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Gold-Hoffnung Zeidler zur Olympia-Entscheidung: Der Zeitpunkt ist eigenartig

Gold-Hoffnung Zeidler zur Olympia-Entscheidung: Der Zeitpunkt ist eigenartig

24/03/2020 um 18:41Aktualisiert 24/03/2020 um 20:02

Ruder-Medaillenhoffnung Oliver Zeidler hat sich im Eurosport-Podcast "Extra Time" prinzipiell erleichtert über die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio geäußert, allerdings auch von gemischten Gefühlen gesprochen. Als Athlet müsse er nun, da alles abgesagt ist, komplett neu planen. Etwas verwundert reagierte der 23-Jährige indes auf eine Begründung des IOC.

"Es ist absolut die richtige Entscheidung", kommentierte Zeidler die Olympia-Verschiebung, "auch im Hinblick darauf, dass dann hoffentlich alle Nationen teilnehmen können und wir keine Angst haben müssen, uns anzustecken."

Medaillenkandidat Zeidler: "Einerseits enttäuscht"

Bei ihm, der als Einer-Weltmeister 2019 als Medaillenkandidat galt, herrsche aktuell allerdings "ein Mix der Gefühle". Zeidler:

"Einerseits bin ich enttäuscht, jetzt nicht die Chance zu haben, dieses Jahr in Tokio um Medaillen zu kämpfen. Andererseits bringt das uns Athleten jetzt Klarheit und ich bin froh, dass eine Lösung gefunden wurde, mit der hoffentlich alle zufrieden sind."

Noch nicht zufriedenstellend sei allerdings, dass noch kein genaues Datum feststehe, er somit noch keine Termine umplanen könne. Zeidler hofft darauf, dass das IOC sich an seine selbst auferlegte Vier-Wochen-Frist hält und dann ein Datum für die Spiele präsentiert.

Athleten müssen komplett neu planen

Als Athlet müsse man sowieso nun "alles über den Haufen werfen. Die Olympischen Spiele waren der letzte Fixpunkt, der da war." Man müsse nun erst überlegen, "wie man den Sommer ohne Regatten gestaltet".

Ohne Wettkämpfe sei die Trainingssteuerung schwierig:

"Wenn ich jetzt durchgängig Ausdauer trainieren und nur Grundlagen machen würde, wäre es ziemlich schwierig, nächstes Frühjahr wieder aus dem Quark zu kommen und sich auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten."

Sport nur noch Nebensache

Für den 23-Jährigen sei die Situation zuletzt allerdings auch "extrem schwer einzuschätzen" gewesen. Er habe auf die Expertise der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Zusammenspiel mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gebaut, "weil ich mich mit Viren nicht auskenne".

Die Situation überfordere ihn "momentan auch ein bisschen".

Es sei eine solche Flut an negativen Nachrichten da, die "den Fokus auch bei uns Athleten von der eigentlichen Sache, auf die wir uns dieses Jahr konzentrieren wollten“, ablenken würde. Sport sei "momentan einfach nur eine Nebensache, das muss man einfach akzeptieren".

Verwunderung über das IOC

Verwundert habe ihn allerdings die Begründung des IOC, nun auf Anraten der WHO gehandelt zu haben, wo doch "die Fallzahlen in Asien, zumindest in China, stark abnehmen". Das halte er "für eigenartig".

Vielmehr, so vermutet er, habe sich "das IOC doch eher dem Druck der nationalen Komitees, die mit Boykott gedroht haben, gebeugt und eingelenkt".

So hätten, wie zu Wochenbeginn beschlossen wurde, keine Athleten aus den USA und Kanada 2020 an Olympischen Sommerspielen teilgenommen.

Auch Großbritannien erwog einen Verzicht. Aus deutscher Sicht hatte Fechter Max Hartung öffentlich mitgeteilt, diesen Sommer nicht an Spielen in Tokio teilnehmen zu wollen.