Olympia 2024: Gemischte Bilanz für Team Deutschland in Paris - Mehr Gold, aber weniger Medaillen als in Tokio

Mehr Gold als in Tokio 2021, aber wohl weniger Medaillen insgesamt: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat eine gemischte sportliche Bilanz der Leistungen des Team D bei den Olympischen Spielen in Paris gezogen. "Wir haben in fast allen Sportarten erstklassige Leistungen gesehen, teilweise Weltklasseleistungen", sagte DOSB-Leistungssportvorstand Olaf Tabor am Samstag in Paris.

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Quelle: Eurosport

Schön war es ja schon. Das fand auch die Politik, ob Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinen zwei Paris-Besuchen oder Innenministerin Nancy Faeser.
Diese leichten und spektakulären Spiele im Nachbarland haben Appetit gemacht. Olympia in Deutschland, am liebsten 2040, wollen der DOSB und der Bund nun entschlossen gemeinsam angehen. Und gerne dann auch mit derart atemberaubenden Erfolgen, wie sie die Franzosen in diesen rauschhaften zwei Wochen gefeiert haben.
Das Hier und Jetzt ist weniger beeindruckend, die rein sportliche Bilanz des Deutschen Olympischen Sportbundes in Paris durchwachsen: Etwas häufiger Gold als vor drei Jahren in Tokio zwar, aber in Summe noch weniger Medaillen - vor dem letzten Wettkampftag waren es nur 31, der Negativtrend seit der Wiedervereinigung hält unvermindert an.
"Wir sind mit einem anderen Ziel in diese Spiele gestartet", musste DOSB-Leistungssportvorstand Olaf Tabor bei seiner Bilanz-PK einräumen. Viele vierte und fünfte Plätze seien zwar ein Beleg starker Leistungen, dennoch: "Das schmerzt, da haben wir die eine oder andere Medaille liegen gelassen." Es sei "noch nicht" gelungen, den "Abwärtstrend in der Medaillenausbeute" aufzuhalten.

"Wir schreiben Excel-Tabellen, die anderen trainieren"

Mittelfristig soll es wieder deutlich nach oben gehen bei der Zahl der Medaillen und auch im internationalen Vergleich, das ist der Anspruch. Platz fünf im Nationenranking lautet die Zielsetzung für Sommerspiele. Dazu brauche es aber einerseits Geduld und andererseits mehr Tempo bei der lange schon angestrebten Spitzensportreform.
"Wir schreiben Excel-Tabellen, die anderen trainieren. Und das kann nicht sein", ereiferte sich Jörg Bügner, Sportvorstand des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, am Freitag.
Kanu-Olympiasieger Max Rendschmidt, am Sonntag gemeinsam mit Triathletin Laura Lindemann Fahnenträger bei der Schlussfeier, schoss am Rande eines Besuchs von Kanzler Scholz an der Regattastrecke Richtung Politik: "Die Liebe zum Sport wird immer dann entdeckt, wenn es Medaillen gibt."
Die Probleme sind hinreichend bekannt: Sportförderung in Deutschland ist einerseits ein Bürokratiemonster, andererseits dürfte natürlich generell gern mehr Geld im System sein - und das sollte dann sinnvoller verteilt werden.
Andere machen es vor. Nationen mit deutlich weniger Einwohnern als Deutschland - wie die Niederlande, Neuseeland oder Australien - beeindruckten in Paris nicht zum ersten Mal. Besonders der kleine Nachbar Niederlande habe "beim Finden von Talenten und beim Fördern bis in die Weltspitze sehr viel richtig gemacht", sagte Tabor: "Dort werden Medaillenpotenziale identifiziert und konsequent verfolgt. Das muss uns zu denken geben."

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Quelle: Eurosport

Das Momentum für einen Wandel scheint aber da zu sein durch die Beschwingtheit von Paris 2024. Der Bund erhöht die Förderung um 49 Millionen Euro auf 331 Millionen, auch das Projekt Sportagentur soll endlich vorangetrieben werden. Die Regierung unterstützt die Pläne einer deutschen Olympiabewerbung bis 2027 zudem mit knapp sieben Millionen Euro.
"Eine Olympia-Veranstaltung im Land scheint Rückenwind zu geben. Das würde uns auch helfen, die notwendigen Schritte schneller zu bestreiten als ohne Bewerbung", sagte Tabor. Der deutsche Sport kann jeden Schwung gebrauchen. Ansonsten droht in Los Angeles in vier Jahren ein neues Tief.

Vorbild Niederlande: "Sehr viel richtig gemacht"

Andere machen es vor. Nationen mit deutlich weniger Einwohnern als Deutschland - wie die Niederlande, Neuseeland oder Australien - beeindruckten in Paris nicht zum ersten Mal.
Besonders der kleine Nachbar Niederlande habe "beim Finden von Talenten und beim Fördern bis in die Weltspitze sehr viel richtig gemacht", sagte Tabor: "Dort werden Medaillenpotenziale identifiziert und konsequent verfolgt. Das muss uns zu denken geben."
Das Momentum für einen Wandel scheint aber da zu sein durch die Beschwingtheit von Paris 2024. Der Bund erhöht die Förderung um 49 Millionen Euro auf 331 Millionen, auch die Gründung einer unabhängigen Sportagentur soll endlich vorangetrieben werden. Die Regierung unterstützt die Pläne einer deutschen Olympiabewerbung bis 2027 mit knapp sieben Millionen Euro.
"Eine Olympia-Veranstaltung im Land scheint Rückenwind zu geben. Das würde uns auch helfen, die notwendigen Schritte schneller zu bestreiten als ohne Bewerbung", sagt Olaf Tabor.
Der deutsche Sport kann jeden Schwung gebrauchen. Ansonsten droht in Los Angeles in vier Jahren ein neues Tief.
(SID)

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