"Ich hoffe, dass wir einen kleinen Leichtathletik-Zirkus auf die Beine gestellt bekommen, einfach damit das System stark bleibt", so Röhler.
"Sonst", so der Speerwerfer, wirke sich die aktuelle Situation "langfristig finanziell aus". Alle Leichtathletik-Meetings sind wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres ausgesetzt worden. Zuletzt wurden auch die Olympischen Spiele in Tokio in das Jahr 2021 verlegt. Ein genauer Termin muss allerdings noch gefunden werden.
Diese Unsicherheit macht Röhler zu schaffen. Als Mitglied der Athletenkommission des Weltverbandes IAAF spricht er in diesem Punkt auch für viele andere Sportler:
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Wenn man unsere Einkünfte wie eine Pizza aufteilt, dann sind ein sehr großer Teil der Pizza Einnahmen aus Wettkämpfen und Prämien für sportlichen Erfolg. Die sind einfach noch komplett fraglich, die sind offen.

Holte Gold im Speerwurf: Thomas Röhler

Fotocredit: SID

Kommunikation zwischen Athleten und IOC nicht optimal

Röhler sprach im Eurosport-Podcast "Extra Time" auch über die Kommunikation zwischen dem IOC und den Athleten, die der Verschiebung vorangegangen war.
Die Sportler seien ständig darüber informiert gewesen, dass die Spiele stattfinden und "und wir weiter trainieren sollen". Ein Austausch habe aber nur bedingt stattgefunden:
"Dass man mit uns Athleten ernsthaft darüber gesprochen hat, dass wir seit Februar vor einem gemeinsamen Problem stehen, habe ich persönlich wenig wahrgenommen", erklärte der Jenaer.
Röhler gestand aber ein, dass der Einfluss der Athleten und Verbände beim Endergebnis - der Verschiebung der Spiele ins kommende Jahr - doch deutlich sichtbar ist. Das sei positiv. Dennoch gab er zu bedenken:
Es ist erstaunlich: Wir machen seit Jahrhunderten Sport, aber beim Mitspracherecht der Athleten, da herrscht noch Unsicherheit. Wie gehe ich mit dieser Vertretung um? Wie funktioniert es, seine Meinung zu äußern? Ich bin aber hoffnungsvoll, dass diese Entwicklung den Zusammenhalt der Athleten in Zukunft stärken wird.

Leichtathletik-WM erst im Jahr 2022?

Es sei nun wichtig, möglichst schnell einen Termin für Olympia im Jahr 2021 zu finden, sagte der 28-Jährige. Die eigentlich für August kommenden Jahres geplante Leichtathletik-WM im amerikanischen Eugene/Oregon dürfte in diesem Zuge wohl verschoben werden.
"Ich habe die ersten Signale wahrgenommen, dass man mit der Leichtathletik-WM ins Jahr 2022 geht. In den letzten Gremiensitzungen wurde relativ klar, dass es viele Veränderungen im Zeitplan rund um die Olympischen Spiele geben wird", sagte Röhler.
Das gesamte Gespräch mit Thomas Röhler im Eurosport-Podcast "Extra Time" siehst und hörst du ab Samstag um 10:00 Uhr bei Eurosport.de und in deinem Podcast-Feed.
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