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Dopingverdacht gegen Astana-Kapitän Jakob Fuglsang
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Publiziert 03/02/2020 um 15:12 GMT+1 Uhr
Lance Armstrongs skandalumwitterter früherer Arzt Michele Ferrari treibt im Profi-Radsport angeblich weiter sein Unwesen. Der Italiener, Spitzname "Dottore Epo", soll Beziehungen zum Astana-Team unterhalten und 2019 Top-Fahrer Jakob Fuglsang (Dänemark) betreut haben. Sportlern ist durch die WADA jede Zusammenarbeit mit Ferrari untersagt, ihnen drohen schon dafür Sperren.
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Über den aktuellen Verdacht berichtete unter anderem die dänische Tageszeitung "Politiken", die auf einen vertraulichen 24-seitigen Bericht der unabhängigen Anti-Doping-Kommission CADF verweist.
Demnach soll Ferrari das Astana-Team bei der Katalonien-Rundfahrt im März begleitet haben. In Nizza/Monaco sei es zu einem Treffen mit Fuglsang gekommen, bei dem auch dessen kasachischer Teamkollege Alexej Lutsenko anwesend gewesen sei, heißt es angeblich in dem Bericht.
Der 66-jährige Ferrari und Fuglsang dementierten die Vorwürfe. "Leider sehe ich mich einmal mehr dazu gezwungen, den jüngsten Schwindel der Medien zu dementieren", hieß es in einer Stellungnahme auf Ferraris Webseite. Unter anderem erklärte er, seit einem Jahrzehnt in keiner Beziehung zu Astana-Fahrern zu stehen und in 20 Jahren bei keinem Radrennen mehr gewesen zu sein.
Auch Fuglsang stritt die Vorwürfe vehement ab. "Ich bestreite, dass ich mich mit Dr. Ferrari getroffen habe", schrieb der Däne bei "Instagram":
Auch das Astana-Team äußerte sich: Die Equipe sei dem Anti-Doping-Kampf verschrieben und verlange von ihren Fahrern die Einhaltung aller entsprechenden Regeln. Auch der Kontakt zu gesperrten Medizinern sei untersagt. Das Aufsuchen teamexterner Ärzte bei Fragen, die in Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit stehen, sei nicht erlaubt.
Zudem verwies Astana auf die für das Jahr 2020 erneuerte Lizenz als Beleg für die Einhaltung aller Verpflichtungen. Man stehe in Kontakt mit der CADF und dem Weltverband UCI. "Bislang wurden keine Maßnahmen gegen einen Fahrer eingeleitet", hieß es in der Stellungnahme. Man gehe davon aus, dass die CADF diese umgehend veranlasst hätte, sofern es Beweise für ein Fehlverhalten eines Fahrers gegeben hätte.
Die UCI teilte auf Anfrage von Politiken, dem dänischen TV-Sender "DR" und der norwegischen Zeitung "VG" mit, bislang keinen Report der CADF erhalten zu haben. Man verfolge die Entwicklungen aber genau.
Der 34-jährige Fuglsang fuhr 2019 eine seiner stärksten Saisons. Er gewann den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich und das Tour-Vorbereitungsrennen Criterium du Dauphine. Bei der Vuelta in Spanien gewann Fuglsang eine Etappe.
Ferrari galt als eine der Schlüsselfiguren in Armstrongs Dopingsystem. Er war 2004 wegen Sportbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden und ist im Randsport mit einer lebenslangen Sperre belegt, er steht zudem auf einer schwarzen Liste der WADA. Ferrari arbeitete in seiner zweifelhaften Laufbahn auch mit Olympiasieger Alexander Winokurow zusammen. Der Kasache ist Teammanager bei Astana.
(SID)
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