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Nach Politt-Verpflichtung: Bora will noch weiter nach oben
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Publiziert 04/08/2020 um 17:31 GMT+2 Uhr
Mit Nils Politt hat sich Bora-hansgrohe den nächsten deutschen Radsport-Topmann gesichert. Der nationale Faktor sei aber nur Nebeneffekt. Für Teamchef Ralph Denk geht es in erster Linie darum, die "weltweite Nummer eins im Radsport" zu werden. Das war schon 2010 das Ziel, als das Radsport-Team in der dritten Liga unter dem Namen NetApp startete. Seitdem ging es kontinuierlich nach oben.
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Bora-hansgrohe als inoffizielles Nationalteam in Schwarz-Mint? Nein, davon will Ralph Denk auch nach der Verpflichtung von Nils Politt als nächstem nationalen Topfahrer nichts wissen. "Unser Ziel ist nicht, eine deutsche Nationalmannschaft zu werden, sondern wir möchten die WorldTour gewinnen", stellt der umtriebige Teamchef klar. Was Denk aber nicht abstreiten kann: Die ehemals beschauliche Equipe aus dem bayrischen Raubling ist längst unumstritten Deutschlands größte Radsport-Macht.
Ob Rundfahrt-Star Emanuel Buchmann, mit dem sich Denk ab Ende August den Traum vom Podium bei der Tour de France erfüllen will, oder Paris-Nizza-Sieger Maximilian Schachmann, den Bora vergangene Woche bis 2024 an sich band. Ob Topsprinter Pascal Ackermann oder Supertalent Lennard Kämna und nun eben Politt: Nahezu alles, was im deutschen Radsport die Prädikate jung und weltklasse vereint, ist unter dem Bora-Dach vereint.
Politt über Wechsel zu Bora: "Wiedersehen mit Freunden"
Und unter dieses Dach begibt sich die nationale Elite gerne. "Es ist ein bisschen wie das Wiedersehen mit Freunden aus den Anfangstagen", sagt Politt: "Ich kenne viele der Jungs schon seit Jahren und freue mich darauf, mit ihnen gemeinsam Rennen zu fahren."
Politt weiß, was dieser familiäre Aspekt ausmacht. Er selbst fuhr bis zum Vorjahr für das schließlich heillos zerstrittene Team Katusha-Alpecin, in dem ein Marcel Kittel letztlich entnervt die Karriere beendet. "Die letzten Jahre war ich eher ein Einzelkämpfer", sagt der Paris-Roubaix-Zweite des Vorjahres, derzeit bei Israel Start-Up Nation aktiv.
Bora will transparenter sein als das damalige Team Telekom
Die von Denk quasi aus dem Nichts zu einem Weltklasse-Team aufgebaute Sportgruppe erinnert zwar in ihrer Bedeutung für das deutsche Profiradfahren zunehmend an das Team Telekom der Jahrtausendwende. Bora verfolgt aber einen ganz anderen Ansatz als die einstige Magenta-Dampfwalze: Alles soll clean, transparent sein.
Bora gehört zur Bewegung für glaubwürdigen Radsport (MPCC), deren Mitglieder sich schärfere Regularien auferlegen als eigentlich vorgesehen. "Ich verstehe, dass man das Regelwerk ausreizt, aber ich habe mich vor Jahren bewusst zur MPCC bekannt", sagt Denk.
Buchmann: "Wir teilen alle die gleiche Vision"
An den Start gegangen war sein Team 2010 in der dritten Liga unter dem Namen NetApp, aus dieser Zeit, darauf verweist Denk gerne, sind in Andreas Schillinger und Michael Schwarzmann, noch zwei deutsche Fahrer dabei. Damals lautete das Ziel wie heute - irgendwann die "weltweite Nummer eins im Radsport" zu sein, wie Denk sagt. Richtung Weltherrschaft ging es konstant: 2015 stieg Kochfeld-Hersteller Bora ein, 2017 Bad-Multi hansgrohe, dann kam der WorldTour-Startplatz und in Peter Sagan ein Superstar.
Der exzentrische Slowake passt sich aber ohne Allüren ins Team ein. "Wir alle teilen die gleiche Vision und arbeiten hart daran, noch erfolgreicher zu sein", sagt Buchmann.
In Coronazeiten profitiert Denk davon, dass seine Geldgeber aus recht krisensicheren Branchen stammen: "Wir sind gut aufgestellt mit unseren Sponsoren, die Sachen rund ums Haus anbieten." Doch auch wenn diese mindestens bis Ende 2021 an Bord bleiben, wartet auf den Teamchef viel Arbeit: "Die gräuliche Wolke" in der Krise sehe er "mehr für die Anschlussverträge - die werden schwerer zu generieren sein".
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(SID)
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