begann seine vermeintliche Krönung. Aber Malinin wankte, zeigte Unsicherheiten und fiel. Zweimal. Und sein großer Goldtraum fiel mit ihm.
Der US-Amerikaner kämpfte mit den Tränen und machte seiner Enttäuschung im Anschluss Luft. Aber er zeigte auch Größe in der Niederlage. Er feuerte seine Landsleute wie Alysa Liu aus dem Publikum an, gab sich auf Social Media gutgelaunt und war Teil der Gala zum Abschluss der Eiskunstlauf-Wettbewerbe. Es ist eine Lehre von Olympia: Auch Götter können fallen.
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Riesenschock in der Kür! Superstar Malinin stürzt völlig ab

Quelle: Eurosport

Doppelter Po und ein Hund im Zielsprint

von Sonja Schubert
Normalerweise klärt ein Fotofinish Fragen. In Mailand/Cortina war es eher der Startschuss für eine neue: Was passiert hier eigentlich gerade? Erst jagt im Teamsprint ein Hund neben den Langläuferinnen ins Ziel, dann rettet sich der Italiener Pietro Sighel nach 500 Metern mit dem Po voran ins Shorttrack-Finale.
Noch nicht absurd genug? Im Achtelfinale der Dual Moguls rutscht Ikuma Horishima nach der Buckelpiste verkehrt herum ins Ziel und gewinnt. Ebenfalls mit dem Po.
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Tierisches Olympia-Highlight: Hund rennt ins Langlauf-Ziel

Quelle: Eurosport

Digga und Bro sind mit Skicrosser Hronek

von Thomas Gaber
Olympia ist nur alle vier Jahre. Tolle Weisheit meinerseits, aber viele Sportler stehen eben nur ein-, zwei-, maximal dreimal in ihrem Leben wirklich im Rampenlicht. Dazu gehören auch die Skicrosser, obwohl diese geile Sportart mehr Aufmerksamkeit und mehr TV-Präsenz verdient hätte. Mehr Frau-gegen-Frau oder Mann-gegen-Mann geht im Wintersport nicht.
Einer dieser waghalsigen Helden war an Tag X voll da: Tim Hronek. Der Deutsche schaffte es ins Halbfinale und war trotz einer etwas verpatzten ersten Rennphase drauf und dran, sich den Endlauf und damit die große Medaillenchance zu verdienen. Doch ein Konkurrent (dessen Name spielt hier keine Rolle) hatte etwas dagegen, rammte seinen linken Arm in Hroneks Oberkörper und nahm ihm so den Medaillentraum. "Krasses Foul, Digga", schrie mein 12-jähriger Sohn, ehe sein 9-jähriger Bruder nachlegte: "Ey, Bro".
Habe ich in der sprachlichen Erziehung meiner Kinder etwas versäumt? Mag sein. Aber bei dieser unsäglich unsportlichen Aktion kann man schon mal aus der Haut fahren. Hat Hronek auch getan mit seiner "Motherf*****"-Aussage. Aber sie ist in der Emotion menschlich und so gut nachzuvollziehen. Es war auf die Fairness bezogen de facto die übelste Nummer dieser Spiele. Nicht grämen, Timi, 2030 holst du dir die Medaille!
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Weggeblockt! Skicrosser Hronek wird Chance auf Medaille unfair genommen

Quelle: Eurosport




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