Rad-EM: Weltmeisterin Marlen Reusser stürmt auch in Frankreich zu Zeitfahr-Gold - Leis gewinnt Silber bei Juniorinnen

Die Weltmeisterin ist auch die Europameisterin: Marlen Reusser ist in Frankreich ihrer Favoritenrolle im EM-Zeitfahren der Frauen gerecht geworden und hat souverän die Goldmedaille geholt. Nach 24 km und 33:07 Minuten von Loriol-sur-Drôme nach Étoile-sur-Rhone lag ihr Vorsprung auf Silber bei 49 Sekunden. Das ging an Mie Björndahl Ottestad, die zwei Sekunden schneller als Mischa Bredewold war.

Highlights: Weltmeisterin Reusser auch bei der EM eine Klasse für sich

Quelle: Eurosport

Die Niederländerin wiederum lag nur zwei Zehntel vor der zweiten Norwegerin, Katrine Aalerud. Zunächst wurde diese sogar auf dem Bronzerang geführt, das Ergebnis kurz darauf aber korrigiert.
Die beiden deutschen Starterinnen, Lisa Klein und Franziska Brauße, spielten im Kampf um die Medaillen keine Rolle. Klein wurde mit 2:39 Minuten Rückstand auf Reusser 16., Brauße auf Rang 19 hatte bereits mehr als drei Minuten Rückstand.
Die Österreicherinnen Christina Schweinberger, die kurz vor dem Ziel von Reusser überholt wurde, und Anna Kiesenhofer beendeten das Rennen als Achte und 20. Zweite Starterin aus der Schweiz war Jasmin Liechti, die auf Rang elf landete.
"Ich wusste nicht, wie ich mich heute selbst finden soll, wenn man das so sagen kann", sagte die neue Europameisterin, die die abwesende Lotte Kopecky abgelöst hatte.
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Marlen Reusser (M.) gewann nach der WM auch die EM im Zeitfahren.

Fotocredit: Getty Images

Lange Reise von WM zu EM

Die Belgierin Kopecky hat ihre Saison bereits beendet. "Es war eine verrückte Woche in Ruanda und dann hatten wir die laaaaaange Reise. Ich bin wirklich müde. Ich hatte erst ein wenig Mitleid mit mir und Jasmin (Liechti, d. Red.), aber dann hörte ich, dass sogar Remco (Evenepoel, d. Red.) heute startet - und der hatte das längere Rennen und das war noch einen Tag später. Also können wir uns nicht beschweren", fügte Reusser an.
Bei dem Ergebnis schon gar nicht. "Ich bin superglücklich, dass ich wieder auf diesem Level bin", so Reusser weiter: "Letztes Jahr war ich krank, aber davor hatte ich diesen Titel schon ein paar Mal gewonnen."
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Marlen Reusser gewinnt EM-Gold im Zeitfahren

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Von 2021 bis 2023 trug sie bereits das weiße Trikot mit den blauen Streifen und gelben Sternen. "Man sollte so etwas niemals selbstverständlich finden. Ich war auch nicht sicher, dass ich gewinnen würde. Manchmal ist es eng und manchmal hat jemand einen Supertag - und auch ich kann diejenige sein. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich sowieso gewinne. Unser größter Gegner war heute der Wind. Zeitfahren sind immer schwer, darum freue ich mich, dass ich belohnt werde", so Reusser.
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Reusser scherzt nach EM-Gold: "Wäre cool, beide Trikots zu tragen"

Quelle: Eurosport

Enges Rennen um weitere EM-Medaillen

In der Folge zeigte sich, dass Aalerud zu schnell angegangen war. Im Ziel lag sie zwei Sekunden hinter ihrer Landsfrau, die ihrerseits an der dritten Messung zeitgleich mit Bredewold war. Reusser hatte da bereits 50 Sekunden Vorsprung.
Im Kampf um die weiteren Medaillen blieb es unterdessen ein enges Rennen. Ottestad hatte dort zwei Sekunden Vorsprung auf Bredewold, die ihrerseits zwei Zehntel schneller als Aalerud war. Keine zwei Medaillen für Norwegen also, denn nur wenige Sekunden nach Bredewold war dann auch schon Reusser im Ziel, die überlegen Gold holte. Die hatte unterwegs die zweimalige EM-Dritte Schweinberger überholt, die schließlich als Letzte über den Strich fuhr und Achte wurde.

Leis verpasst bei Juniorinnen haarscharf Gold

Bei den Juniorinnen holte Magdalena Leis derweil die erste Medaille dieser EM für German Cycling. Die 18-Jährige musste sich im Zeitfahren nach 12,2 Kilometer von Allex nach Étoile-sur-Rhône nur der Spanierin Paula Ostiz knapp geschlagen geben.
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Magdalena Leis (l.) durfte über EM-Silber im Zeitfahren jubeln.

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Ihr Rückstand auf die U19-Straßen-Weltmeisterin auf der Straße betrug lediglich 2,4 Sekunden. Bronze sicherte sich mit zehn Sekunden Rückstand auf die Titelverteidigerin die Norwegerin Oda Aune Gissinger.
Auf den weiteren Plätzen folgten die Niederländerinnen Megan Arens (+0:13), die in Kigali noch Zeitfahr-Weltmeisterin geworden war, und Roos Müller (+0:16).

Leis nach EM-Silber "einfach nur überglücklich"

"Ich wusste, dass am Ende die Favoritinnen kommen würden. Und zu sehen, dass die Weltmeisterin hinter mir ist und eine Paula Ostiz nur zwei Sekunden schneller ist, das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das hat sich heute fast so angefühlt, als ob ich gewonnen hätte", kommentierte Leis gegenüber "RSN" im Ziel ihren zweiten Platz.
"Eine Silbermedaille bei einer Europameisterschaft zu gewinnen, ist etwas ganz Tolles. Es ist für mich die erste Medaille in einer Einzeldisziplin auf der Straße in einem internationalen Wettkampf. Ich bin einfach nur überglücklich", so Leis weiter.
Leis war auf der welligen und windanfälligen Strecke bereits als fünfte Starterin ins Rennen gegangen und musste schließlich nur Vorjahressiegerin Ostiz noch den Vortritt lassen.
"Es war sehr nervenaufreibend, hier zu sitzen und abzuwarten und quasi alle durchfahren sehen zu müssen und zu hoffen, dass meine Zeit schneller war", sagte sie und fügte an: "Die Strecke war hart, der Wind war der größte Einflussfaktor. Ich habe einfach nur versucht, Kopf runter und einfach dagegenzudrücken, was ging. Da die Strecke relativ kurz war, hat das auch von Kilometer 0 bis 12 einfach nur wehgetan."
Als zweitbeste deutsche Starterin belegte Klara Dworatzek in ihrer ersten Saison in der U19-Klasse den 16. Platz (+1:07). Leni Bauer folgte auf Rang 26.

Venturelli dominiert EM-Zeitfahren der U23

Im U23-Rennen rauschte indes Federica Venturelli überlegen zum EM-Titel im Einzelzeitfahren. Die 20-jährige Italienerin, die vor einer Woche Bronze im U23-WM-Zeitfahren von Kigali gewonnen hatte, setzte sich in Étoile-sur-Rhone nach 24 Kilometern in einer Zeit von 34:17 Minuten deutlich vor der Finnin Anniina Ahtosalo (+0:48) und der Belgierin Luca Vierstraete (+0:51) durch.
Justyna Czapla (+1:14) und Linda Riedmann (+ 1:15) fuhren für German Cycling hinter der Niederländerin Nienke Vinke (+1:07) und der Schwedin Stina Kagevi (+1:09) auf die Plätze sechs und sieben. Die Österreicherin Tabea Huys (+1:21) wurde Achte - noch vor der WM-Zweiten Viktoria Chladonova (+1:22) aus der Slowakei und der Spanierin Paula Blasi (+1:28).
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Quelle: Eurosport


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