Mark Padun. Vielen wird der Name des Bahrain-Victorious-Fahrers kein Begriff sein, dabei war der Ukrainer der stärkste Fahrer auf der 7. Etappe des Critérium du Dauphiné. Auf dem Weg zur Bergankunft in La Plagne schüttelte er die arrivierten Kletterer ab und gewann nach 171 Kilometern mit 34 Sekunden Vorsprung auf Richie Porte (Ineos Grenadiers), der als Tageszweiter das Gelbe Trikot von Alexey Lutsenko (Astana – Premier Tech) übernahm. Mit 43 Sekunden Rückstand wurde der Kolumbianer Miguel Ángel López (Movistar) Dritter.
Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) verlor mehr als drei Minuten auf den Tagessieger und fiel aus den Top Ten. Dagegen behauptete sich sein Teamkollege Wilco Kelderman unter den Besten, fiel aber vom dritten auf den vierten Gesamtrang zurück.
Nicht nur die Zuschauer konnten ihren Augen kaum glauben, als Padun sich im 17 Kilometer langen Schlussanstieg aus der Favoritengruppe absetzte und wenig später auch noch seine Begleiter Porte, Sepp Kuss (Jumbo – Visma) und Enric Mas (Movistar) abhängte, um als Solist das Ziel an der Sk-Station in rund 2.000 Metern Höhe zu erreichen.
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“Es ist unglaublich für mich. Mein erster World Tour-Sieg bei einer der schwersten Etappen der Rundfahrt. Ich hatte mich so schlecht gefühlt die letzten Tage. Und heute hatte ich fantastische Beine. Als ich die Ziellinie überquerte, dachte ich, dass ich träume. Aber es war kein Traum“, strahlte der 24-Jährige, der sich auf den ersten sechs Etappen mehr als eine halbe Stunde Rückstand eingehandelt hatte.
“Ich hätte nie gedacht, in die Top 10 zu kommen. Aber als Porte attackierte, habe ich die Lücke geschlossen, um (Teamkollege Jack) Haig zu beschützen. Und da dachte ich, warum nicht was probieren, dann kann meine Mutter mich im Fernsehen sehen“, beschrieb der vor Begeisterung übersprudelnde Sieger seinen vorentscheidenden Angriff.

Critérium du Dauphiné: Porte mit starkem Finish ins Gelbe Trikot

Padun galt stets als großes Rundfahrttalent, bei seinen Etappensiegen bei der Tour of the Alps und dem Adriatica Ionica Race, bei dem er auch die Gesamtwertung gewann, zeigte er bereits seine Klasse. Am beeindruckendsten aber war wohl sein fantastischer Solosieg bei der Hügeletappe der Hammer Sportzone Limburg, bei der es allerdings nur eine Team- und keine Einzelwertung gibt.
Danach lief es für die Nachwuchshoffnung aber nicht mehr rund. “Letztes Jahr dachte ich, dass Radsport vielleicht doch nicht mein Sport ist, dieses Jahr lief auch nicht gut. Ich verbesserte mich einfach nicht. Und jetzt das. Ich danke Jesus und meiner Mannschaft, die mich immer unterstützt hat“, schloss Padun.
Der erste Angreifer und große Gewinner unter den Favoriten war Porte. “Movistar hat das Tempo bestimmt, aber sie hatten nicht mehr viele Fahrer. Da habe ich es probiert. Es ist gut viele Fahrer vorn zu haben, und die hatten wir“, erklärte der 36-jährige Australier. Porte konnte dem Tagessieger letztendlich zwar nicht folgen, mit einem starken Finish sicherte er sich aber den zweiten Platz und das Gelbe Trikot.
“Ich habe keine Illusionen, es wird morgen nicht leicht, die Führung zu verteidigen, aber ich freue mich ungemein über Gelb. Vor der morgigen Etappe habe ich Albträume, da sind einige der schwersten Berge drin.“, sagte der wenig begeistert wirkende neue Gesamtführende im Ziel-Interview.

Critérium du Dauphiné: Konrad verliert den Anschluss

Angesichts der relativ geringen Abstände wird auf Porte und sein Team am Sonntag viel Arbeit zukommen. Im Gesamtklassement liegt er nur 17 Sekunden vor Lutsenko, der im obersten Teil der Schlusssteigung dem Tempo nicht mehr folgen konnte und als Zehnter genau eine Minute hinter Padun über den Zielstrich rollte.
Mit Geraint Thomas (+0:29) auf Platz drei hat Ineos Grenadiers allerdings noch ein zweites heißes Eisen im Feuer. Kelderman folgt mit 33 Sekunden Rückstand auf Rang vier, Haig ist eine weitere Sekunde dahinter Fünfter vor López (+0:38) und dem zeitgleichen Ion Izagirre (Astana - Premier Tech).
Für die deutschen Mannschaften verlief die Etappe Rennen nicht nach Wunsch. Auf dem 30-jährigen Kelderman allein ruhen jetzt die Hoffnungen von Bora - hansgrohe, weil Teamkollege Konrad schon früh im Schlussanstieg den Anschluss verlor. Im DSM-Trikot überzeugte zwar der 23-Jährige Österreicher Felix Gall mit Platz 20.
Allerdings büßte sein Teamkollege Ilan van Wilder seinen fünften Gesamtrang und sein Weißes Trikot des besten Jungprofis ein. Das trägt nun der Franzose David Gaudu (Groupama – FDJ), der auf Rang sieben zu überzeugen wusste. Lawson Craddock (EF Education – Nippo) übernahm das Bergtrikot, das Punktetrikot von Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) war dagegen nicht in Gefahr.

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