WSOP Main Event 2026: Noch zwölf Schritte entfernt vom Final Table
VonBeth Knox
Update 13/07/2026 um 12:05 GMT+2 Uhr
Die Zeit läuft! Die neue Shot-Clock-Regelung sorgte beim Main Event für Action und Kontroversen, doch den 21 verbleibenden Spielern rinnt nicht nur die Zeit durch die Finger. Millionenstarke Stacks werden teils schnell verspielt, jetzt geht es um die Finalplätze. Hossein Ensan setzt für seinen zweiten Turniersieg auf Erfahrung.
Hossein Ensan WSOP26 Lennart Hennig
Fotocredit: Eurosport
21 – normalerweise die magische Zahl beim Black Jack. Im Main Event der WSOP ist dies die Anzahl der ”Überlebenden” nach Tag 7. Für sie alle ist der Final Table zum Greifen nah und doch so fern.
In diesem Jahr wurde eine Neuerung beim Main Event eingeführt: die Shot Clock bzw. Timebank-Chips. Die Spieler hatten nun 20 Sekunden Zeit, eine Entscheidung zu treffen, und konnten sich nur durch die Verwendung eines ihrer sechs Timebank-Chips zusätzliche 30 Sekunden Bedenkzeit verschaffen.
Dieser forcierte Zeitdruck ist ein kontroverses Thema unter Spielern und Zuschauern. Einerseits beschleunigt dieser Modus das aktive Spiel und verhindert einen Vorteil durch Verzögerung, andererseits bedeutet es für die Spieler – gerade für nicht ganz so turniererfahrene Amateure – einen erhöhten Stressfaktor und beeinträchtigt das Fair Play im Main Event.
Schnell ging es in jedem Fall mit den Bustouts weiter. Schon kurz nach Beginn des finalen Levels an Tag 7 war das Teilnehmerfeld bei 27 angekommen, sodass die Plätze neu verteilt wurden. Nur noch drei Tische im ganzen Turniersaal waren besetzt.
Das Main Event kannte kein Erbarmen: Hendrik Terner (Karo-König, Karo-Dame) verlor das deutsche Duell gegen Tolga Karakaya (Pik-Ass, Kreuz-Dame), auf dem Board war keine Unterstützung zu finden. Terner verließ das Turnier als 38. mit einem Gewinn von 215.000 US-Dollar. Auch beim Ausscheiden von Guiseppe Pantaleo saß Karakaya mit am Tisch. Pantaleo (Pik-Ass, Pik-Bube) und Karakaya (Herz-Dame, Kreuz-Dame) gingen All-in, Zhao Liu war mit Kreuz-Ass und Herz-König mit von der Partie. Bei vollständigem Board hatte Karakaya nach wie vor die stärkste Hand, was einen mittelschweren Verlust für Liu und einen 25. Platz für Pantaleo bedeutete – immerhin mit einem Preisgeld von 325.000 US-Dollar.
Die deutschen Hoffnungen ruhen nun also auf Hossein Ensan (29.700.000), der in Erinnerungen an seinen Main-Event-Sieg 2019 schwelgt und dennoch voll auf den Tisch im Hier und Jetzt fokussiert ist, und Tolga Karakaya (30.000.000). Letzterer geht zwar an Tag 8 nur mit sechs Big Blinds an den Start, doch noch sind die Karten nicht gespielt und es gilt, weitere zwölf Bustouts zu überstehen.
Der Chiplead ist fest in australischer Hand: Malcolm Trayner hat mit seinem Stack von 63.200.000 einen deutlichen Vorsprung vor Rami Hammoud (41.500.000) und Lucas Jumalon (40.800.000). Ein großer Stack allein garantiert jedoch nicht das Weiterkommen. An Tag 7 verloren die Top 3 des Vortages, Tyler Gaston, Blake Barousse und Zhao Liu, ihre erspielten Chips und mussten das Turnier so kurz vor dem Ziel verlassen.
Spekulieren lässt sich viel, doch das lange Warten nimmt schon bald ein Ende. Am Ende von Tag 8 werden die neun Spieler feststehen, die am 3. August am Final Table Platz nehmen dürfen.
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