Giro d'Italia: Youngster mischen Rundfahrten weiter auf

Die Jungstars Tao Geoghegan Hart und Jai Hindley kämpften beim Giro d'Italia um den Sieg, Routiniers wie Vincenzo Nibali hatten das Nachsehen. Wie schon bei der Tour de France stahlen die Jungen den Etablierten die Show. Und das könnte mehr als nur eine Momentaufnahme sein, auch wenn beim Giro etliche ältere Topfahrer wegen Stürzen oder Corona-Tests ihre Chance nicht suchen konnten.

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Aus den Boxen dröhnten dumpfe Beats, kühles Bier und heiße Pizza hoben bei Tao Geoghegan Harts Giro-Party im Bus des Teams Ineos Grenadiers die Stimmung. "Es ist bizarr", sagte Geoghegan Hart nach dem sensationellen Gesamtsieg bei der 103. Italien-Rundfahrt: "Ich hätte mir das in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können."
Völlig unerwartet hatte der erst 25-Jährige am Sonntag in Mailand im rosa Konfettiregen gestanden, er stemmte den gold-geschwungenen Siegerpokal in die Höhe, seine Teamkollegen trugen ihn auf dem Domplatz auf Händen. Die Super-Mannschaft des Radsports hat einen neuen Star - und die alten Anführer rücken in den Hintergrund.
Geraint Thomas? Schied nach einem Sturz früh aus und wurde doch kaum vermisst - auch wenn der spätere Sieger über die Stärke seines Kapitäns sagte, "G hätte hier mit uns den Boden gewischt". Chris Froome? Schleppte sich am Sonntag als 132. ins Ziel der sechsten Vuelta-Etappe. Beim Ineos-Team vollzieht sich wie im gesamten Radsport ein Generationswechsel. Die Alten bekommen zunehmend Probleme, beim Giro wurde dies erneut offensichtlich.

Giro: "U25" lässt Routiniers stehen

Vincenzo Nibali etwa, der große italienische Hoffnungsträger, drückte dem Rennen nie seinen Stempel auf. Als "Flop" wertete die Gazzetta dello Sport seinen Auftritt beim Heimrennen. Nibali, 35, hat alle drei großen Landesrundfahrten gewonnen. Vor der Stärke der Jungen Wilden schützen ihn die Erfolge vergangener Tage nicht. Als der Giro auf der 18. Etappe über das Stilfser Joch führte, kam Nibali nicht mehr mit. "Die anderen zeigen ihre Jugend, das ist offensichtlich", sagte Nibali.
Auch der dänische Astana-Profi Jakob Fuglsang, 35, war in den entscheidenden Momenten nicht auf einem Level mit den Besten. Stattdessen trug Joao Almeida aus Portugal an 15 von 21 Tagen das Maglia Rosa. Der Profi vom Team Deceuninck-Quick Step ist erst 22, in der Schlusswoche verließen ihn die Kräfte.
Dafür machten am Ende Geoghegan Hart und der zweitplatzierte Jai Hindley (24) den Gesamtsieg unter sich aus. Der Sieg im abschließenden Einzelzeitfahren ging an Filippo Ganna, den amtierenden Weltmeister, ebenfalls von Ineos, der vier Etappen beim Giro 2020 gewann. Er ist 24 Jahre alt.

Neue Garde dominiert Saison 2020

In Italien setzte sich der Trend fort, der sich schon bei der Tour de France gezeigt hatte. Gewonnen wurde diese vom Slowenen Tadej Pogacar, zum Zeitpunkt seines Triumphs war er erst 21 Jahre alt. Der kämpferischste Fahrer wurde der Schweizer Marc Hirschi (22), für den einzigen deutschen Etappensieg sorgte Lennard Kämna (24).
Die Klassiker mutieren derweil zu einem Privatduell zwischen dem Niederländer Mathieu van der Poel (25) und dem Belgier Wout Van Aert (26). Dessen Landsleute wähnen im bei der Lombardei-Rundfahrt schwer gestürzten Remco Evenepoel - Jahrgang 2000 - den nächsten Eddy Merckx.
Geoghegan Hart, Evenepoel, Hirschi, Kämna - Fahrern wie diesen gehört die Zukunft, die längst da ist.
(SID)
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Geoghegan Hart holt Gesamtsieg - Ganna dominiert Zeitfahren

Quelle: Eurosport

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