Dort steht das Kollektiv im Vordergrund, etwas das Bardet in seinen Anfangsjahren bei Ag2r zu den ersten Höhenflügen verhalf, als er an der Seite von Kapitän Jean-Christophe Peraud 2014 erstmals in die Top Ten bei der Tour de France vorstieß.
"Ich habe mich in einer solchen Situation nie wirklich wohlgefühlt, wenn jeder alles von mir erwartet", erklärte er im Rückblick auf die letzten Saisons und fügte an: "Ich bin sehr stolz und sehr dankbar für das, was diese Mannschaft für mich getan hat. Sie haben das absolut richtig gemacht, weil wir auf diese Weise einige große Emotionen und Erfolge hatten. Aber irgendwann in meiner Karriere muss ich auch neue Dinge sehen. Jetzt ist es ein ganz anderes Szenario."
"Es wird eine neue Art der Arbeit auf mich zukommen, ein neuer Weg zu trainieren, ein neuer Trainer und ein neuer Kalender. Es wird eine große Veränderung werden, aber ich kann das absolut Beste erwarten - von jeder Person, die in diesem Projekt involviert ist. Genau das habe ich gesucht: eine neue Struktur, in der jeder Aspekt der Leistung in diesem Weg gemanagt wird", erklärte Bardet in einem Interview mit "cyclingnews.com".
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Der Franzose war die absolute Konstante der letzten Austragungen der Tour de France. Mit Ausnahme von 2020, wo er aufgrund einer Kopfverletzung aufgeben musste, landete er in der Gesamtwertung immer unter den Top 15, seitdem er 2013 erstmals bei der Großen Schleife rund um sein Heimatland debütierte.

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Hirschi und Hindley als neue Stars

Nach den Abgängen von Michael Matthews und Wilco Kelderman wird der Franzose bei DSM trotzdem ein wenig in die Leaderrolle schlüpfen müssen. Ein Vorteil für ihn wird es sicherlich sein, dass mit Marc Hirschi und Jai Hindley zwei extrem aufstrebende Jungstars an seiner Seite die Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden.
"Ich bin glücklich, einem so starken Kollektiv beizutreten. Es wird sich nicht nur alles um mich drehen, aber genau danach habe ich gesucht", erklärte der 30-Jährige. Mit der Verpflichtung des Franzosen hofft das deutsche Team aber nicht nur, die Lücke im Hinblick auf das Gesamtklassement zu schließen, sondern auch bei den hügeligen Klassikern ein weiteres Ass im Ärmel zu haben. Speziell bei Lüttich-Bastogne-Lüttich oder der Lombardei-Rundfahrt gehörte Bardet immer zu den Topfahrern in den letzten Jahren.
"Die Klassiker sind eine wirklich gute Möglichkeit, um sich in das Team zu integrieren und eine unterstützende Rolle zu spielen", blickte der Franzose voraus: "Es ist eine andere Art zu fahren für mich und ich mag jeden Kilometer davon wirklich. Wenn man keine spezifischen Erwartungen an die eigenen Ergebnisse hat, befreit es den Geist, das Kollektiv im Auge zu behalten." Eine Fähigkeit, die er in den letzten Jahren verloren hatte, wie er selbst zugab: "Wenn man nur auf Etappenrennen abzielt, fährt man immer sehr konservativ."
Blickt man auf die großen Erfolge von Sunweb in diesem Jahr zurück, so ist das Wort 'konservativ' wirklich fehl am Platz gewesen. Im Hinblick auf die dreiwöchigen Landesrundfahrten, 2020 wollte Bardet eigentlich sein Giro-Debüt geben, gab er sich noch zurückhaltend: "Es ist im Moment besser, kein bestimmtes Rennen ins Visier zu nehmen. Die Rennpläne werden im Januar festgelegt und es war auch für mich interessant beim Wechsel, mir neue Ziele zu suchen und nicht alles nur auf die Tour festzulegen."

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MPCC-Mitgliedschaft bei Wechsel von Bedeutung

Auch die moderne Struktur des deutschen Teams lockte den Franzosen an. "Bei Sunweb finde ich für jeden Bereich einen Experten, mit dem ich sprechen kann. Ich kann das Know-How des Teams nutzen, um das Beste daraus zu machen", beschrieb der 30-Jährige, der sich auf die neuen Arbeitsweisen freut. Auch die Streckenführung der Tour de France 2021 könnte ein Grund für die Veränderungen beim Franzosen gewesen sein. Denn die zwei Zeitfahren in Frankreich kommen ihm nicht entgegen.
Der Sprung über die Grenze ist auch in gewisser Weise eine Flucht vor der großen Aufmerksamkeit der französischen Medien. "Ich möchte mich nicht auf das Gelbe Trikot konzentrieren, ich möchte mich zunächst als Athlet verbessern", erklärte Bardet, der allerdings seine Abkehr aus Frankreich mit der Lust auf ein neues Abenteuer begründete: "Es war die Neugier mit dem bestmöglichen Mitarbeitern nach den höchsten ethischen Standards zu arbeiten und mich selbst herauszufordern."
Damit unterstrich er auch, dass er bei seinem Wechsel darauf schaute, dass seine neue Mannschaft, sich auch dem Mouvement Pour un Cyclisme Crédible, der Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport verschreibt.
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