Flandern-Rundfahrt: Mathieu van der Poel siegt mit Solo - Weltmeister dominiert Klassiker, Nils Politt auf Podium
Mathieu van der Poel hat die 108. Flandern-Rundfahrt mit einem spektakulären Solo überlegen für sich entschieden und damit den Sieg-Rekord beim Monument in Belgien eingestellt. Der Weltmeister ließ die Konkurrenz 45 Kilometer vor dem Ziel am 600 m langen und bis zu 20% steilen Koppenberg stehen, zog unwiderstehlich davon und feierte im Ziel als erst siebter Fahrer einen dritten Sieg bei der Ronde.
Flandern-Highlights: Die Solo-Perfektion trägt einen Namen
Quelle: Eurosport
Mit 1:02 Minuten Rückstand kamen die ersten Verfolger ins Ziel und kämpften um die weiteren Plätze auf dem Podium: Nils Politt verpasste dabei zuerst als Vierter das Podest knapp, geschlagen von Luca Mozzato (Italien) und dem Australier Michael Matthews. Letzterer aber wurde dann von der Jury zurückgestuft, weil er den Deutschen im Sprint den Weg versperrt hatte.
Für Politt war es das zweite Podium bei einem Monument nach seinem zweiten Platz in Roubaix 2019. Zwar hatte das Team von Matthews einen Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt, doch dieser wurde zurückgewiesen - der Zweite von Mailand - Saremo reagierte mit Unverständnis und Tränen auf die Entscheidung, ihn auf den elften und letzten Platz der ersten Verfolgergruppe zurückzustufen.
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Van der Poel krönt Meisterleistung - Politt erobert Podest
Quelle: Eurosport
"Ich war schon am Teambus, als ich erfuhr, dass ich Dritter bin", so Politt. "Ich bin super happy mit diesem Ergebnis, aber es tut mir auch leid für Matthews. Ich kam mit Tempo von hinten und musste etwas bremsen", schilderte er die Szene am Ende der 270,8 Kilometer.
Max Walscheid belegte den 20. Rang (+2:41), John Degenkolb kam bei seiner 13. Flandern-Rundfahrt auf Platz 37, (+4:29), direkt hinter Jannik Steimle und Jonas Rutsch.
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Mathieu van der Poel und Nils Politt auf dem Podium der Flandern-Rundfahrt 2024
Fotocredit: Imago
Van der Poel "total zerstört"
"Meine Saison ist schon jetzt ein Erfolg: Die Flandern-Rundfahrt im Weltmeistertrikot zu gewinnen, ist ein wahr gewordener Traum, den ich erst einmal realisieren muss", so van der Poel im Siegerinterview - doch der 29-Jährige war auch sichtlich von den über sechs Stunden, zuletzt im Dauerregen, gezeichnet.
An Paris - Roubaix am kommenden Sonntag (ab 11:30 Uhr im Liveticker) könne er jetzt noch nicht denken er sei "total zerstört, es war eines der härtesten Rennen, das ich je bestritten habe. Auf den letzten zehn Kilometern war es mit dem Wetter extrem schwer: Ich war komplett leer, bin mit geschlossenen Augen gefahren und habe nur versucht, so schnell wie möglich anzukommen".
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Van der Poel im Siegerinterview: "Ich bin total zerstört"
Quelle: Eurosport
Auf der Strecke über insgesamt 17 der gefürchteten "Hellingen" mit ihren oft extremen Steigungsprozenten sowie engen Kopfsteinpflasterpassagen gingen die Favoriten schon früh in die Offensive: bereits 100 Kilometer vor dem Ziel gab es die ersten Attacken, u.a. von Ex-Weltmeister Mads Pedersen. Der Däne war es dann auch, der wenig später alles auf eine Karte setzte und mit vollen Einsatz davonzog. Doch der Kapitän des Lidl-Teams konnte nie eine große Lücke reißen, investierte somit zu frühzeitig viele Kräfte und wurde nach rund dreißig Kilometern an der Spitze wieder gestellt.
Fahrer werden zu Fußgängern am Koppenberg
Die Vorentscheidung fiel dann am Koppenberg: Einerseits durch die Tempoverschärfung durch van der Poel, aber auch durch das Pech vom zu diesem Zeitpunkt führenden Ivan Garcia Cortina: Ein Defekt seiner Schaltung zwang den Spanier zum Absteigen, was auf den schmalen Pflastersträßchen schnell eine Stau auslöste, weitere Fahrer zu Fußgängern werden und dadurch weit zurückfallen ließ. Anschluss an van der Poel konnte nur Matteo Jorgenson halbwegs halten, doch der US-Amerikaner konnte auf den folgenden Kilometern die Lücke nicht schließen, sondern verlor immer weiter an Boden und wurde von den nächsten Verfolgern eingeholt.
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Drama um Spitzenreiter am Koppenberg - van der Poel fliegt vorbei
Quelle: Eurosport
Van der Poel baute seinen Vorsprung auf fast zwei Minuten aus, bevor er den Fuß vom Gas nehmen konnte, am Zielstrich abstieg und jubelnd seine Rennmaschine in die Höhe reckte.
Unfall mit Zuschauerin überschattet Rennen
Überschattet wurde das Rennen von vielen Stürzen auf der teils regennassen Strecke. Besonders schwer betroffen war eine Zuschauerin, die 127 Kilometer vor dem Ziel mit einem oder mehreren Fahrern kollidierte und dabei schwer verletzt wurde, nach belgischen Medienberichten aber nicht in Lebensgefahr schwebt.
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Stars geben Vollgas: Van der Poel legt los - Pedersen attackiert
Quelle: Eurosport
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