Flandern-Rundfahrt: Peter Sagan im Sturzpech, Philippe Gilbert mit Solo-Sieg
Peter Sagan hat seinen Titel bei der Flandern-Rundfahrt nicht verteidigen können. Der Weltmeister stürzte beim Klassiker in der heißen Phase, damit war der Weg zum Solo-Sieg für Philippe Gilbert endgültig frei. Der Belgier hatte 55 Kilometer vor dem Ziel einen Alleingang gestartet, den er im belgischen Meistertrikot zur Begeisterung der Fans in Flandern bei der 101. Auflage erfolgreich abschloss.
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Platz zwei ging mit knapp einer halben Minute Rückstand im Sprint eines Trios an Olympiasieger Greg van Avermaet (Belgien/BMC), der auch durch den Sturz von Sagan ausgebremst worden war, Dritter wurde Niki Terpstra (Niederlande/Quick-Step) vor Dylan van Baarle (Niederlande/Cannondale).
Als bester Deutscher belegte John Degenkolb (Trek) nach 260 Kilometern den siebten Rang, seine Gruppe lag 52 Sekunden hinter dem Sieger. Rudi Altig (1964) und Steffen Wesemann (2004) bleiben damit die bislang einzigen deutschen Sieger der Flandern-Rundfahrt.
Gilbert ist erst der vierte Fahrer in der Radsport-Geschichte, der nach den Monumenten Lüttich-Bastogne-Lüttich (2011), Lombardei-Rundfahrt (2009, 2010) und dem WM-Titel (2012) nun auch in Flandern triumphierte. In der langen Siegerliste des Klassikers ist er in der Reihe zahlloser Belgier erst der zweite Wallonne nach Claude Criquielion, der 1987 "Flanderns Schönste" erobern kann.
An seinen Vorgänger habe er im Rennverlauf oft gedacht, verriet Gilbert im Ziel im Siegerinterview:
Er hatte aus einer hochkarätigen Spitzengruppe heraus nochmals attackiert, kurz bevor dieses vom Feld gestellt wurde. Am Oude Kwaremont zog der Quick-Step-Profi davon und erarbeitete sich in der Folge eine Minute Vorsprung. Am Taaienberg verschärfte Weltmeister Sagan das Tempo und machte sich mit van Avermaet und drei weiteren Fahrern auf die Verfolgung. Doch im Anstieg zum Paterberg touchierte der Bora-Kapitän dann die Absperrung und brachte sich und seine Begleiter um alle Siegchancen.
Pech hatte neben Sagan (und etlichen weiteren Sturzopfern) auch der dreifache Flandern-Rundfahrt-Sieger Tom Bonnen: Bei seiner letzten "Ronde" stoppte ihn ein Defekt zu ungünstigem Zeitpunkt und zerstörte alle Träume vom Rekordsieg.
Das Frauen-Rennen entschied Coryn Rivera aus den USA für sich.
Bei bestem Wetter hatte sich schon sehr früh eine erste Ausreißergruppe abgesetzt, die maximal elf Minuten Vorsprung herausfuhr, bevor sie vom Feld langsam wieder eingeholt wurde. Knapp 100 Kilometer vor dem Ziel setzte sich an der Muur van Geraardsbergen eine hochkarätige Gruppe mit 14 Fahrern um Boonen, Gilbert und 2015-Sieger Alexander Kristoff ab. Als das Peloton diese nach harter Verfolgungsarbeit fast eingeholt hatte, versuchte Gilbert sein Glück als Solist - und wurde nach über einer Stunde Schwerstarbeit belohnt.
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