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Olympia-Verschiebung: Verbände stehen vor ungewisser Zukunft
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Publiziert 02/04/2020 um 19:39 GMT+2 Uhr
Der neue Termin für die Olympischen Spiele steht, dennoch blicken zahlreiche internationale Sportverbände einer ungewissen Zukunft entgegen. Grund dafür ist unter anderem ein Terminchaos im Jahr 2021. Zudem klagen einige der 28 Sommerverbände nach der Verschiebung der Spiele von Tokio ins kommende Jahr (23. Juli bis 8. August 2021) über finanzielle Unsicherheiten.
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Vor allem die, die erheblich auf die Förderungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) angewiesen sind, befürchten Engpässe. Das IOC bat indes um Geduld. "Wir haben eine Menge Verbände mit substanziellen Reserven, aber andere funktionieren anders, sie haben Einnahmen vor allem durch große Events. Das kann zum Problem werden, wenn nicht genug Geldfluss da ist", sagte Andrew Ryan, Generaldirektor der Vereinigung der Internationalen Olympischen Sommersportverbände ASOIF.
Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur "AFP" belief sich die Auszahlung an die Verbände nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio auf insgesamt 520 Millionen Dollar. "Nun könnte es weniger geben", sagte Ryan und fügte an:
Verbände vor dem finanziellen Ruin
Die Verbände erhalten Geld nach einem Schlüssel, der Größe und Resonanz der Sportarten berücksichtigt. Demnach sollen Leichtathletik, Schwimmen und Turnen jeweils 40 Millionen Dollar bekommen, Radsport, Basketball und Volleyball liegen bei 25 Millionen Dollar, und kleinere Verbände wie Rudern, Judo oder Boxen erhalten 17 Millionen Dollar. "Einige Verbände haben wahrscheinlich nicht den Cashflow, um ein Jahr zu überleben", befürchtet Ryan.
Größere Verbände wie Schwimmen und Leichtathletik müssen ihre WM wegen Olympia ins Jahr 2022 verschieben und haben dadurch zunächst Einnahmeverluste von zehn Millionen Dollar. Sollte das eigentlich für September 2020 erwartete Olympia-Geld ebenfalls ausbleiben, könnte es auch dort eng werden.
IOC in Kontakt mit den Verbänden
Das IOC steht nach eigenen Angaben diesbezüglich mit den Verbänden in Kontakt. IOC-Sportdirektor Kit McConnell erklärte:
Man werde diskutieren, welche Rolle das IOC spielen könne. Für Details sei es allerdings noch "zu früh".
Altersgrenzen ein Problem
Auch zum Thema Änderungen von Altersgrenzen gibt es vom IOC noch keine Entscheidung. In einigen Sportarten wie im Fußball darf das Gros der Spieler nicht älter als 23 Jahre sein. Ob durch die Verlegung auch die Altersgrenze angeglichen wird, weil einige Fußballer im nächsten Jahr 24 sind, "wird gerade in Verhandlungen geprüft", erklärte IOC-Sportdirektor Christophe Dubi in einer Telefonkonferenz mit internationalen Medienvertretern.
Zuvor hatte sich bereits die Athletenkommission des IOC bei den Altersgrenzen für bestimmte Anpassungen ausgesprochen. So sollen Athleten die Altersgrenzen durchaus "erreichen und überschreiten" dürfen. Dagegen bestätigte Dubi erneut, dass die bereits für Tokio 2020 qualifizierten Athleten auch ein Jahr später an den Start gehen dürfen, "allerdings" betonte er, "ist es richtig, dass die Nationalen Olympischen Komitees das letzte Wort haben und alle Teilnehmer der Olympischen Spiele nominieren müssen".
(SID)
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