Die eigentlich fast völlig flache Etappe wurde im Finale dann doch zu schwer für die Sprinter - an den beiden kurzen, steilen Anstiegen des Tages wurde das Tempo so hoch, dass zuerst Seriensieger Arnaud Démare und danach auch Ex-Weltmeister Peter Sagan nicht mehr folgen konnten. So machte die 20 Fahrer starke Gruppe der Favoriten den Etappensieg unter sich aus, dabei hatte dann Ulissi das Rad knapp vorne und gewann seinen zweite Giro-Etappe 2020 und seine achte insgesamt.

Konrad war mit seinem Auftritt trotz des greifbar nahen Sieges zufrieden: "Ich war in einer guten Position und hatte starke Beine, um im Sprint mitmischen zu können. Am Ende war es knapp. Ich wurde Dritter und holte vier Bonussekunden, und damit kann ich ziemlich zufrieden sein. Es ist ein weiterer Podestplatz nach meinem zweiten Platz auf der 5. Etappe."

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Knapper Sprint mit Konrad: Das Finale der 13. Giro-Etappe

Gesamtspitzenreiter Almeida hat nun 40 Sekunden Vorsprung im Klassement auf seine ersten Verfolger, Konrad ist Sechster (+1:17). Von den deutschen Fahrern platzierte sich am Freitag keiner unter den Top 50 der Etappe.

Arnaud Démare (Groupama-FDJ) verteidigte sein Maglia Ciclamino, Ruben Guerreiro (EF) baute die Führung in der Bergwertung aus.

Giro, 13.Etappe: So lief das Rennen

Nach 28 Kilometern konnten sich Geoffrey Bouchard (AG2R La Mondiale), Simon Pellaud und Simone Ravanelli (beide Androni Giocattoli), Rodrigo Contreras (Astana), Alessandro Tonelli (Bardiani CSF), Harm Vanhoucke (Lotto Soudal), sowie Lorenzo Rota (Vini Zabu - KTM) vom Feld absetzen. Ihr maximaler Vorsprung im Verlaufe der Etappe betrug allerdings nie mehr als gut drei Minuten. Im Feld übernahm vor allem Bora - hansgrohe die Nachfrüharbeit und hielt die Ausreißer an der kurzen Leine. Der erneut starke Pellaud, der bereits gestern als Ausreißer imponiert hatte, sicherte sich beide Zwischensprints des Tages.

Mit dem Beginn der 4,1 Kilometer langen Steigung nach Roccolo fiel die Spitzengruppe auseinander. Zuerst attackierte Ravenelli. Der Italiener wurde allerdings kurz darauf von Bouchard und Tonelli überholt, die danach über lange Zeit einen Vorsprung von knapp 30 Sekunden auf das Feld hielten. Erst in der letzten Steigung des Tages, zwar nur zwei Kilometer lang, dafür aber knapp zehn Prozent steil, wurde das Duo knapp 17 Kilometer vor dem Ziel, vom bereits deutlich geschrumpften Feld eingeholt. Dort hatte Bora - hansgrohe das Tempo schon an der ersten Bergwertung erhöht, um Démare und die restlichen Sprinter abzuhängen.

Rampen ziehen Sprintern den Zahn - Boras Arbeit nicht belohnt

Dies gelang zwar, doch nach einer kilometerlangen Jagd lief das Rennen zum Fuße der letzten Steigung wieder zusammen. Dort erhöhte dann UAE - Team Emirates das Tempo, holte die letzten Ausreißer ein und riss das Feld auseinander. Ein Angriff von Tao Geoghegan Hart (Ineos Grenadiers) wurde von Guerreiro und Almeida vereitelt. An der Kuppe hatte sich ein kleines Favoritenfeld gebildet, dass die Abfahrt mit 15 Sekunden Vorsprung auf eine Verfolgergruppe um Sagan und 50 Sekunden Vorsprung auf eine weitere Gruppe mit Démare in Angriff nahm.

Auf den flachen zwölf Kilometern zum Ziel hielt Deceunick - Quick-Step das Tempo hoch, um die Sprinter zu distanzieren. Sagan setzte sich nach zunächst vergeblicher Nachführarbeit nochmals mit Ben Swift (Ineos Grenadiers), Thomas De Gendt (Lotto Soudal) und Davide Ballerini (Deceunick - Quick-Step) ab, konnte aber die Lücke nach vorne genauso wenig schließen wie Démare.

Am Ende kam es zum Sprint der Favoritengruppe, der von Mikkel Honoré für das Rosa Trikot angezogen wurde. Ulissi, Almeida und Konrad eröffneten ihren Sprint fast gleichzeitig. Im Katzensprung konnte der routinierte Italiener sein Vorderrad knapp nach vorne schieben und sich so einen weiteren Giro-Etappensieg sichern.

Am Samstag steht auf der 14. Etappe das zweite der drei Einzelzeitfahren des Giro 2020 an, am Sonntag folgt die nächste Bergankunft - dann könnte das Rosa Trikot den Träger wechseln.

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