Ex-Profi Simon Geschke kritisiert rücksichtsloses Verhalten im Peloton - "Einige Geisteskranke" kämpfen ohne Rücksicht
Eurosport bei GoogleDie jüngsten schweren Stürze von Tadej Pogacar und Florian Lipowitz haben die Gefahren des Profiradsports einmal mehr schonungslos offengelegt. Ex-Profi Simon Geschke sieht das hohe Risiko als Teil des Geschäfts - und kritisiert auch Teile seiner ehemaligen Kollegen. "Einige Geisteskranke" würden ohne Rücksicht auf Verluste um Etappensiege kämpfen - gerade bei großen Rennen.
Nach Pogacar-Schock: Nächster schwerer Sturz im Feld
Quelle: Eurosport
"Als Radprofi weißt du genau: Du stürzt auf jeden Fall - die Frage ist nur, wann“, sagte der 40-Jährige der "Sport Bild". "Das Risiko fährt immer mit. Ich habe zumindest keine bleibenden Schäden davongetragen."
Geschke spricht aus eigener Erfahrung. In seinen 16 Jahren als Profi brach er sich unter anderem viermal das Schlüsselbein. Genau diese Verletzung zog sich auch Dominator Pogacar bei seinem schweren Sturz auf der 8. Etappe der Vuelta zu.
Der Slowene erlitt zudem eine Gehirnerschütterung und eine stabile Fraktur des siebten Halswirbels. Seine Saison ist mittlerweile beendet, Pogacar inzwischen operiert und auf dem Weg der Genesung.
Die geplante Titelverteidigung bei der WM in Montreal (20. - 27. September live bei Eurosport und HBO Max) fällt jedoch ins Wasser.
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Hier stürzt Pogacar: Stein schuld an Aus des Dominators?
Quelle: Eurosport
Geschke kritisiert Teile des Pelotons: "Einige Geisteskranke"
Für Geschke gehören allerdings nicht nur die Umstände des Rennsports zum Problem. Auch das Verhalten einzelner Fahrer führe immer wieder zu gefährlichen Situationen.
"Im Fahrerfeld sind leider auch einige Geisteskranke unterwegs, die ohne Rücksicht auf Verluste um den Etappensieg kämpfen, gerade bei großen Rennen wie der Tour de France", sagte der ehemalige Profi.
Gleichzeitig sieht er eine gewisse Risikobereitschaft als Voraussetzung für eine Karriere im Radsport: "Als Radprofi musst du aber auch einfach ein Stück weit bekloppt sein." Ein schmaler Grat eben.
Geschke: "Als Profi blendest du die Gefahren aus"
Wie groß die Gefahren sind, zeigen auch tödliche Unfälle. Im August starb der erst 19 Jahre alte Waliser Finlay Tarling nach einer Kollision mit einem entgegenkommenden Auto bei der Portugal-Rundfahrt. Im April kam der 30-jährige Kolumbianer Cristian Munoz nach einem Sturz bei der Tour du Jura ums Leben.
Trotz der Risiken müssen Profis diese Gedanken während des Rennens ausblenden, sagt Geschke. "Als Radprofi blendest du die Gefahren aus. Wenn dir das nicht gelingt, würdest du nicht mehr auf den Sattel steigen", sagte der ehemalige Tour-Etappensieger.
Geschke wurde 2022 nach einer starken Tour de France zu Deutschlands Radsportler des Jahres gewählt. Sieben Jahre zuvor hatte er seinen größten Erfolg bei der Frankreich-Rundfahrt gefeiert, als er in Pra-Loup eine Etappe gewann.
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Quelle: Eurosport
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