Giro d'Italia: Arnaud Démare kann dank nächstem Sprintsieg dreifach jubeln - Franzose dreht in Italien voll auf
Die 6. Etappe des Giro d'Italia 2022 hatte einen klaren Sieger - auch wenn der Sprint extrem knapp war. Doch Arnaud Démare konnte am Ende dreifach jubeln. Der Tageserfolg im Fotofinish gegen den Australier Caleb Ewan war der packende Schlusspunkt einer zuvor lockeren Küsten-Ausfahrt des Pelotons - die aber Lennard Kämna auch wieder für sich zu nutzen wusste, und diesmal gleich doppelt.
Wer ist hier vorne? Fotofinish entscheidet 6. Etappe
Quelle: Eurosport
Eine fast topfebene Giro-Etappe mit einem Schnitt von nur 38,07 km/h: Schon dieses Durchschnittstempo macht deutlich, wie gemütlich es das Feld auf dem Weg von Palmi nach Scalea auf dem Großteil der 192 Kilometer in Süditalien angehen ließ.
Vor dem schweren Dreierpack auf den Etappen von Freitag bis Sonntag - bevor der nächste Ruhetag eine Pause bietet - sei dies den Fahrern absolut vergönnt.
Dennoch bot das Teilstück etliche wichtige Erkenntnisse und Einblicke.
Drei Dinge, die uns auf der 6. Giro-Etappe auffielen:
1. Démare siegt im Fotofinish - mit vier Radlängen Vorsprung
Was wie ein Widerspruch ins sich klingt, trifft die Leistung des Franzosen auf den zweiten Blick perfekt: Zwar ging es am Zielstrich um Zentimeter und erst nach bangem Warten wurde klar, wer das Vorderrad an der Linie vorne gehabt hatte.
Doch weil Démare seinen Sprint auf der Zielgeraden zwei Mal kurz abbrechen musste, stellte Eurosport-Experte Rolf Aldag fest "dass er ansonsten mit vier Radlängen Vorsprung gewonnen" hätte.
Mit dem zweiten Sieg hintereinander baute der Sprinter von Groupama-FDJ seine Führung in der Punktewertung massiv aus: Kein Gegner ist in der ersten Rennwoche dieses Giro so schnell und gleichzeitig konstant gewesen. Sein Vorsprung ist jetzt so groß, dass er sich sogar eine Nullnummer auf einer Flachetappe leisten könnte und dennoch im maglia ciclamino bliebe. Zumal, wenn die Rivalen zurückfallen - siehe unten.
Démare, der die Tour de France nicht fahren und damit den Giro nicht vorzeitig verlassen wird, ist voll auf Kurs zum erneuten Triumph im Punkteklassement nach 2020.
Schließlich schwang sich der einstige Sieger von Mailand - Sanremo auch zum erfolgreichsten französischen Etappenjäger beim Giro auf: Mit nun sieben Tageserfolgen überflügelte er die Radsport-Legenden Jacques Anquetil und Bernard Hinault (je sechs Etappensiege).
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Aldag analysiert Herzschlagfinale: "Der Stärkste hat gewonnen"
Quelle: Eurosport
2. Sandwich bringt Gaviria um alle Chancen
Der große Pechvogel des Sprints in Scalea war Fernando Gaviria. Nach einem zweiten und einem dritten Platz in den bisherigen Sprintfinals lag er erneut hervorragend platziert. Doch dann geriet der Kolumbianer in ein Sandwich aus zwei DSM-Profis, was ihn komplett ausbremste.
Das Ergebnis: Platz 152 - denn für seine rüde Aktion wurde er von der Jury ans Ende des Feldes zurückgesetzt.
Besonders bitter: Die bis zu diesem Sprint aussichtsreiche Ausgangsposition des fünffachen Giro-Etappensiegers in der Punktewertung ist dahin. Das trifft den 27-Jährigen, der diese Wertung 2017 gewann, in diesem Jahr doppelt hart. Denn auch er wird die Tour de France nicht bestreiten und ist umso mehr auf Erfolge beim Giro angewiesen.
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Fernando Gaviria im Sandwich zwischen dem DSM-Duo
Fotocredit: Eurosport
3. Kämna macht das Eichhörnchen
Wer noch Zweifel hatte, dass Lennard Kämna das Rosa Trikot mehr als nur im Hinterkopf hat, bekam heute eine klare Antwort. Zuerst holte sich der Bora-Profi an der einzigen Bergwertung des Tages hinter dem einsamen Spitzenreiter noch zwei weitere Zähler für das blaue Bergtrikot.
Dazu mischte er aber auch, wie schon am Vortag, im Zwischensprint um die Bonussekunden mit - und diesmal reichte es auch zu einer Zeitgutschrift. Platz drei brachte ihn eine Sekunde näher an Juan Pedro Lopez im maglia rosa - ein kleiner Schritt, aber eine klare Kampfansage.
Fortsetzung folgt - auf der schweren Bergetappe am Freitag!
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Highlights der 6. Etappe: Packendes Finale nach Spazierfahrt
Quelle: Eurosport
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