Paralympics: Triathlon-Goldkandidat Schulz warnt vor der Strömung in der Seine - "Viele werden rückwärts schwimmen"

Thomas Bach schwärmte zwar von diesen "Seine-sational" schönen Olympischen Spielen von Paris. Doch die Probleme mit dem milliardenschweren Prestigeobjekt Seine konnten die Veranstalter als einziges nicht lösen. Und auch bei den am Mittwoch beginnenden Paralympics müssen die Triathleten wieder in die braune Brühe. Das "Hauptproblem" sei aber die extreme Strömung, sagt Triathlet Martin Schulz.

Martin Schulz

Fotocredit: Imago

Die Sonne scheint in Paris, seit Tagen befindet sich nahezu keine Wolke am Himmel - und die Sehenswürdigkeiten erstrahlen in schickem Glanz: Die französische Hauptstadt zeigt sich pünktlich zur Eröffnung der Paralympics von ihrer besten Seite.
Das Wetter schürt Hoffnung, dass die Organisatoren nach den prachtvollen Olympischen Spielen nun auch endlich die Dauerprobleme mit der Seine in den Griff bekommen. Doch zur Unzeit ist wieder ein Wetterumschwung vorhergesagt.
Gegen Ende der Woche und damit kurz vor den Triathlon-Rennen am 1. und 2. September soll in Paris wieder Regen einsetzen. Das Wasser in der Seine könnte trotz Milliarden-Investitionen wieder zur grenzwertigen braunen Brühe werden, auch die deutsche Goldhoffnung ist in Sorge. Die Wasserqualität an sich sei "sicher nicht ideal", sagte Martin Schulz vor dem Start der Spiele im SID-Interview. Allerdings sei "das Hauptproblem die Strömung".
Diese sei bei Olympia selbst für die Schwimmspezialisten schon "grenzwertig" gewesen, führte der Paralympics-Champion von Rio und Tokio aus: "Für viele Para-Athleten ist es unmöglich, stromaufwärts zu schwimmen. Im Idealfall bleibt man auf der Stelle stehen. Viele werden aber auch rückwärts schwimmen." Dies wären fatale Bilder, die die Organisatoren keinesfalls in die Welt transportieren wollen.

Goldhoffnung im Zwiespalt

Deshalb gibt es bereits Notfallszenarien wie Verschiebungstermine oder ein mögliches Schwimmen nur stromabwärts. Im Worst Case gäbe es nur einen Duathlon aus Laufen, Rad und Laufen. "Es würde ein fader Beigeschmack bleiben", betonte Schulz: "Man macht Triathlon, weil man in allen drei Sportarten gut ist. Es ist eine andere Sportart. Das ist wie, wenn man beim Zehnkampf fünf Disziplinen weglassen würde."
DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher warnte entsprechend vor "einer totalen Wettbewerbsverzerrung". Es gebe "den einen oder anderen Nutznießer oder den einen oder anderen, der das Nachsehen hat", sagte Schulz: "Im Para Triathlon ist es noch spezieller, weil die Klassifizierung einen Triathlon berücksichtigt." Das Wegfallen einer Disziplin wie beim Testevent im Vorjahr führe entsprechend die Einteilung der Startklassen ad absurdum.
Bei aller Sorge um die Fairness könne er den Ansatz der Veranstalter angesichts der wunderbaren Kulisse rund um den Eiffelturm auch verstehen. "Das pusht, sind tolle Bilder für die Welt. Das wünscht man sich ja auch", sagte Schulz: "Es ist ein schwieriger Zwiespalt. Mit dem Fluss ist es immer eine Lotterie. Mit den Sehenswürdigkeiten ist es schon speziell und das will man beibehalten."
An seinen Zielen ändere die braune Brühe ohnehin nichts. "Ich möchte auf jeden Fall eine Medaille holen", so der Leipziger deutlich: "Ich zähle schon zu den Goldanwärtern, aber dafür muss alles passen."
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(SID)
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Para-Schwimmer Engel peilt in Paris nächste Medaille an

Quelle: Eurosport


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