Van der Poel zollte seinem Bezwinger auf der Ziellinie mit erhobenem Daumen seinen Respekt - auf der ersten Giro-Etappe in Ungarn war die Reihenfolge noch umgekehrt gewesen.
"Es ist unglaublich", jubelte der 22-Jährige im Siegerinterview, "mir wird bewusst, dass ich jetzt dabei bin, Geschichte zu schreiben. Ich habe keine Worte für das, was meine Mannschaft heute unterwegs für mich geleistet hat, sogar die Jungs für die Gesamtwertung wie Domenico Pozzovivo haben für mich gearbeitet".
Einen Schreckmoment gab es danach für Girmay bei der Siegerehrung, als er sich den Korken der Spumante-Flasche so unglücklich ins Gesicht schoss, dass er im Ziel im Krankenwagen behandelt werden musste und in die Klinik gebrachte wurde, nachdem er auf seinem linken Auge nichts mehr sehen konnte.
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Platz drei im schweren Finale ging an Vincenzo Albanese (Eolo) vor Bora-Profi Wilco Kelderman und Vorjahressieger Richard Carapaz (Ineos).
Nur 28 Fahrer kamen zeitgleich ins Ziel, darunter als einziger Deutscher auch Emanuel Buchmann als 16., dahinter gab es teils große Abstände. Er liegt mit einem Rückstand von 1:09 Minute weiterhin auf dem neunten Platz.
Van der Poel hatte unterwegs einige Kräfte investieren müssen, als er sich durch einen missglückten Radwechsel nach Defekt eine Minute Rückstand eingehandelt hatte.

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Giro: Kämna fällt zurück, aber Bora baut Führung aus

Das Rosa Trikot verteidigte Juan Pedro Lopez einen weiteren Tag, der Spanier liegt im Klassement auch nach dem Ruhetag knapp vor den Favoriten auf den Gesamtsieg.
Girmay machte derweil auch einen großen Sprung im Punkteklassement und sitzt dort mit nun 148 Punkten dem Franzosen Arnaud Démare (151) direkt im Nacken.
Lennard Kämna, der heute mit über fünf Minuten Rückstand ankam, bleibt Dritter der Bergwertung, sein Bora-Team baute die Führung in der Teamwertung aus, weil auch Jai Hindley in der ersten Gruppe ankam und so seinen fünften Rang in der Gesamtwertung verteidigte.

Giro gedenkt Scarponi in Filottrano

Die Etappe war lange von einem Ausreißetrio bestimmt worden, doch das Feld ließ die drei Fahrer nie von der Leine und holte sie allesamt im welligen Finale der Etappe ein. Dem Tempo von Alpecin und Intermarché war niemand gewachsen, auch Attacken von Simon Yates, Vincenzo Nibali oder van der Poel persönlich waren nicht erfolgreich.

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Das Teilstück am Dienstag stand daneben auch im Zeichen von Michele Scarponi - die Strecke führte durch die Heimatstadt Filottrano des 2017 bei einem Unfall tödlich verunglückten Italieners.
Dort waren die Straßen im Gedenken an den Giro-Sieger von 2011 geschmückt, der bei Fahrern wie Fans äußerst beliebt war.

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Am Mittwoch geht der Giro mit einem flachen Teilstück weiter, diese 11. Etappe sollte dann eine Beute der Sprinter werden, nachdem Mark Cavendish und Caleb Ewan heute ohne Chance waren und weit hinter Girmay ins Ziel kamen.
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