"Diese Entscheidung macht Olympia realistisch", sagte Speerwerfer und Gold-Kandidat Johannes Vetter dem SID. Der 2017er Weltmeister forderte aber auch, dass die Bemühungen um Impfungen von Athlet*innen in anderen Ländern fortgesetzt werden müssten. Die Impfungen bedeuten "mehr Sicherheit" für Vorbereitung und Teilnahme, urteilte der Verein Athleten Deutschland.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann nahm die Entscheidung mit Genugtuung auf. "Damit erhalten unsere Team-D-Mitglieder nun wertvolle Klarheit und Sicherheit", sagte Hörmann mit Blick auf die Olympischen Spiele (23. Juli bis 8. August) und die Paralympics (24. August bis 5. September), deren Austragungen wegen der Pandemie nach wie vor gefährdet sind.
Hörmanns gutes Verhältnis zum BMI - genauer zu Parteifreund und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) - dürfte nicht unerheblich für den Coup gewesen sein, der erstaunlich geräuschlos über die Bühne gegangen war. Nach langem Hoffen hatte das BMI am Montag plötzlich erklärt, dass man alle Tokio-Fahrer impfen werde.
Olympia Tokio 2020
Olympia in Tokio: Zeitplan, Kalender, Highlights der Sommerspiele
28/01/2021 AM 08:58
Das lange Warten hat sich gelohnt. Nachdem das Impfen im Lande in den letzten Tagen Fahrt aufgenommen hat und einige Bundesländer die Priorisierung aufgehoben haben, ist kaum noch Protest aus der Bevölkerung zu erwarten, auch wenn sich die Sportler weiter etwas bevorteilt fühlen. Athlet*innen hätten mit der Teilnahme an den Spielen "einen persönlichen Nutzen", betonte Vetter, deshalb sei die Impfung "ein Privileg."

Impfung: Sportmediziner haben keine Einwände

"Ich finde es auf jeden Fall eine super Sache und werde mich impfen lassen", sagte die viermalige Straßenrad-Weltmeisterin Lisa Brennauer dem SID. Ihr sei bewusst, "dass es mir ein paar Tage nicht so gut geht", so Brennauer, sie habe aber "die Entscheidung getroffen, das zu machen."
1400 Personen in zwei Wochen zu impfen, ist auch eine logistische Meisterleistung, alle Athleten sollen mit Pfizer/Biontech versorgt werden. Womöglich werden die Impfstoffe über die Olympiastützpunkte verteilt.
Sportmediziner haben keine Einwände. Dass die Athleten "ein bis drei Tage" mit Nachwirkungen sowie mit Trainingsreduktion oder -ausfall zu tun haben, könne durchaus sein, sagte der Mediziner Wilhelm Bloch von der Sporthochschule Köln. "Aber das ist sicher steuerbar und sollte dann nicht zu negativen Auswirkungen auf die Leistungen bei Olympia führen", so Bloch.
Recht klar definiert wurde, wer alles das Vakzin erhalten soll. Wie eine Sprecherin des BMI mitteilte, handele es sich um Sportlerinnen und Sportler, die auf der sogenannten Longlist des DOSB stehen. Dies sind Athlet*innen, "die eine realistische Chance auf eine Qualifikation für Tokio bzw. sich bereits qualifiziert haben." Dazu zählen auch Trainer und Betreuer, während Funktionäre nur im Einzelfall und Gäste überhaupt nicht berücksichtigt werden.
Das könnte Dich auch interessieren: QUIZ: Kennst Du alle Olympiastädte der Geschichte?
(SID)

"Kleine Flamme als große Hoffnung": Olympia-Fackellauf beginnt

Olympia Tokio 2020
"Am Ende war es brutal": Bengsch würdigt deutsches Bahnrad-Gold
VOR EINER STUNDE
Olympia Tokio 2020
Olympia am Mittwoch LIVE bei Eurosport: Reiter jagen nächstes Gold
VOR 2 STUNDEN