Florian Lipowitz bei Dauphiné vor Duell mit Pogacar, Vingegaard, Evenepoel: Team traut deutschem Hoffnungsträger viel zu
VonFelix Mattis
Publiziert 05/06/2025 um 23:49 GMT+2 Uhr
Neue Herausforderung für Florian Lipowitz: Erstmals tritt der deutsche Hoffnungsträger beim Critérium du Dauphiné in einem Etappenrennen gegen die drei größten Stars der Szene an – Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel. Nach vielen Spitzenplätzen kann sich Lipowitz nun auch für die Tour de France empfehlen. Sein Team traut ihm viel zu und sieht enormes Potenzial beim 24-Jährigen.
"In der Spitze etablieren": Aldag und Eisel über Lipowitz
Quelle: Eurosport
Spitzenplätze bei großen Rennen in der WorldTour sind für Florian Lipowitz schon zur Gewohnheit geworden: und Siebter der Vuelta im Vorjahr, im Frühjahr 2025 dann Platz zwei bei Paris - Nizza und Rang vier bei der Baskenland-Rundfahrt. Dabei hatte er es allerdings noch nie mit dem Top-Trio der Rundfahrer im direkten Duell zu tun - die acht Etappen vom 8. Juni an werden zeigen, wie er sich im Vergleich zu den Tour-Favoriten schlägt.
Florian Lipowitz spricht selten und ungern über sich selbst – deshalb hat Eurosport während des Giro d’Italia die Gelegenheit genutzt und mit Rolf Aldag und Bernhard Eisel über das deutsche Aushängeschild des Teams Red Bull-Bora-hansgrohe gesprochen.
Für Lipowitz ist das Critérium du Dauphiné der erste Renneinsatz seit fast zwei Monaten. Eine bewusste Entscheidung, wie Aldag erklärt: "Er fährt nicht sehr häufig, aber wenn er fährt, dann sehr mit Fokus auch auf Ergebnisse. Er ist jetzt in der Weltspitze angekommen und da muss man ihn jetzt etablieren."
Auch deshalb ist er in Frankreich erstmals alleiniger Kapitän seines Teams: "Es ist schön für ihn, bei der Dauphiné eine volle Mannschaft für sich zur Verfügung zu haben. Er ist da nicht der Kronprinz auf Abruf wie bei der Vuelta, sondern kann für sich selbst die Limits erfahren", unterstreicht Aldag.
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Lipowitz in Nizza gefeiert: Neuer Meilenstein für Top-Talent
Quelle: Eurosport
Tour-Start von Lipowitz noch offen
Ob dem Auftritt in Frankreich ein weiterer ab 5. Juli bei der Tour de France folgen wird, sei noch nicht entschieden. "Nach der Dauphiné kommt eine Einschätzung: Wo stehen wir? Was ist realistisch zu erwarten? Es geht für ihn nicht darum, eine Rundfahrt zu fahren, um sie zu fahren. Es muss eine klare Definition der Aufgabe geben", so Aldag. In diese Kerbe schlägt auch Eisel, der Lipowitz als Sportlicher Leiter unter seinen Fittichen hat: "Er hat Bock auf die Tour und jemand wie ihn schickt man nicht dort hin, um nur zu lernen."
Wobei beide betonen, dass Lipowitz extrem lernbereit ist, sich konstant weiterentwickelt und auch noch Verbesserungspotential hat. "Er ist wie ein Schwamm", beschreibt Eisel den Kletterspezialisten, der im Baskenland aber auch schon im Zeitfahren glänzte und einen Etappensieg nur hauchdünn verpasste.
"Im taktischen Bereich ist noch Spielraum nach oben", sieht Aldag in Bezug auf die Renngestaltung, "da muss man ihn führen und ihm auch die Zeit geben, weil er aus einer anderen Sportart kommt".
Aldag: Lipowitz "eher ein V8"
Auch die Antrittsstärke von Lipowitz ist noch ausbaufähig, gesteht der Sportdirektor ein: "Er hat nicht diese ganz große Explosivität, aber er kann seine Konkurrenten über das hohe Grundtempo mürbe machen. Er ist im Auto-Vergleich eher ein V8 als ein Turbolader mit einem Liter Hubraum."
Eine wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung des aufstrebenden Klassementsanwärter wird auch der Umgang mit den steigenden Erwartungen der Öffentlichkeit sein, die mit wachsenden Erfolgen einhergehen. Keine einfache Aufgabe, wie Aldag darlegt:
"Wir haben nicht einen ständigen Podiumskandidaten aus Deutschland, hinter dem er sich verstecken und in dessen Schatten er wachsen kann. Das ist nicht einfach. Aber er wird sich gut da zurechtfinden, das ist ein Prozess - wir müssen da vorsichtig sein. Im Team intern macht er das sehr gut. Und gegenüber der Öffentlichkeit darf er die Lockerheit nicht verlieren. Wir müssen ihm Fehler verzeihen und ihn dabei unterstützen. Wenn er das merkt, dann wird er ein ganz, ganz Großer."
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Ullrich schwärmt von Pogacar und lobt junge deutsche Garde
Quelle: SID
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