Giro d'Italia 2025 - Drei Dinge, die auf der 7. Etappe auffielen: UAE und Ayuso fügen Red Bull trotz Rosa für Roglic erste kleine Niederlage zu

Die erste Bergankunft des 108. Giro d'Italia wurde mit Spannung erwartet und hat den erhofften ersten Schlagabtausch unter den Favoriten gebracht. Zwar gab es keine großen Abstände, trotzdem aber fügte UAE mit Juan Ayuso dem Top-Favoriten Primoz Roglic eine erste kleine Niederlage zu. Außerdem meldete sich ein Tour-Sieger sehr stark zurück und zwei Franzosen hatten Pech. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights XXL: Erstes Kräftemessen der Favoriten am Berg

Quelle: Eurosport

Trotz des Ausscheidens von Jai Hindley hat Red Bull-Bora-hansgrohe auf dem Weg zur ersten Bergankunft des Giro d'Italia viel gearbeitet und ist offensichtlich auf Etappensieg mit Kapitän Roglic gefahren.
Am Ende übernahm der Slowene zwar das Rosa Trikot des Gesamtführenden, den Etappensieg schnappte ihm aber sein großer Kontrahent Juan Ayuso (UAE-XRG) weg. Und dank der Zeitgutschrift für den ersten Platz nahm der Spanier Roglic auch noch 14 Sekunden ab.
Während Ayuso und Teamkollege Isaac Del Toro einen Doppelsieg feiern konnten, glänzte aber auch Egan Bernal für die Ineos Grenadiers mit seinem besten Etappenergebnis bei einer Grand Tour seit seinem Giro-Sieg 2021 und meldete damit Ansprüche an, nun auch in den engeren Favoritenkreis gezählt zu werden.
Mit dem Kampf ums Giro-Podium nichts mehr zu tun haben dürften dagegen die Franzosen Romain Bardet und David Gaudu. Beide wurden durch einen Sturz arg in Mitleidenschaft gezogen.
Drei Dinge, die bei der ersten Bergankunft auffielen:

1. Red Bull macht die Arbeit, UAE gewinnt

Einen Tag nachdem Hindley den Giro d'Italia mit einer Gehirnerschütterung und einer Fraktur an einem Wirbelfortsatz verlassen musste, hat Red Bull-Bora-hansgrohe auf dem Weg zur ersten Bergankunft der Rundfahrt trotzdem viel Verantwortung übernommen.
Das deutsche Team fuhr wie das des großen Favoriten, ließ Nico Denz und zu Beginn Dani Martinez sowie später Gianni Moscon extrem viel Führungsarbeit verrichten, und zielte ganz offensichtlich auf einen Etappensieg mit Kapitän Roglic. In der Anfangsphase fuhr man mit Gewalt hinterher, als Jay Vine attackierte, um bloß keinen Fahrer des UAE-Teams in die Ausreißergruppe zu lassen. Und auch die anschließend wegfahrende siebenköpfige Ausreißergruppe des Tages ließ man nur sehr gemächlich wegfahren, auf maximal vier Minuten.
Es schien offensichtlich: Man wollte den Etappensieg mit Roglic bei einer Ankunft, die dem Slowenen auf den Leib geschneidert zu sein schien - mit einem möglichen Sprint der Kletterer um den Sieg. Den aber schnappte sich dann doch Ayuso, und das, nachdem die UAE-Mannschaft bis drei Kilometer vor dem Ziel keinerlei Führungsarbeit verrichtet hatte.
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Red Bull nach dem Hindley-Aus: Was ändert sich für Roglic und Co?

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Erst als Red Bull, Ineos und auch Bahrain Victorious richtig investiert hatten und der Schlussanstieg 2,7 Kilometer vor Ziel deutlich steiler wurde, spannten sich die UAE-Helfer ein. Del Toro wehrte dann einen Angriff von Bernal 800 Meter vor dem Ziel ab und Ayuso fuhr schließlich auf den letzten 500 Metern zum Sieg davon.
"Sie mussten keinen opfern, weil die anderen Teams eigentlich ihre Arbeit gemacht haben. Sie wollten gewinnen, aber dann sind Ineos, Lidl-Trek und alle anderen gefahren – nur sie mussten nicht. Davon haben sie natürlich ein bisschen profitiert und das cool gehandelt. Majka hat es dann nochmal schwer gemacht und sie haben verdient gewonnen. Das haben sie taktisch gut umgesetzt", zog Red-Bull-Sportchef Rolf Aldag im Velo Club den Hut vor der Konkurrenz.
Ayuso selbst schien taktisch perfekt vorbereitet zu sein. "Ich wollte nicht zu früh attackieren, weil ich weiß, dass man in so explosiven Finals nur einen Schuss hat", erklärte er sein abwartendes Verhalten bis zu seinem finalen Antritt 500 Meter vor dem Ziel. Beeindruckend war auch, dass der Spanier bereits am Donnerstagvormittag angekündigt hatte, noch vor dem Ruhetag am Montag das Rosa Trikot übernehmen zu wollen.
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Rolf Aldag zieht den Hut: "Das hat UAE taktisch gut gemacht"

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Das gelang ihm zwar mit dem Sieg in Tagliacozzo nicht sofort - vier Sekunden fehlen noch zu Roglic - doch vor allem die Schotteretappe mit Ziel in Siena am Sonntag könnte ihm die Chance geben, dieses Versprechen auch wirklich wahr zu machen.
Auffällig war nach der 7. Etappe allerdings, dass auch der Geschlagene keineswegs Trübsal blies: Roglic strahlte im Interview als neuer Träger des Maglia Rosa und nahm den Zeitverlust gegen Ayuso betont gelassen hin.
"Manchmal gewinnt man, manchmal nicht", sagte er und grinste. "Ich habe heute nicht richtig um den Sieg gekämpft, aber es war, wie es war. Trotzdem ist es ein gutes Ergebnis, ich bin zufrieden." Vor allem lobte Roglic auch sein Team für die aufopferungsvolle Arbeit über den ganzen Tag hinweg. Und das wird er am Sonntag auf den weißen Schotterstraßen der Toskana ganz sicher wieder brauchen.
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Roglic grinst Niederlage weg: "Manchmal siegst Du, manchmal nicht"

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2. Bernal meldet sich im Favoritenkreis an

Während sich die meisten Blicke im Anstieg von Tagliacozzo auf das viel beschworene Duell zwischen Red Bull und UAE mit Roglic und Ayuso richteten, rückte plötzlich auch ein ehemaliger Tour-de-France-Sieger wieder in den Mittelpunkt: Egan Bernal.
Der Kolumbianer setzte 1,3 Kilometer vor dem Ziel nach, als Giulio Ciccone (Lidl-Trek) den Angriffsreigen eröffnete und schloss die Lücke zum Italiener. Danach spannte sich sein niederländischer Teamkollege Thymen Arensman vor ihm ein, um noch einen Angriff von Bernal selbst vorzubereiten.
Und nachdem er dann 800 Meter vor Schluss selbst beschleunigt hatte und Ayuso schließlich konterte und davonfuhr, war Bernal auch der Stärkste der Verfolger und führte die Konkurrenz hinter dem Spanier an und wurde schließlich hinter Ayuso sowie Del Toro Dritter der Etappe.
"Ich weiß nicht genau, ob ich zufrieden sein kann. Ich habe mich gut gefühlt, habe gekämpft und war auch dicht am Sieg dran. Ich hatte wirklich daran geglaubt, aber es hat leider nicht geklappt", zeigte er anschließend im Gespräch mit Eurosport seinen Ehrgeiz.
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Sekunden-Krimi um Rosa: Sieger Ayuso schrammt an Gesamtführung vorbei

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Und nicht nur Bernal selbst glaubte an sich, auch sein Team offensichtlich. Denn Ineos übernahm in den Schlussanstieg hinein die Führungsarbeit im Feld und bereitete so seinen Angriff auch vor, nachdem die Briten zuvor bereits lange an zweiter Stelle hinter Red Bull im Hauptfeld gefahren waren.
Vor dem Giro schien man mit einer Doppelspitze angereist zu sein. Doch nachdem Arensman schon am Auftakt-Wochenende in Albanien auf Etappe 1 Probleme hatte, ist die Rollenverteilung nun wohl klar: Der Niederländer fährt für den Tour-Sieger von 2019, der drei Jahre nach seinem Horror-Trainingsunfall, als er im Januar 2022 in einen stehenden Bus krachte und in Lebensgefahr schwebte, endlich wieder in die absolute Weltspitze der Rundfahrer zurückkehren könnte.

3. Schwarzer Tag für die Franzosen

41 Kilometer vor dem Ziel fuhr ein Schreck in die Körper aller französischen Fans: Sowohl Romain Bardet (Picnic-PostNL) als auch David Gaudu (Groupama-FDJ) wurden in einen Sturz verwickelt, den offenbar Gaudu selbst ausgelöst hatte. "Er hat sich entschuldigt", sagte jedenfalls Bardet nach dem Rennen zu Eurosport.
Auf den ersten Blick schien es sich nicht um einen schlimmen Vorfall zu halten und alle waren schnell wieder auf dem Rad. Doch weil das Peloton zu dieser Zeit bereits die Vorbereitung für das Finale begonnen und richtig Fahrt aufgenommen hatte, lagen beide Franzosen schnell eine knappe Minute zurück - und hatten noch andere Probleme: Bardet hielt sich das Knie, Gaudu blutete an der rechten Hand.
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Franzosen im Pech: Bardet und Gaudu gestürzt und verletzt

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"Ich habe sofort gemerkt, dass da etwas passiert ist und dass etwas mit meinem Knie nicht stimmt. Ich muss jetzt mal herausfinden, was wirklich Sache ist und es kühlen", so Bardet, der zwar sofort drei Helfer bei sich hatte, trotzdem aber zwölf Kilometer brauchte, bis er wieder zurück im Hauptfeld war und sich dort vom Rennarzt behandeln lassen konnte. Ob es am Knie oder an der aufgebrauchten Kraft lag, ist nicht klar, doch im Schlussanstieg musste Bardet früh abreißen lassen und verlor schließlich fünf Minuten.
Weniger Zeit verloren hat Gaudu, der nur 51 Sekunden nach Sieger Ayuso ins Ziel kam. Trotzdem aber scheint ihn der Sturz nicht weniger schlimm getroffen zu haben als seinen Landsmann. Denn Gaudu zog sich eine tiefe Wunde an seiner rechten Hand zu und musste die sofort vom Rennarzt verbinden lassen, bevor dann sein gesamtes Team auf ihn wartete und ihn erst 17 Kilometer vor dem Ziel wieder ins Hauptfeld zurückbringen konnte. Im Ziel erklärte er, dass man "bis zur Sehne in die Hand hineinschauen" könne. Ob Gaudu den Giro am Samstag fortsetzen kann, scheint daher fraglich.
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Vorschau auf die 8. Etappe: Eisel sieht Tag für die Ausreißer

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