Giro d'Italia 2020: Das sind die Favoriten auf den Gesamtsieg

Beim Giro d'Italia 2020 kämpfen die Stars um das Rosa Trikot und den Gesamtsieg in Mailand - wir stellen Euch die Anwärter aufs Podium vor. Darunter sind etliche Routiniers, die mit dem Rennen noch eine Rechnung offen haben, aber mit Vincenzo Nibali nur ein Fahrer, der die Italien-Rundfahrt schon gewinnen konnte. Von Bora-hansgrohe macht sich ein Duo Hoffnungen auf das "maglia rosa" des Giro.

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Giro: Die Topfavoriten

Vincenzo Nibali (NED/Trek-Segafredo): Der mittlerweile 35-Jährige ist beim Heimspiel die große Hoffnung der Italiener. Nibalis großer Trumpf ist die Erfahrung, denn der Sizilianer nimmt seine bereits seine 23. GrandTour in Angriff und konnte als einziger der diesjährigen Giro-Starter das Rennen schon zwei Mal gewinnen. Zwar liegen seine beiden Erfolge schon einige Jahre Jahre zurück, doch ist Nibali angesichts seiner Klasse und Erfahrung auch mit fast 36 Jahren ein dritter Coup zuzutrauen. Die Vorbereitung verlief unspektakulär, bei Tirreno-Adriatico und bei der WM lieferte er ordentliche Vorstellungen ab, verpasste aber den Sprung in die Top Ten.
Geraint Thomas (GBR/Ineos): Der Toursieger von 2018 konnte bei der Italien-Rundfahrt in der Gesamtwertung bisher noch nicht in Erscheinung treten und hat nach Stürzen noch eine Rechnung mit dem Giro offen. Nachdem es wegen Formschwäche nicht zur Tour de France reichte, machte Thomas in den vergangenen Wochen einen großen Schritt in Richtung Bestform. Bei Tirreno wurde er Gesamtzweiter, im Zeitfahren der WM verpasste der 34-Jährige als Vierter nur knapp die Medaillen. Vor allem die drei Zeitfahren mit ihren insgesamt 65 Kilometer dürften sein großer Trumpf werden, denn unter den Klassementfahrern ist Thomas der mit Abstand Stärkste im Kampf gegen die Uhr.
Simon Yates (AUS/Mitchelton-Scott): Vor zweieinhalb Jahren war der Brite bereits 13 Tage im Rosa Trikot unterwegs, ehe er am Ende der dritten Wochen noch einbrach und im Klassement weit zurückfiel. Doch davon konnte Yates sich schnell erholen. Damals gewann er im Herbst die Vuelta a Espana und zeigte dabei, dass er zu den ganz Großen zählt. Nach Rang acht im vergangenen Jahr will der 28-Jährige nun den Gesamtsieg. Die Generalprobe verlief perfekt: Yates sicherte sich souverän den Tirreno-Gesamtsieg.
Steven Kruijswijk (NED/Jumbo Visma): Vor vier Jahren stand der Niederländer beim Giro schon vor dem großen Coup. Doch auf der 19. Etappe musste er das Rosa Trikot nach einem Sturz abgeben und beendete die Rundfahrt nur auf Rang vier. Auch Kruijswijk hat also noch eine Rechnung offen mit der Italien-Rundfahrt. Ursprünglich war der Dritte der Tour 2019 auch in diesem Jahr für die Frankreich-Rundfahrt vorgesehen. Doch eine Schulterverletzung bei einem Sturz bei der Dauphiné machte einen Strich durch die Rechnung.
Statt bei der Tour als Edelhelfer von Primoz Roglic anzutreten, kann Kruijswijk nun beim Giro auf eigene Rechnung fahren.
Jakob Fuglsang (DEN/Astana): Im fortgesetzten Radsportalter hat sich der Däne zu einem Spezialisten für schwere Eintagesrennen entwickelt, was sein Sieg bei Il Lombardia Mitte August unterstrich. Bei den großen Landesrundfahrten verpasste Fuglsang dagegen die Top Ten. Diesmal aber sprechen zwei Faktoren für Fuglsang: die vergleichsweise geringe Konkurrenz und das die starke Helferriege bei Astana. Die Generalprobe bei Tirreno verlief mit Rang 14 im Schlussklassement eher mittelprächtig. Dafür zeigte der 35-Jährige am letzten Wochenende bei der WM mit Rang fünf, dass er gut in Schuss ist.

Giro: Die heißesten Außenseiter

Rafal Majka (POL/Bora-hansgrohe): Der Pole nimmt bereits seine 17. GrandTour in Angriff, zum fünften Mal tritt er beim Giro an. Und bei allem Teilnahmen landete Majka in den Top Ten, er war nie schlechter als Siebter - schaffte es aber nie auf das Podium. Das kann man dem Kletterspezialisten in diesem Jahr jedoch zutrauen, zumal seine Generalprobe mit Rang drei bei Tirreno vielversprechend verlief.
Aleksandr Vlasov (RUS/Astana): Der Russische Meister ist bei Astana neben Fuglsang die zweite Trumpfkarte. Bei seinem GrandTour-Debüt ist Vlasov vor allem aufgrund mangelnder Erfahrung etwas schwächer einzuschätzen als sein elf Jahre älterer Teamkollege. Doch mit Platz fünf bei Tirreno zeigte der 24-Jährige, dass er mehr ist als nur ein Talent für schwere Rundfahrten. Im August holte sich Vlasov mit Siegen bei der Mont Ventoux Challenge und dem Giro dell'Emilia viel Selbstvertrauen.
Wilco Kelderman (NED/Sunweb): Der Niederländer, immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, hat in den letzten drei Jahren bei der Vuelta drei Mal die Top Ten erreicht, beim Giro war ihm dies zuletzt vor sechs Jahren gelungen. Bei seiner Abschiedsvorstellung für Team Sunweb peilt Kelderman nun auch in Italien wieder den Sprung unter die besten Zehn an. Aufgrund seiner Zeitfahrqualitäten könnte es sogar in Richtung Top Fünf gehen. Seine gute Form unterstrich Kelderman nach dem Re-Start mit den Plätzen sieben und vier bei der Polen-Rundfahrt und Tirreno-Adriatico.
Patrick Konrad (AUT/Bora-hansgrohe): Der Österreicher geht bei Bora als Co-Kapitän ins Rennen. Während Rafal Majka bei Tirreno – Adriatico glänzte, blieb Konrad dort unauffällig, zeigte aber zuletzt als Siebter des Flèche Wallonne ansteigende Form. Im Zweifel wird sich Konrad in den Dienst von Majka stellen müssen, aber trotz der Helferdienste könnte ihm am Ende der drei Giro-Wochen sogar eine Top-Ten-Platzierung glücken.
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