Streit nach heißem Duell

Alessandro Petacchi hat die 2. Etappe des Giro d’Italia gewonnen. Der Italiener von Lampre setzte sich im Massensprint von Parma vor Mark Cavendish (HTC-Highroad) und Manuel Belletti (Colnago) durch. Cavendish übernahm dank der Zeitbonifikation für Rang zwei die Führung in der Gesamtwertung.

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Mit dem Rosa Trikot kann sich der Brite nach der mit 244 Kilometern längsten Etappe der diesjährigen Italien-Rundfahrt für die knappe Niederlage trösten, ob es aber seine Wut über deren Entstehung schmälern wird, ist fraglich.
Petacchi hatte den Sprint von Cavendishs Hinterrad weg überraschend früh eröffnet und war am HTC-Sprinter vorbeigespurtet. Als der dann seinerseits wieder überholen wollte, machte der Italiener zweimal durch eine leichte Welle die Tür zu.
"Cav" ist "not amused"
"Wenn man jemand näherkommen sieht, dann schaut man sich um, und dabei habe ich mich etwas bewegt. Aber ich denke nicht, dass ich etwas Falsches getan habe", schilderte Petacchi die Situation. Cavendish sah das anders.
Nach dem Zielstrich, auf dem Petacchi nur um Millimeter vorn lag, verlieh Cavendish seinem Unmut über die Fahrweise des Italieners wild gestikulierend Ausdruck - ohne dadurch etwas zu erreichen: Die Jury verzichtete auf eine Bestrafung des nun 22-fachen Giro-Etappensiegers Petacchi, der in Sachen Tagessiegen mit Fausto Coppi gleichzog.
"Petacchi ist ein ordentlicher Kerl, aber auf den letzten 200 Metern hat er dreimal die Richtung gewechselt. Normalerweise distanziert die Jury jemand, der so etwas tut", klagte Cavendish.
Lang im Bergtrikot
Mann des Tages war jedoch keiner der rasenden Sprinter, sondern vielmehr der Deutsche Sebastian Lang vom Team Omega Pharma-Lotto. Der 31-Jährige attackierte bereits nach drei Kilometern und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von bis zu 20 Minuten heraus.
Als Solist sicherte sich der ehemalige deutsche Zeitfahrmeister 34 Kilometer vor dem Ziel die einzige Bergwertung des Tages in Tabiano Castello, was ihm nach der Tour de France 2008 bereits sein zweites Bergtrikot bei einer großen Landesrundfahrt einbrachte.
Sprinter-Teams haben alles unter Kontrolle
Nach 215 Kilometern allein an der Spitze wurde Lang allerdings vom Feld geschluckt und nach hinten durchgereicht. Das Ziel erreichte er auf Rang 202 mit 2:01 Minuten Rückstand auf die Schnellsten.
Als Lang 26 Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde, bildete sich vorübergehend eine weitere achtköpfige Spitzengruppe, die durch den Italiener Leonardo Giordani (Farnese Vini) initiiert wurde. Auch dieses Oktett konnte sich allerdings nicht bis zum Ziel an der Spitze halten. Die Teams HTC-Highroad und Garmin-Cervelo kontrollierten das Rennen in der Schlussphase und sorgten dafür, dass es zum Massensprint kam.
TV-Tipp:
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