Die ultimativen Top 10 der Rad-Saison mit Seriensieger Pogacar und dem Fail des Jahres: Aberwitzig, aber lustig!

Die Radsport-Saison 2025 hatte mit der Lombardei-Rundfahrt ihren letzten großen Höhepunkt. Zeit für eine Bilanz! Die ultimativen Top 10 der Rad-Saison versuchen nicht nur dem Wahnsinn um Tadej Pogacar gerecht zu werden, sondern auch andere Protagonisten zu würdigen: Denkwürdige Fails und markante Interviews zum Beispiel. Dazu gibt's eine Hommage auf die letzte Giro-Bergetappe. Vorhang auf!

Fünf Lombardei-Siege in Folge: Pogacar dominiert das Herbst-Monument

Quelle: Eurosport

Ja, Tadej Pogacar hat 2025 viel gewonnen. Nein, das ist noch lange nicht alles, was man über die auf der Ehrenrunde befindliche Radsport-Saison wissen muss.
Neben gefühlt 748 UAE-Siegen (es waren 94) taten sich nämlich auch andere große Pedaleure hervor - so bewies Mathieu van der Poel zumindest dreimal, dass der "neue Kannibale" nicht alles gewinnen kann, was er sich in den Kopf setzt.
Auch Remco Evenepoels fantastischer Zeitfahrsieg bei der WM findet seinen Platz, wie natürlich auch Newcomer Florian Lipowitz - und die redefreudige Trine Vingegaard Hansen.
Wenn so schöne Geschichten wie die von Filippo Conca bei der italienischen Straßenmeisterschaft nur am Rande erwähnt werden können, lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Diese Saison hatte es in sich! Deswegen: Hier die ultimativen Top 10 der Rad-Saison.
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Überraschung im Fünfersprint: Amateur Conca wird italienischer Meister

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Mann der Saison: Ja, es ist sehr offensichtlich, dennoch führt kein Weg vorbei - Tadej Pogacar. Zu dominant fuhr der Slowene, zu demoralisierend wirkte er auf seine Widersacher. 20 Saisonsiege, darunter alle drei bestrittenen Rundfahrten (UAE, Dauphiné, Tour de France), WM- und EM-Triumph, Quintupel bei Il Lombardia ... Es war teilweise schon aberwitzig einseitig. Nur zwei Rennen schloss er außerhalb der Top drei ab: Den nachrangigen GP de Québec (29.) und das WM-Zeitfahren (4.). Sein UAE-Team feierte insgesamt 94 Siege und die Saison ist noch nicht mal komplett vorbei. Kannibalisch.
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Highlights: Gimme five! Pogacar mit One-Man-Show zum Rekord

Quelle: Eurosport

Herausforderer der Saison: Nicht Jonas Vingegaard, nicht Remco Evenepoel, nicht Primoz Roglic, sondern Mathieu van der Poel gebührt die Ehre, der mit Mailand - Sanremo und Paris - Roubaix zumindest jene zwei Monumente gewann, die Allesfresser Pogacar noch nicht auf seinem Palmarès stehen hat. So wechselhaft die Tour später für MVDP auch lief, seine Ernte hatte der Niederländer bereits im Frühjahr eingefahren - und in Frankreich schlug er Pogacar ebenfalls im direkten Duell und schnappte ihm auf der 2. Etappe das Gelbe Trikot weg.
In dem Zusammenhang auch lobend zu erwähnen: Mattias Skjelmose, der beim Amstel Gold Race mit Pogacar und Evenepoel gleich zwei Superstars vernaschte, und damit symbolisch für das Sahne-Jahr von Lidl-Trek (46 Siege, alle Sprint-Trikots der Grand Tours gewonnen) stand.
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Highlights: Van der Poel gewinnt Gigantenduell - Pogacar stürzt

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Antritt der Saison: Pogacar bei der WM. Stellvertretend für seine vielen Solo-Siege 2025 steht sein Antritt in Kigali, als er 66,6 Kilometer vor Schluss die Spreu (= alle anderen) vom Weizen (= Pogacar) trennte. Für ihn nicht nur die Titelverteidigung, sondern auch eine große Genugtuung nach der Enttäuschung beim Zeitfahren zuvor (siehe Auftritt der Saison). Und weil er gerade gut drauf war, legte Pogacar bei der EM nur ein paar Tage später mit einem 75-km-Solo nach. Der Titel fehlte ihm schließlich noch.
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Highlights: Pogacar nach Mega-Solo erneut Weltmeister

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Auftritt der Saison: Nach seinem schweren Sturz Ende 2024 und einem schleppend verlaufenden Winter war klar, dass Remco Evenepoel seine Glanzlichter vermutlich erst gegen Ende der Saison setzen kann. Beim WM-Zeitfahren war dann alles auf den Belgier zugeschnitten; dass er Pogacar aber sogar auf der Strecke überholte, war nicht zu erwarten gewesen. Das war nicht weniger als bockstark. Ebenso übrigens der Auftritt seines Landsmannes Wout van Aert auf der Schlussetappe der Tour, als dieser Pogacar am Montmartre abhängte.
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Machtdemonstration! Evenepoel überholt Pogacar im Zeitfahren

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Abtritt der Saison: Man kann durchaus geräuschloser ein Team verlassen als Juan Ayuso das tat (wechselt von UAE zu Lidl-Trek). Die Bekanntmachung während der laufenden Vuelta hatte jedenfalls etwas von großem Hollywood-Kino (Verweis auf: "Der Rosenkrieg"). Mit offenem Visier wurde da teamintern gekeilt und verbal zum großen Besteck gegriffen ("Wie in einer Diktatur"). Dass Ayuso-Teamkollege João Almeida den Gesamtsieg am Ende um 76 Sekunden verpasste, war die Pointe dieses Possenspiels.
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Ayuso wirft UAE "Respektlosigkeit" vor: "Wollen meinem Ruf schaden"

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Interview der Saison: Apropos friendly fire und ausbaufähiges Timing - das Interview, das Jonas Vingegaards Managerin und Frau Trine (in der Reihenfolge) zu Beginn der Tour de France der dänischen Zeitung "Politiken" gab, verfehlte seine Wirkung nicht. "Sie pressen die Zitrone zu sehr aus", sagte sie da in Richtung Visma-Lease a Bike und irritierte damit das Team nachhaltig. Sie fürchte, dass ihr Mann "seine Kerze an beiden Enden abbrennt" und argumentierte, dass er "mehr Ruhe" brauche - wie gesagt just, als die Tour Fahrt aufnahm. Eine selbsterfüllende Prophezeiung? Der 28 Jahre alte Däne wirkte am Ende der Saison durchaus ausgelaugt. Das EM-Rennen, in dem er aufgab, sprach da Bände. Immerhin hatte er zuvor noch den Vuelta-Sieg eingeheimst. Ein Pfennig für Trines Gedanken, hätte er den noch verspielt ...
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Vom Sturz-Schreck bis zum Sieg: Vingegaards Weg bei der Vuelta

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Fail der Saison: Könnte auch der größte Win der Saison sein - wie man's nimmt. Wie sich jedenfalls bei Quer durch Flandern am Ende mit Wout van Aert, Tiesj Benoot und Matteo Jorgenson gleich drei Visma-Fahrer von Neilson Powless (EF Education-EasyPost) abkochen ließen, war atemberaubend. Van Aert zeigte danach Größe, sagte: "Ich wollte nicht, dass einer meiner Teamkollegen dieses Rennen gewinnt. Das ist ein riesiger Fehler und so bin ich eigentlich nicht." Powless sprach derweil vom "größten Sieg meines Lebens". Weniger schlimm, aber auch ein Fail: Wie Julian Alaphilippe auf der 15. Tour-Etappe auf der Ziellinie jubelte - dabei war er nur Dritter geworden.
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"Die Schmach von Waregem": Powless kocht Visma komplett ab

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Rennen der Saison: Popcorn-Radsport der Extraklasse, wie wir ihn so oft vermissen, gab's auf der Giro-Königsetappe über den Colle delle Finestre. Mit offenem Visier und ohne Rücksicht auf Verluste warfen Richard Carapaz und Simon Yates vom ersten Meter des gefürchteten Anstiegs an alles in die Waagschale, um Isaac del Toro am vorletzten Tag noch das Rosa Trikot zu entreißen. Die Remontada von Yates, unterstützt von Relaisstation Wout van Aert, war ein taktischer Leckerbissen, während hinter ihm der Zwist der Südamerikaner was fürs Lehrbuch war und bewies, dass Team UAE zwar fast 100 Rennen in einem Jahr gewinnen, aber auch große Siege verspielen kann.
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Highlights: Giro-Dreikampf für Geschichtsbücher bei Schotter-Spektakel

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Aufsteiger der Saison: Wer bei der Tour-Präsentation im letzten Oktober auf einen Deutschen auf dem Podium in Paris getippt hätte, wäre wohl sanft, aber bestimmt von der Bühne gebeten worden. Doch was Florian Lipowitz nicht erst im Juli, sondern auch schon bei seinen Rundfahrt-Auftritten zuvor (Paris-Nizza/2., Baskenland/4., Dauphiné/3.) zeigte, war schlichtweg grandios. Die neu entfachte Radsportbegeisterung in Deutschland gilt es nun zu nutzen - das Potenzial des 25-Jährigen ist noch längst nicht ausgeschöpft. Honorable Mentions: Supertalent Paul Seixas, die Herbst-Seriensieger Isaac del Toro und Paul Magnier, Sprint-Youngster Matthew Brennan und der zum GC-Anwärter gereifte Kévin Vauquelin.
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"Nicht hoch genug einzuschätzen": Velo Club über Lipowitz' Podiumsplatz

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Rücktritt der Saison: Einst pausbäckiger Bahnfahrer beim Start in seine erste Tour 2007, jetzt wettergegerbter "elder statesman" bei seinem Abschied in Frankreich 2025 - noch kein Profi war in seiner Karriere wie Geraint Thomas sowohl einst jüngster als auch später ältester Starter einer "Grande Boucle". Vor allem aber gewann er sie 2018, fuhr 2013 auch mit gebrochenem Becken als Edelhelfer nach Paris, stand noch zwei weitere Male auf dem Podium und hätte mit 37 fast noch beim Giro 2023 triumphiert. "G" und sein trockener Humor werden arg fehlen. Ebenso: Die Sprint-Oldies Arnaud Démare und Alexander Kristoff, die am Ende von großen Karrieren nochmal ein ganzes Jahr lang vergeblich darum kämpften, die Marke von 100 Siegen zu erreichen.
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Highlights: Wenn zwei sich streiten, freut sich Trentin

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