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Coronavirus | Virologe Kekulé hält Austragung der Spiele für unmöglich
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Publiziert 21/03/2020 um 23:25 GMT+1 Uhr
Der Virologe Alexander Kekulé hält die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio im Sommer unmöglich. "Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können", sagte der Experte in der "ARD-Sportschau". Die "ganz große Welle" an Infizierten aufgrund der Corona-Pandemie stehe Japan noch bevor, daher seien Spiele in Tokio unverantwortlich.
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"Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung", betonte Professor Kekulé. In Tokio sollen über 10.000 Sportler und Sportlerinnen an den Start gehen. Dazu werden hunderttausende Fans erwartet. Auch für Fußballspiele mit Zuschauern sieht Kekulé für 2020 schwarz:
Die Deutsche Fußball Liga hat zunächst nur bis zum 2. April den Spielbetrieb der Bundesliga ausgesetzt. "Wenn ich jetzt Berater des Fußballs wäre, dann würde ich sagen, im September irgendwann könnte es sich bessern, aber vorher höchstwahrscheinlich nicht", erklärte Kekulé.
Olympia: Auch Anti-Doping-Experten zweifeln an Spielen
Führende Anti-Doping-Experten haben im "Aktuellen Sportstudio des ZDF" die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio gefordert. Travis Tygart, Vorsitzender der US-Anti-Doping-Agentur USADA, sprach von ernsthaften Problemen "für das globale Anti-Doping-System. Die Fairness gegenüber den Sportlern bleibt auf der Strecke, das ist ein sehr hohes Risiko. Andere Meinungen sind unwahr."
Er sehe das Thema Olympia "von meinem Anti-Doping-Standpunkt aus", sagte Tygart, und er spreche auch für die sauberen Sportler:
Olympia: Dopingtests sind aufgeschoben
Andrea Gotzmann, Vorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur NADA, gab zu, dass "wir derzeit kein normales Doping-Kontrollsystem durchführen. Das ist schon seit zehn Tagen so, dass wir mit dem Aufkommen der Corona-Problematik unser System des Dopingkontrollaufwandes zurückgefahren haben."
Man habe gesehen, so Gotzmann, "dass die EM im Fußball um ein Jahr verschoben wurde, und der zeitliche Versatz zu den Olympischen Spielen ist nicht so groß. Ich glaube, man muss über einen Plan B nachdenken."
Der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sprach von einem "riesigen Problem für uns alle, für die gesamte Anti-Doping-Gemeinschaft und den Sport. Wir müssen alles dafür tun, das schnellstmöglich zu ändern und den Krieg gegen Corona zu gewinnen", sagte der Pole Witold Banka:
Laut Banka sollte man "alles dafür tun, um die Gesundheit der Sportler zu gewährleisten. Und das sollten auch die Entscheider in Betracht ziehen."
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(mit SID)
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